Besorgniserregender, Cholera-Ausbruch

Besorgniserregender Cholera-Ausbruch im sĂŒdlichen Afrika

16.01.2024 - 14:34:54

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnt vor den langfristigen Folgen einer Choleraepidemie im sĂŒdlichen Afrika. Bisher gab es rund 3000 TodesfĂ€lle. Eine Entwarnung ist nicht in Sicht.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef fĂŒr das östliche und sĂŒdliche Afrika hat angesichts der seit Monaten andauernden Choleraepidemie in der Region Alarm geschlagen. In den 13 betroffenen LĂ€ndern seien bis Mitte Januar etwa 200.000 KrankheitsfĂ€lle und mehr als 3000 TodesfĂ€lle gemeldet worden. Es handele sich um einen der schlimmsten AusbrĂŒche seit Jahren, so die regionale Unicef-Direktorin Etleva Kadilli.

Besonders schwierig sei die Lage in Sambia, wo neun der zehn Provinzen von dem Ausbruch der Cholera betroffen seien. Mehr als die HÀlfte der Patienten seien Kinder unter 15 Jahren. Gerade erst hat das Land 1,4 Millionen Dosen Schluckimpfstoff gegen die lebensbedrohliche Krankheit erhalten. In Simbabwe gebe es in sÀmtlichen Provinzen des Landes FÀlle, so Unicef.

Die Epidemie belaste die Gesundheitssysteme der betroffenen LÀnder und verdeutliche die SchwÀchen der Hygiene-Infrastruktur, so Kadilli. Cholera wird durch ein Bakterium ausgelöst, zur Verbreitung trÀgt vor allem verunreinigtes Trinkwasser bei. Schwere RegenfÀlle, ausgelöst durch das WetterphÀnomen El Nino, haben in den vergangenen Monaten in mehreren LÀndern der Region die Trinkwassersituation verschlechtert.

Die Auswirkungen der Epidemie auf Kinder betrĂ€fen aber nicht nur die Gesundheit, sagte Kadilli mit Blick auf die Situation an den Schulen. «Lernverlust ist ein Anlass zu großer Sorge.» In Sambia beispielsweise bleiben die Schulen nach den Weihnachtsferien noch bis zum 29. Januar geschlossen, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden. Der Schutz von Kindern vor Infektionskrankheiten an den Schulen mĂŒsse verbessert werden, so Kadilli.

Cholera wird durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst, das im Darm ein Gift bildet. Zur Verbreitung trĂ€gt vor allem Trinkwasser bei, das mit FĂ€kalien oder Erbrochenem von Erkrankten verschmutzt ist, sowie verunreinigte Lebensmittel. Viele Infektionen verlaufen symptomlos. Doch in schweren FĂ€llen können der starke FlĂŒssigkeits- und Salzverlust binnen Stunden zu Kreislaufkollaps, MuskelkrĂ€mpfen bis hin zu Schock und Tod fĂŒhren.

@ dpa.de