Hautkrebs: WHO fordert besseren UV-Schutz fĂŒr Arbeiter
08.11.2023 - 16:11:02Bei der Arbeit im Freien fĂŒhrt UV-Strahlung laut einer UN-Studie weltweit zu etwa 19.000 TodesfĂ€llen durch hellen Hautkrebs pro Jahr. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) veröffentlichten am Mittwoch in Genf erstmals eine SchĂ€tzung zu solchen berufsbedingten TodesfĂ€llen. Jeder dritte tödliche Fall dieser Krebsart sei auf Sonnenstrahlung bei der Arbeit zurĂŒckzufĂŒhren, hieĂ es in der Studie.
Arbeitsbedingte TodesfĂ€lle von hellem Hautkrebs wegen der UV-Belastung haben sich demnach zwischen 2000 und 2019 fast verdoppelt. Die GrĂŒnde dafĂŒr sind noch nicht erforscht. Experten von ILO und WHO nannten genauere Diagnosen, den Klimawandel, sowie VerĂ€nderungen im Agrar- und Bausektor als mögliche Faktoren.
«Eine sichere und gesunde Umgebung ist ein fundamentales Arbeitsrecht», sagte ILO-Generaldirektor Gilbert Houngbo. Er wies darauf hin, dass TodesfĂ€lle durch Krebs kostengĂŒnstig vermieden werden könnten. Die WHO forderte, Arbeiterinnen und Arbeiter schon in jungem Alter vor UV-Strahlung zu schĂŒtzen - etwa mit breitkrempigen Kopfbedeckungen, langen Ărmeln und Hosen sowie Sonnencreme.
AuĂerdem sollten laut WHO Arbeitsschichten verlegt werden, damit sie nicht in die Zeit des höchsten Sonnenstandes fallen. In Bahrain, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten werde dies bereits umgesetzt, sagte WHO-Experte Frank Pega. Er nannte auch den US-Bundesstaat Kalifornien, wo Arbeiter ein Recht auf Schatten haben, sowie China, wo HitzebeschrĂ€nkungen fĂŒr die Arbeit im Freien bestehen. Pega wies jedoch darauf hin, dass weltweit 61 Prozent aller arbeitenden Menschen informell beschĂ€ftigt seien und daher oft nicht von Regeln zum Arbeitsschutz geschĂŒtzt seien.
Die Studie bezieht sich nur auf nicht-melanotischen Hautkrebs, der allgemein als heller oder weiĂer Hautkrebs bekannt ist. Melanome, die sich als dunkle VerĂ€nderungen der Haut zeigen, wurden hingegen nicht berĂŒcksichtigt. Laut Pega ist es noch nicht gelungen, den Zusammenhang zwischen berufsbedingter UV-Strahlung und dieser oft tödlichen Krebsart statistisch zu erfassen. Es werde wohl noch einige Jahre dauern, bis das gesamte Hautkrebs-Risiko fĂŒr Arbeitende berechnet werden könne, sagte er.


