Darmkrebs-Prävention, Joghurt

Darmkrebs-Prävention: Joghurt senkt Risiko um bis zu 50%

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen Fortschritte bei chronischen Entzündungen: Vitamin-E-Metabolite, KI-Erkenntnisse zu Morbus Crohn und neue Diagnostik.

Forschung zu Entzündungen: Neue Therapien und KI-Durchbrüche
Wissenschaftler in einem hochmodernen Labor arbeiten mit Mikroskopen, KI-Diagnosesystemen und mikrofluidischen Modellen, die zelluläre Strukturen zeigen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Erkenntnisse aus der Lipidforschung, KI-gestützte Diagnostik und innovative Labormodelle ermöglichen präzisere Einblicke in Krankheitsmechanismen – von Rheuma bis zu altersbedingten Entzündungen.

Vitamin-E-Metabolite mit doppelter Schutzfunktion

Forscher der Universität Graz identifizierten langkettige Vitamin-E-Metabolite (LCM) mit einer besonderen Eigenschaft. Wie die Fachzeitschrift Acta Pharmaceutica Sinica B berichtet, wirken diese Stoffe nicht nur entzündungshemmend. Sie fördern aktiv die Auflösung bestehender Entzündungen.

In Versuchsmodellen reduzierten LCM entzündliche Immunzellen. Gleichzeitig regten sie Makrophagen dazu an, abgestorbene Zellen zu beseitigen. Die Struktur der Metabolite ähnelt übrigens Inhaltsstoffen der Bitterkola-Pflanze.

EP2-Rezeptor: Steuermechanismus des Alterns

Die Stanford Medicine veröffentlichte am 16. Juli eine Studie zum Zusammenhang zwischen Entzündungen und biologischem Altern. Im Fokus steht der EP2-Rezeptor auf Makrophagen. Eine Überstimulation durch das Lipid PGE2 beeinträchtigt die Reinigungsfunktion der Zellen – und fordert chronische Entzündungen.

Die gezielte Blockade dieses Rezeptors zeigte in Versuchen deutliche Effekte: Alterungssymptome in Herz, Leber und Gehirn ließen sich reduzieren. Ein Großteil der untersuchten Blutproteine behielt einen jugendlichen Zustand.

KI löst 25 Jahre altes Crohn-Rätsel

Die Chinesische Akademie der Wissenschaften präsentierte mit „Jingshi 100“ ein KI-Modellsystem für die Forschung. An der UC San Diego School of Medicine gelang der KI-Durchbruch in der Gastroenterologie: 53 Gene wurden identifiziert, die über den Zustand von Makrophagen entscheiden.

Besonders das NOD2-Protein spielt eine Schlüsselrolle. Bei Patienten mit Morbus Crohn verhindert eine Mutation die Bindung an das Protein Girdin – und löst so Entzündungsschübe aus.

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Organe auf dem Chip: Tierversuche ade

Das Wiener Unternehmen HeartBeat.bio züchtet Kardioide aus Stammzellen. Diese Herzmodelle testen Medikamente gegen Herzinsuffizienz vollautomatisiert. An der Universität Twente entstand ein „Gut-Brain Axis on Chip“ – ein mikrofluidisches System, das die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn nachbildet.

Der Clou: Forscher können Einflüsse von Nahrungsmitteln auf die kognitive Gesundheit untersuchen. Ohne Tierversuche.

Neue Diagnostik und Therapien auf dem Markt

Diabetes: Seit dem 18. Juli ist in Deutschland das Dexcom Flex verfügbar. Das System zur kontinuierlichen Glukosemessung senkt den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern um bis zu 0,7 Prozentpunkte.

Rheumatologie: Der Wirkstoff Zasocitinib (TYK2-Inhibitor) zeigte in Phase-3-Studien eine Remissionsquote von 77 Prozent bei Psoriasis der Kopfhaut. Die Zulassung wird angestrebt. Zudem empfehlen Fachrichtlinien seit Juni verstärkt Screenings auf Lungenerkrankungen bei Rheuma-Patienten.

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Mobile Diagnostik: Forscher der University of Illinois entwickelten den VPodDuo – ein taschengroßes Gerät, das Viren wie Zika oder HIV sowie Krebs-Biomarker in Minuten nachweist.

Kardiologie: Kliniken setzen vermehrt auf die Pulsed Field Ablation (PFA) bei Herzrhythmusstörungen. Das Verfahren verspricht kürzere Eingriffszeiten und schnellere Genesung.

Darmkrebs-Risiko: TL1A und Joghurt

Die Weill Cornell Medicine zeigt eine neue Verbindung zwischen chronischen Entzündungen und Krebs: Das Protein TL1A aktiviert Immunzellen im Darm, die wiederum Neutrophile im Knochenmark anregen. Diese wandern in den Darm und fördern dort Tumorwachstum.

Eine Blockade dieses Signalwegs könnte künftig als präventive Therapie gegen Darmkrebs bei IBD-Patienten dienen.

Und dann ist da noch die einfache Lösung: Die Chung Shan Medical University wertete Langzeitdaten der NHANES-Studie (2001–2020) aus. Ergebnis: Regelmäßiger Konsum von Joghurt oder Probiotika senkt das Darmkrebs-Risiko um bis zu 50 Prozent. Besonders Bifidobakterien im oberen Dickdarm scheinen zu schützen.

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