AIS-Ausschreibung der LÀnder: Bildungs-VerbÀnde laden zum Dialog ein
10.10.2025 - 09:20:00Mit dem AIS soll bis Oktober 2026 eine digitale Lernumgebung entstehen, auf der adaptive Lernmaterialien bereitgestellt, erstellt und genutzt werden können. Ein intelligentes Empfehlungs- und Tutorsystem soll die Lernenden unterstĂŒtzen und die LehrkrĂ€fte entlasten. LehrkrĂ€ften soll es so leichter gemacht werden, ihre SchĂŒlerinnen und SchĂŒler individuell zu fördern.
Schon heute ist jedoch eine groĂe Bandbreite von Produkten der Bildungswirtschaft sowie von Bildungsmedienverlagen und -anbietern auf dem Markt, deren FunktionalitĂ€ten denen des geplanten AIS Ă€hneln oder darĂŒber hinausgehen. Die unterzeichnenden VerbĂ€nde fordern deshalb jetzt in einem gemeinsamen Positionspapier einen verbesserten Dialog von Wirtschaft, Politik und Forschung. Neben Fragen nach Finanzierung, Marktanalyse und Betriebskonzept des geplanten AIS sind vor allem die Anbindung an die LĂ€nderplattformen sowie die Lernmanagementlösungen privater Anbieter und die Content-Strategie unklar.
"Die Unternehmen der digitalen Bildungswirtschaft sind ein Motor fĂŒr technologische Innovationen. Es braucht mehr klare politische Rahmenbedingungen, um diese Innovationen im Sinne der BildungsqualitĂ€t in wettbewerblichen Verfahren ins Schulsystem zu bringen. Ăffentliche Hand und Bildungswirtschaft können dieses Potenzial gemeinsam nutzen, wenn sie noch stĂ€rker in den gemeinsamen Dialog gehen.", sagt Dr. Christian BĂŒttner, 1. Vorsitzender des BĂŒndnisses fĂŒr Bildung. "Wir wollen aktiv dazu beitragen, diesen Dialog mit Leben zu fĂŒllen."
"Die Bildungswirtschaft hat jahrelange Expertise im Entwickeln und Bereitstellen von maĂgeschneiderten Produkten und Services fĂŒr Bildungseinrichtungen", so Dr. Hans-Joachim Prinz, PrĂ€sident des Didacta Verbandes. "Sie ist starker Partner von Schulen und TrĂ€gern." Eine engere Abstimmung von LĂ€ndern, Kommunen und TrĂ€gern mit der Bildungswirtschaft könne daher nur vorteilhaft sein - fĂŒr nachhaltige Lösungen fĂŒr zeitgemĂ€Ăe Bildung.
"Die LÀnder setzen DigitalPakt-Gelder ein, um ein System zu entwickeln, das in Konkurrenz steht zu vielen bereits vorhandenen Lernlösungen und dessen Nutzung die LÀnder aufgrund der schulgesetzlich verbrieften pÀdagogischen Freiheit den Schulen nicht vorschreiben können", so Dr. Anja Hagen, Vorsitzende des EdTech-Verbands. "Wir haben das technische und pÀdagogische Knowhow, den direkten Draht zur Praxis und die entsprechende UmsetzungsstÀrke. Wenn sich LÀnder und Bildungsunternehmen an einen Tisch setzen und miteinander statt gegeneinander zu arbeiten, können wir zum Wohle der Schulen so viel mehr schaffen."
"Die Bildungsmedienanbieter und -verlage sind die Experten fĂŒr die Entwicklung und Herstellung von Bildungsinhalten und deren didaktische Aufbereitung", sagt Maximilian Schulyok, Vorsitzender des Verband Bildungsmedien e. V.: "Wir unterstĂŒtzen Lehrende und Lernende auch beim Thema KI dabei, neue technische Möglichkeiten sicher und zuverlĂ€ssig didaktisch nutzbar zu machen. Es ist uns wichtig, jetzt in einen kontinuierlichen und strukturierten Dialog mit den LĂ€ndern einzusteigen, um die dafĂŒr nötigen Rahmenbedingungen gemeinsam festzulegen."
Die Rahmenbedingungen fĂŒr neue Infrastrukturen, auch im Rahmen lĂ€nderĂŒbergreifender Projekte, sowie fĂŒr regulatorische Anpassungen sollten frĂŒhzeitig, also schon im Zuge der Ideenfindung und Konzeption gemeinsam im Stile einer Public-Private-Partnership geklĂ€rt werden, heiĂt es im Positionspapier. Dies erfolge zum Nutzen der LĂ€nder wie auch der SchultrĂ€ger / Kommunen, die Gelder und weitere Ressourcen einsetzen mĂŒssen, der Unternehmen, die Planungssicherheit haben und insbesondere der Schulen, LehrkrĂ€fte, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler. Ein kontinuierlicher, strukturierter Dialog, sind die unterzeichnenden VerbĂ€nde ĂŒberzeugt, kann eine wichtige Stellschraube sein fĂŒr den Erfolg dieser Projekte und den zielgerichteten Mitteleinsatz.
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