DeepSeek, DHS

DeepSeek: DHS ordnet Entfernung aus zivilen US-Behördennetzen an

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 21:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zivile US-Bundesstellen müssen DeepSeek-Software entfernen; das DHS verweist auf mögliche Datenabflüsse und Sicherheitsrisiken.
Ein leerer, modern gestalteter Flur in einem US-Regierungsgebäude mit neutralen Wänden und Marmorboden. Illustration mit AI erstellt.

Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat die Entfernung von Produkten und Diensten des chinesischen Anbieters DeepSeek aus den IT-Systemen ziviler US-Bundesbehörden angeordnet.

Der Erlass untersagt den betroffenen Stellen zudem künftig den Erwerb entsprechender Software sowie von Anwendungen Dritter, die auf Modellen des Unternehmens basieren. Wie aus Medienberichten vom 19. Oktober 2026 hervorgeht, schließt die Verfügung das Unternehmen überdies von künftigen Bundesverträgen aus.

Ausschluss für zivile Exekutivbehörden

Die formelle Richtlinie unter der Bezeichnung „Exclusion and Removal Order #2026-01" wurde am 24. Juli 2026 von Heimatschutzminister Markwayne Mullin unterzeichnet. Die Veröffentlichung im US-Bundesregister war für den 20. Oktober 2026 vorgesehen.

Betroffen von den Restriktionen sind zivile Exekutivbehörden, darunter die Umweltbehörde EPA sowie die Kommunikationsaufsicht FCC. Diese sind verpflichtet, vorhandene Installationen aus ihren Netzen zu beseitigen und künftige Anschaffungen zu unterbinden.

Behörden können schriftliche Ausnahmeanträge innerhalb einer Frist von 60 Tagen nach Erlass einreichen. Ausdrücklich nicht erfasst sind Systeme der nationalen Sicherheit („Sensitive Compartmented Systems"). Die Regelung stellt zudem kein Verbot für Verbraucher oder die Privatwirtschaft dar.

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Inhaltlich richtet sich der Bann gegen IT-Produkte und -Dienste der Muttergesellschaft Hangzhou DeepSeek Artificial Intelligence sowie gegen Systeme, die unter Nutzung der DeepSeek-Modelle oder deren Basistechnologie entwickelt wurden. Der Entwickler hat seinen Sitz in Hangzhou und wird vom Hedgefonds High-Flyer finanziert.

Sicherheitsbedenken und potenzielle Datenabflüsse

Das Ministerium führte mehrere Bedrohungsvektoren als Begründung für den Schritt an. Laut der Einschätzung des DHS birgt die Nutzung der Modelle das Risiko, dass sensible Daten an die Volksrepublik China übermittelt werden. Dies könne dazu führen, dass verwertbare Erkenntnisse über US-Bürger oder staatliche Institutionen gewonnen werden.

Als weitere Gefahrenmomente benannte das Ministerium die Datenübertragung an gehostete Modelle, den Zugriff auf Unternehmenssysteme nach chinesischem Recht sowie Serverstandorte in China. Zudem könnten die Programme Schadcode oder Sicherheitslücken aufweisen.

Vorherige Restriktionen auf Bundes- und Staatsebene

Die Entscheidung des Ministeriums schließt an die Veröffentlichung der Modellversion V4.1-Flash-1017 durch DeepSeek an. Bereits ein behördliches Memorandum vom Juli 2026 sah vor, den Datenverkehr zu Websites der Regierung zu überwachen.

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Zuvor hatten bereits das US-Handelsministerium sowie die Navy Verbote gegen DeepSeek verhängt. Auch auf Ebene der US-Bundesstaaten gab es entsprechende Schritte: Die Bundesstaaten New York, Tennessee und Virginia hatten den Einsatz der Software vor dem DHS-Beschluss untersagt.

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