Grasfroschweibchen entgehen MĂ€nnchen durch Totstellen
11.10.2023 - 03:24:48Um den zahlreichen paarungswilligen MĂ€nnchen zu entgehen, zeigen Grasfroschweibchen laut einer Berliner Studie verschiedene Abwehrstrategien. Besonders erstaunlich sei die Beobachtung gewesen, dass sich die weiblichen Tiere auch manchmal tot stellen, wie das Museum fĂŒr Naturkunde Berlin zu einer aktuellen Studie ihrer Forscher Carolin Dittrich und Mark-Oliver Rödel mitteilte.
Weibchen strecken dabei demnach ihre Vorder- und Hinterbeine steif aus und bewegen sich nicht, bis das MÀnnchen loslÀsst. Es komme auch vor, dass sie ihren Körper wegdrehen oder dass sie etwa typische Rufe von MÀnnchen nachmachen - vermutlich, um zu zeigen, dass sie nicht paarungsbereit sind.
FĂŒr Weibchen manchmal tödlich
Bei diesen Fröschen beschrĂ€nkt sich das Brutgeschehen auf wenige Tage bis zwei Wochen im FrĂŒhjahr, wie das Naturkundemuseum erlĂ€utert. Dabei versammeln sich nach Forscherangaben massenhaft Tiere am Teich, wobei MĂ€nnchen in groĂer Ăberzahl sind und um die selteneren Weibchen konkurrieren.
«Die MĂ€nnchen sind nicht wĂ€hlerisch und umklammern mit groĂer Kraft alles, was sich bewegt», hieĂ es. Bisher habe man angenommen, dass sich die Weibchen «nicht gegen die Nötigung durch die MĂ€nnchen wehren können». Manchmal klammerten viele MĂ€nnchen ein Weibchen. Die Forscher sprechen hierbei von einem «Paarungsball», der fĂŒr Weibchen hĂ€ufig tödlich ende.
Schutz vor dem Paarungsball
Die beobachteten Taktiken zeigten jedoch, dass die Weibchen in diesen Situationen nicht so passiv und hilflos seien wie bisher oft gedacht. Das Totstellen könne gestressten Weibchen vermutlich helfen, sich vor einem womöglich tödlichen Paarungsball zu schĂŒtzen. Das Wegdrehen könne auch ein Versuch sein, die StĂ€rke und Ausdauer von Partnern zu testen, berichtet das Autorenduo in der Studie. AuffĂ€llig: Kleine Weibchen nutzten alle drei Strategien laut der Studie hĂ€ufiger als gröĂere Artgenossinnen und hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit zu entkommen. Die Studie ist im Journal «Royal Society Open Science» erschienen.
Das Totstellen im Zusammenhang mit der Paarung wertete Dittrich in einer Mitteilung als «auĂergewöhnlich». «Gemeinhin geht man davon aus, dass diese Strategie als letztes zur Anwendung kommt, um nicht von Raubtieren gefressen zu werden.»


