Darmkrebs, Rate

Darmkrebs unter 50: Rate bei britischen Männern steigt von 4,0 auf 8,4

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 17:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Internationale Daten zeigen mehr Darmkrebs bei Jüngeren; in Deutschland steigt die Gesamtkrebsrate leicht, während die Krebssterblichkeit sinkt.

Darmkrebs bei unter 50-Jährigen: Diagnosen nehmen in mehreren Ländern zu
Ein minimalistischer, leerer Behandlungsraum in einer medizinischen Einrichtung mit hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Eine Auswertung des World Cancer Research Fund (WCRF) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) bestätigt eine Zunahme bestimmter Krebserkrankungen bei Menschen unter 50 Jahren. Die Untersuchung stützt sich auf Daten zu zwölf Krebsarten in den USA, den Niederlanden und Großbritannien. Vor allem bei Darmkrebs zeigen sich deutliche Zuwächse in jüngeren Alterskohorten, während die Krebssterblichkeit in Deutschland insgesamt rückläufig ist.

Signifikanter Anstieg bei Darmkrebs in mehreren Ländern

Die internationale Erhebung des WCRF verdeutlicht markante Veränderungen im Erkrankungsgeschehen. In Großbritannien verdoppelte sich die Darmkrebsrate bei Männern unter 50 Jahren innerhalb von rund 20 Jahren von 4,0 auf 8,4 Fälle je 100.000 Personen.

Bei Frauen in derselben Altersgruppe stieg die Rate im gleichen Zeitraum von 3,8 auf 8,3 Fälle je 100.000 Personen. Zudem nahm Gebärmutterkrebs bei britischen Frauen unter 50 Jahren von 1,8 auf 3,9 Fälle je 100.000 zu, während Prostatakrebs bei jüngeren Männern von 1,0 auf 3,6 je 100.000 anstieg. Demgegenüber ging Lungenkrebs bei jüngeren Menschen zurück.

Die Auswertung des WCRF verzeichnet bei unter 50-Jährigen zudem steigende Fallzahlen bei Nierenkrebs sowie bei Frauen auch bei Brustkrebs. In Deutschland ergab eine Analyse von mehr als 28.000 Fällen aus zehn Krebsregistern zwischen 1999 und 2019 einen Anstieg der Gesamtkrebsrate bei unter 50-Jährigen von 92,0 auf 95,2 je 100.000, was einem Plus von rund 3 Prozent entspricht. Die Krebssterblichkeit sank im selben Zeitraum.

Betrachtet man den Zeitraum von 2003 bis 2023, stiegen die Darmkrebsdiagnosen bei 20- bis 49-Jährigen in Deutschland jährlich im Mittel um 0,8 Prozent bei Männern und um 0,9 Prozent bei Frauen.

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In Großbritannien hat sich die Darmkrebsrate bei Männern unter 50 in rund 20 Jahren von 4,0 auf 8,4 Fälle je 100.000 Personen verdoppelt — auch in Deutschland steigen die Diagnosen bei 20- bis 49-Jährigen jährlich. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten und wie Sie Ihr persönliches Risiko im Alltag senken. Kostenlosen Vorsorge-Ratgeber anfordern

Bei den 20- bis 29-Jährigen betrug das jährliche Plus 3,3 Prozent bei Männern beziehungsweise 3,9 Prozent bei Frauen, während die Fallzahlen bei den 40- bis 49-Jährigen weitgehend stabil blieben.

Ursachenforschung und Debatte um Screening-Programme

Die Ursachen für den Anstieg bei Personen unter 50 Jahren gelten weiterhin als unklar. Fachleute von WCRF und DKFZ diskutieren Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol- und Tabakkonsum, Ernährungsmuster, Umweltfaktoren sowie das Darmmikrobiom als mögliche Einflussgrößen. Auch eine verbesserte Diagnostik könnte zu den höheren Zahlen beitragen.

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Die Ursachen für den Anstieg von Darmkrebs bei unter 50-Jährigen gelten weiterhin als unklar — diskutiert werden Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol, Rauchen, Ernährung und das Darmmikrobiom. Wer heute gegensteuern will, findet in unserem kostenlosen Leitfaden sieben konkrete Alltagshebel und eine klare Orientierung, wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist. 7 Alltagshebel jetzt kostenlos sichern

Trotz der prozentualen Zunahme machen jüngere Erkrankte nach wie vor einen geringen Teil der Gesamtfälle aus. Laut dem DKFZ betreffen etwa 5 Prozent der jährlich rund 56.000 Darmkrebsfälle in Deutschland Menschen unter 50 Jahren.

Forschende sehen daher derzeit keinen Anlass, das allgemeine Darmkrebs-Screening auf jüngere Altersgruppen auszuweiten. Bei Warnzeichen wie Blut im Stuhl wird jedoch zu einer umgehenden ärztlichen Abklärung geraten, während Experten angesichts der Entwicklung schnelles Handeln fordern.

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