Datenleck Liechtenstein: 31.000 Datensätze aus Transparenzregister gestohlen
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unbekannte Täter haben sich Zugriff auf das liechtensteinische Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen verschafft. Rund 31.000 Datensätze wurden gestohlen.
Der Angriff ereignete sich in der Nacht auf den 30. Juli und wurde am Folgetag entdeckt. Die Regierung bestätigte den Vorfall am 3. August. Betroffen ist das Transparenzregister, das im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung geführt wird – dort sind die tatsächlichen Eigentümer von Firmen, Stiftungen und anderen juristischen Personen erfasst.
Gezielter Angriff auf sensible Unternehmensdaten
Regierungschefin Brigitte Haas zufolge umfassen die gestohlenen Informationen Namen, Geburtsdaten, Staatsangehörigkeit und Wohnsitzland der Betroffenen. Bankdaten seien nicht betroffen, ebenso wenig gebe es Hinweise auf Manipulationen im System.
Das betroffene System wurde umgehend vom Netz genommen. Ein Krisenstab unter der Leitung von Haas und Justizminister Emanuel Schädler koordiniert die Maßnahmen. Lösegeldforderungen liegen bislang nicht vor, und die Daten sind noch nicht im Darknet aufgetaucht.
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Die Behörden kündigten an, die betroffenen Personen zu informieren. Eine Fachanwältin warnt vor Folgerisiken: Die gestohlenen Daten könnten für Identitätsmissbrauch oder gezielte Phishing-Angriffe genutzt werden.
Cyberangriff auch in Luxemburg
Parallel dazu meldete die luxemburgische Arbeitnehmerkammer CSL einen Angriff auf ihre Server. Rund 630.000 Mitglieder könnten betroffen sein – neben Kontaktinformationen möglicherweise auch Finanzdaten. Die CSL warnt vor Betrugsversuchen per E-Mail, SMS oder Telefon. Ein Zusammenhang zwischen beiden Angriffen ist nicht bestätigt.
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Der Vorfall dürfte die Diskussion um die Sicherheit von Transparenzregistern weiter anheizen. Angesichts geplanter EU-Verschärfungen, die 2027 die Erfassung weiterer privater Daten vorsehen, rückt der Schutz solcher Systeme zunehmend in den Fokus. Auch das deutsche Innenministerium steht laut Berichten bereits in Kontakt mit den liechtensteinischen Behörden.
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