Krebs, Deutschland

Krebssterblichkeit sinkt in fast allen Altersgruppen

02.02.2026 - 11:35:04

Das Statistische Bundesamt vergleicht die Situation bei Krebs mit der vor 20 Jahren und sieht viele positive Trends. Doch Krebs bleibt zweithÀufigste Todesursache - vor allem wegen einer Variante.

  • Das Bild zeigt einen Computertomographen. - Foto: Patrick Pleul/dpa

    Patrick Pleul/dpa

  • Ein Arzt zeigt auf ein Röntgenbild einer von Krebs befallenen Lunge. - Foto: Felix Hörhager/dpa

    Felix Hörhager/dpa

Das Bild zeigt einen Computertomographen. - Foto: Patrick Pleul/dpaEin Arzt zeigt auf ein Röntgenbild einer von Krebs befallenen Lunge. - Foto: Felix Hörhager/dpa

Krebs fĂŒhrt in Deutschland gerade bei Menschen im jĂŒngeren und mittleren Alter seltener zum Tod als noch vor 20 Jahren - auch wenn insgesamt die Zahl der an Krebs Gestorbenen steigt. Das geht aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamts zum Weltkrebstag am 4. Februar hervor.

Demnach sind bundesweit 230.400 Menschen im Jahr 2024 an Krebs gestorben - das waren zehn Prozent mehr als im Jahr 2004. «Der Anstieg ist vor allem auf die Alterung der Gesellschaft zurĂŒckzufĂŒhren», berichten die Statistiker. Das zeige die sogenannte altersstandardisierte Zahl der KrebstodesfĂ€lle: 2024 kamen demnach auf 100.000 Einwohner 273,5 Krebstote. 20 Jahre zuvor waren es noch 322,4.

Bessere Behandlungsmethoden, mehr FrĂŒherkennung

Die Sterblichkeit aufgrund von Krebs ging laut Bundesamt in nahezu allen Altersgruppen zurĂŒck. «Ursachen fĂŒr den RĂŒckgang der Sterblichkeit dĂŒrften verbesserte Behandlungsmethoden, Möglichkeiten zur FrĂŒherkennung und PrĂ€vention sein», so das Team Gesundheitsstatistiken.

Allerdings gibt es zwei Ausnahmen: in den seltenen FĂ€llen, in denen 5- bis 9-JĂ€hrige erkranken, und bei Menschen ĂŒber 90 Jahre. In diesen beiden Altersgruppen war die Zahl der SterbefĂ€lle aufgrund von Krebs etwas höher als 20 Jahre zuvor. 

Krebs war auch im Jahr 2024 die zweithÀufigste Todesursache

«Krebs ist daher – anteilig betrachtet – auch seltener die Todesursache als frĂŒher», fĂŒhrten die Wiesbadener Statistiker aus: «Der Anteil der an Krebs Verstorbenen an den TodesfĂ€llen insgesamt sank von 25,6 Prozent im Jahr 2004 auf 22,9 Prozent im Jahr 2024.» 

Krebs blieb dennoch auch im Jahr 2024 die zweithĂ€ufigste Todesursache, nur an Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems starben mehr Menschen. Die mit Abstand hĂ€ufigste krebsbedingte Todesursache war Lungen- und Bronchialkrebs. Er war fĂŒr ein FĂŒnftel aller krebsbedingten TodesfĂ€lle im Jahr 2024 ursĂ€chlich (45.100 TodesfĂ€lle). Danach folgten Darmkrebs (23.600 TodesfĂ€lle), BauchspeicheldrĂŒsenkrebs (19.500 TodesfĂ€lle), Brustkrebs (18.700 TodesfĂ€lle) und Prostatakrebs (15.500 TodesfĂ€lle).

Weniger Krankenhausbehandlungen 

Rund 1,45 Millionen Patientinnen und Patienten wurden im Jahr 2024 wegen einer Krebserkrankung im Krankenhaus behandelt, das waren 5,6 Prozent weniger als 2004.

Besonders hĂ€ufig werden Menschen im Alter von 60 bis 79 Jahren wegen Krebs in Kliniken aufgenommen. Mehr als die HĂ€lfte aller Krebspatienten war 2024 in dieser Altersgruppe. Ein FĂŒnftel der Krebspatienten war 80 Jahre und Ă€lter. Nur gut fĂŒnf Prozent waren unter 40 Jahre alt.

Sonderfall Darmkrebs: bei jĂŒngeren Menschen hĂ€ufiger

Wegen Darmkrebs wurden jĂŒngere Menschen im Jahr 2024 hĂ€ufiger im Krankenhaus behandelt als 20 Jahre zuvor: In den Altersgruppen der 15- bis 44-JĂ€hrigen stieg den Angaben zufolge die Zahl der Darmkrebsbehandlungen je 100.000 Einwohner, wĂ€hrend sie in den Ă€lteren Gruppen zurĂŒckging. 

Am deutlichsten war der Anstieg bei den 20- bis 24-JÀhrigen, wo die Zahl der BehandlungsfÀlle je 100.000 Einwohner von 2,6 im Jahr 2004 auf 3,6 im Jahr 2024 stieg. Unter den 35- bis 39-JÀhrigen war der Anstieg ebenfalls vergleichsweise hoch - von 21,8 FÀllen im Jahr 2004 auf 27,5 FÀlle im Jahr 2024. 

Zu den Ursachen fĂŒr diesen Trend Ă€ußerte sich das Bundesamt nicht. Experten vermuten als potenzielle GrĂŒnde mehr Übergewicht, ungesĂŒndere ErnĂ€hrung und weniger Bewegung.

@ dpa.de