DASH-Diät, Uhren

DASH-Diät: Drei epigenetische Uhren zeigen langsameres biologisches Altern

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 20:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zehn gesunde Ernährungsmuster stehen mit geringerem biologischem Alterungstempo in Verbindung; ein ursächlicher Effekt ist nicht belegt.
Frisches, rohes Gemüse, Beeren und Getreide auf einem Holztisch bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Detaillierte epigenetische Auswertungen einer Forschungsarbeit des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigen spezifische Zusammenhänge zwischen bestimmten Ernährungsweisen und dem biologischen Altern. Nach Korrekturen für Mehrfachvergleiche erwiesen sich insbesondere die DASH-Diät und die nordische Diät als wirksam über drei verschiedene epigenetische Uhren hinweg.

Ein Anstieg des DASH-Scores um eine Standardabweichung (4,4 Punkte) korrelierte mit einer Senkung des DunedinPACE-Scores um 0,10 Standardabweichungen sowie bei den Uhren GrimAge und PhenoAge um jeweils 0,03 Standardabweichungen.

Epigenetische Messung an 850.000 DNA-Stellen

Die Untersuchung, die am 15. September 2026 im Fachjournal Nature Communications erschien, stützt sich auf eine Datenbasis von 6.470 Teilnehmenden der Bonner Rheinland-Studie im Alter von 30 bis 95 Jahren mit einem Durchschnittsalter von 56,3 Jahren und einem Frauenanteil von 57 Prozent.

Zur Validierung wurden Daten von 1.034 Teilnehmenden der EPIC-Potsdam-Studie mit einem Durchschnittsalter von 49,9 Jahren herangezogen, sodass insgesamt rund 7.500 Personen analysiert wurden. An der Studie waren neben dem DZNE auch das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und die Universität Bonn beteiligt.

Das biologische Alter wurde über die DNA-Methylierung an rund 850.000 DNA-Stellen gemessen. Zum Einsatz kamen die drei epigenetischen Uhren GrimAge, PhenoAge und DunedinPACE. Damit berücksichtigte die Erhebung doppelt so viele DNA-Stellen wie die meisten Vorstudien. Während DASH und das nordische Muster bei allen drei Uhren messbare Effekte zeigten, wies das EAT-Lancet-Muster keinen Zusammenhang mit GrimAge und PhenoAge auf.

Gemeinsame Signalwege und spezifische Effekte

Insgesamt belegte die DZNE-Studie, dass zehn gesunde Ernährungsmuster – darunter mediterrane, nordische, pflanzenbasierte Kost sowie DASH und MIND – mit einem langsameren biologischen Altern verbunden sind.

Über 70 Prozent der betroffenen biologischen Signalwege, darunter Prozesse der Zellstruktur, Zellkommunikation und des Stoffwechsels, traten bei allen untersuchten Ernährungsformen gemeinsam auf.

Anzeige

Wer sich mit dem Einfluss der Ernährung auf die langfristige Gesundheit befasst, sollte auch die Rolle von Entzündungsprozessen im Körper kennen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie mit 12 natürlichen Lebensmitteln gegen Erschöpfung und Beschwerden vorgehen können. Ratgeber zur entzündungshemmenden Ernährung kostenlos anfordern

Bestimmte Mechanismen zeigten sich jedoch spezifisch: Signalwege bezüglich der Herzgesundheit traten ausschließlich bei der DASH-Diät zutage, während Signalwege für Kognition und Gedächtnis nur bei der MIND-Diät nachweisbar waren. Auffällig war zudem, dass der statistische Zusammenhang bei Rauchern stärker ausgeprägt war als bei Nichtrauchern, wobei die Ursache dafür bislang unklar bleibt.

Individuelle Spielräume statt strikter Dogmen

Die Untersuchung ergab ferner, dass lediglich 18 der 6.470 Bonner Teilnehmenden im obersten Viertel aller zehn Kriterien lagen. Kaum eine Person erfüllt alle zehn Standards gleichzeitig; Teilnehmende erzielten bei einzelnen Mustern hohe und bei anderen niedrige Werte.

Erstautorin Juliana Tavares erläuterte dazu, dass es kein einheitlich ideales Ernährungsmuster gebe. Die Wahl könne individuell nach persönlichen Vorlieben, kulturellem Hintergrund und Budget erfolgen, da das gesamte Repertoire ausschlaggebend sei.

Anzeige

Ein gesundes Ernährungsmuster ist eine wichtige Säule der Prävention, besonders um die geistige Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter zu sichern. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, welche 11 praktischen Alltagsübungen und Ernährungstipps Ihr Gehirn zusätzlich unterstützen. Kostenlosen Ratgeber für geistige Fitness herunterladen

Studienleiterin Monique Breteler hob hervor, dass die beobachteten Effekte messbar, jedoch nicht massiv und präventionsrelevant seien. Ein langsameres biologisches Altern könne dazu beitragen, das Risiko für Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie ohne Kausalnachweis handelt.

Die Bedeutung von Ernährungsmustern betonen auch Fachleute der Tufts School of Medicine. Kardiologe Dariush Mozaffarian verweist darauf, dass chronische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte, Diabetesfolgen und Immunerkrankungen stark mit umfassenden Mustern zusammenhängen und nicht mit isolierten Vitaminen.

Eine westliche Ernährungsweise mit Weißmehl, stark verarbeiteten Produkten und Softdrinks stehe in Verbindung mit Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden, Übergewicht und Diabetes. Im Gegensatz dazu beziehe beispielsweise eine traditionelle mediterrane Kost 43 Prozent ihrer Kalorien aus Fett, vor allem in Form pflanzlicher Öle.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70387524 |