Datenlecks, Millionen

Datenlecks: 149 Millionen Anmeldedaten im Darknet gefunden

Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 22:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberangriffe auf Dienstleister legen sensible Kundendaten offen. Betrugsfälle und Deepfakes nehmen zu, der Schaden pro Vorfall liegt bei rund 900 Euro.

Datenlecks bei IT-Dienstleistern: Energie, Handel und Tech betroffen
Abstrakte Darstellung von Identitätsdiebstahl und Datenlecks: Leuchtende Codezeilen fließen über eine dunkle, fragmentierte Stadtlandschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehrere Datenlecks bei IT-Dienstleistern haben sensible Kundeninformationen großer Energieversorger, Einzelhändler und Tech-Konzerne kompromittiert. Kriminelle nutzen die gestohlenen Daten für betrügerische Bestellungen, Abofallen und Deepfakes. Pro Schadensfall entstehen Verluste von rund 900 Euro.

Energieversorger im Visier von Hackern

Besonders hart traf es die Energiewirtschaft. Bei den Unternehmen Netze BW und Stuttgart Netze flossen Stammdaten ab. Auslöser war ein Hackerangriff auf einen Münchner Dienstleister, der zum Jahreswechsel tausende neue Stromzähler installieren sollte.

Die gestohlenen Datensätze enthalten Namen, Anschriften, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Zählernummern und Fotos von Messeinrichtungen. Auch die Hamburger Energienetze meldeten einen ähnlichen Vorfall bei ihrem Dienstleister Enseco – dieser liegt rund einen Monat zurück.

Die Netzsteuerung sei nicht betroffen, betonen die Verantwortlichen. Auch Bankdaten wurden nicht entwendet. Dennoch warnen Experten vor gezieltem Phishing und der unbefugten Kündigung von Stromverträgen.

Lidl-Datenleck: Auch Einzelhandel betroffen

Mitte der Woche gab die Schwarz-Gruppe ein Datenleck bei Lidl bekannt. Ein externer IT-Partner wurde kompromittiert – Kundendaten aus Deutschland und den Niederlanden flossen ab. Betroffen sind unter anderem Namen, Geburtsdaten und Kundennummern.

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Das Unternehmen hat Strafanzeige erstattet und rät betroffenen Kunden zur Vorsicht bei verdächtigen Nachrichten.

149 Millionen Anmeldedaten im Darknet

Das Ausmaß der Bedrohung wird durch eine globale Datenpanne deutlich. Sicherheitsforscher Jeremiah Fowler identifizierte eine Datenbank mit 149 Millionen Anmeldedaten. Rund 50 Millionen Datensätze lassen sich Diensten wie Gmail, Yahoo, Outlook, Netflix sowie sozialen Netzwerken und Onlinebanking-Plattformen zuordnen.

Der Dienst „Have I Been Pwned“ meldete zudem über 800.000 Kundendatensätze des Messgeräteherstellers Fluke. Diese Daten stammen angeblich aus einem Angriff auf Salesforce-Systeme.

Auch der KI-Sektor bleibt nicht verschont. Der Musikgenerator Suno bestätigte ein Datenleck bei seinen Trainingsdaten. Vermutlich trainierte das Modell mit Millionen Audioclips von YouTube Music und Deezer sowie rund einer Million Stunden Podcast-Material. Am 31. Juli 2026 steht ein Urteil in einem Urheberrechtsverfahren an, das große Musiklabels und die GEMA angestrengt haben.

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Da Millionen Anmeldedaten im Darknet kursieren, ist die Abkehr von klassischen Passwörtern der sicherste Schutz. Ein kostenloser Report zeigt, wie Sie die neue Passkey-Technologie bei Amazon, Microsoft und WhatsApp sofort einrichten. Jetzt Gratis-Report: Sicher und passwortlos anmelden herunterladen

So schützen Sie sich

Juristen und Verbraucherschützer raten zu schnellem Handeln. Nach einem bekannten Datenleck sollten Sie:

  • Passwörter sofort ändern
  • Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) aktivieren
  • Bei Verdacht auf Bankdaten-Missbrauch: Kreditinstitut informieren und Strafanzeige stellen
  • Unerwartete Schreiben oder Zahlungsaufforderungen über offizielle Hotlines verifizieren – niemals Links anklicken oder blind zahlen

Beim Online-Handel gilt: Sichere Zahlungswege mit Käuferschutz nutzen und persönliche Daten sparsam preisgeben.

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