Debeka-Civey-Umfrage, Einkommensausfall

Debeka-Civey-Umfrage: 51 Prozent kommen bei Einkommensausfall kaum drei Monate aus

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Debeka-Civey-Erhebung zeigt begrenzte finanzielle Puffer: 51 Prozent der Befragten könnten höchstens drei Monate ohne Einkommen auskommen.
Ein minimalistischer, heller Wohnraum mit Holzboden und neutraler Wandgestaltung in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Ein plötzlicher Wegfall des Einkommens stellt viele Privathaushalte vor akute Probleme. Eine Befragung von Civey im Auftrag der Debeka vom 9. September 2026 verdeutlicht die Anfälligkeit der privaten Absicherung: 51 % der befragten Bürger könnten bei einem vollständigen Einkommensausfall ihre laufenden Ausgaben höchstens drei Monate lang bestreiten.

Geringe Reichweite bei plötzlichem Ausfall

Die Erhebung von Debeka und Civey schlüsselt die finanzielle Reichweite der Haushalte detailliert auf. Demnach gaben 22 % an, laufende Fixkosten weniger als vier Wochen decken zu können. Bei 29 % reicht das Ersparte für ein bis drei Monate, während 26 % zwischen drei und sechs Monaten überbrücken könnten.

Lediglich 23 % der Teilnehmer verfügen über Reserven für mehr als sechs Monate. Zudem zeigte sich eine deutliche Geschlechterdifferenz: Fast doppelt so viele Frauen wie Männer berichteten, dass ihr Haushalt im Ernstfall weniger als einen Monat überstehen würde.

Die methodische Basis bildete eine repräsentative Online-Befragung von 1.000 volljährigen Bundesbürgern ohne Rentner sowie 1.000 privat Vorsorgenden. Der statistische Fehler liegt zwischen 5,9 und 6,4 Prozentpunkten.

Unerwartete Sonderausgaben als Hürde

Auch punktuelle Belastungen bereiten zahlreichen Menschen Schwierigkeiten. Laut der Debeka-Civey-Studie könnten 37 % der Befragten eine unerwartete Rechnung in Höhe von 3.000 Euro nicht kurzfristig ohne finanzielle Probleme begleichen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen liegt dieser Anteil bei 63 %.

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Haushalte mit Kindern sind mit 46 % ebenfalls deutlich häufiger betroffen als kinderlose Haushalte mit 34 %. Geraten die Finanzen unter Druck, würden 54 % der Befragten zunächst ihren Konsum einschränken; lediglich 14 % würden laufende Sparbeiträge oder die Altersvorsorge reduzieren.

Dass bereits geringere Summen Haushalte fordern, zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes aus der Erhebung EU-SILC 2025. Damals waren 31,9 % der Haushalte nicht in der Lage, unerwartete Ausgaben von mindestens 1.300 Euro zu tragen.

Empfehlungen und internationale Daten zur Vorsorge

Zur Absicherung unvorhergesehener Engpässe empfiehlt die Verbraucherzentrale einen Notgroschen in Höhe von zwei bis drei Nettomonatsgehältern, der flexibel auf einem Tagesgeldkonto vorgehalten werden sollte. In Deutschland schützt die gesetzliche Einlagensicherung Bankguthaben bis zu 100.000 Euro je Person und Kreditinstitut, während Wertpapiere wie Aktien und Fonds nicht unter diese Garantie fallen.

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Internationale Erhebungen weisen ähnliche Muster auf. Eine Umfrage der Danske Bank in Dänemark ergab, dass unvorhergesehene Ausgaben für 32 % die größte finanzielle Sorge darstellen, gefolgt von Fragen nach dem gewünschten Lebensstil mit 30 % und der Altersvorsorge mit 21 %. Rund 75 % besitzen dort bereits einen finanziellen Puffer, wobei als Richtwert zwei bis drei Monatseinkommen nach Steuern gelten.

Für Österreich ermittelte eine Sparstudie von IMAS International für die Erste Bank und Sparkassen aus dem Befragungszeitraum vom 13. Juli bis 4. August 2026, dass 90 % der Menschen gezielt für einen Notgroschen sparen.

Dennoch bleibt 40 % der Befragten in Vorarlberg am Monatsende nichts zum Sparen übrig, was einem Zuwachs von 15 Prozentpunkten entspricht. Die Sparformen führen dort Sparkonten und Sparbücher mit 77 % an, gefolgt von Wertpapieren und Bausparen mit jeweils 42 %, Gold mit 30 % sowie Kryptowährungen mit 22 %.

Gleichzeitig trübt sich die Konsumstimmung ein: Für November 2026 prognostizieren NIM und GfK einen Konsumklimawert von -30,8 Punkten, nach -22,5 Punkten im November 2025. Laut Statistischem Bundesamt lag die Sparquote der privaten Haushalte im Jahr 2025 in Deutschland bei knapp 19 %, in Österreich bei knapp 16 % und in Italien bei rund 11 %, während der EU-Durchschnitt gut 14 % betrug. Statistik Austria und WIFO bezifferten die vorläufige Sparquote für Österreich 2025 auf 10,0 %; für 2026 erwartet das WIFO einen Rückgang auf 8,7 %.

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