DEI-Regulierung: USA verhÀngen Millionenstrafen gegen PayPal und IBM
01.07.2026 - 07:04:02 | boerse-global.de
Mit Millionenstrafen gegen PayPal und IBM leitet die US-Regierung eine neue Ăra der Regulierung von DiversitĂ€tsinitiativen ein. Die Behörden nutzen zunehmend bestehende Gesetze, um rassen- und geschlechtsbezogene Kriterien in Unternehmen und Forschung zu bekĂ€mpfen.
Milliarden-Settlement und neue Rechtsauslegung
Das US-Justizministerium (DOJ) einigte sich mit PayPal auf einen Vergleich von ĂŒber 535 Millionen Euro. Der Zahlungsdienstleister bestreitet jedoch jegliches Fehlverhalten. Parallel dazu zahlte IBM 17 Millionen Euro im Rahmen des False Claims Act â wegen angeblich diskriminierender Einstellungskriterien.
Diese FÀlle sind kein Zufall. Sie folgen einem Erlass vom 26. MÀrz 2026, der Bundesbehörden anweist, bestimmte DEI-Praktiken bei RegierungsauftrÀgen zu unterbinden. Die Botschaft ist klar: Wer Staatsgelder erhÀlt, muss mit schÀrferen Kontrollen rechnen.
EEOC Àndert Strategie
Auch die US-Kommission fĂŒr Chancengleichheit am Arbeitsplatz (EEOC) hat ihren Kurs geĂ€ndert. Unter der kommissarischen Vorsitzenden Andrea Lucas verabschiedete die Behörde Anfang Juni einen neuen nationalen Durchsetzungsplan, der bis 2028 gilt.
Der Fokus liegt nun auf direkter Diskriminierung â nicht mehr auf indirekten Benachteiligungseffekten. Konkret bedeutet das: DEI-Programme, die bestimmte Gruppen bevorzugen, stehen im Visier. Bereits im Mai verklagte die EEOC die New York Times wegen ihres DiversitĂ€tsplans, im Februar Coca-Cola Beverages Northeast wegen geschlechtsspezifischer Retreats.
Grundsatzurteil zu Diskriminierungsrichtlinien
Ein juristischer Paukenschlag folgte am 9. Juni: Das DOJ-RechtsbĂŒro erklĂ€rte die jahrzehntealten Richtlinien der EEOC zur indirekten Diskriminierung fĂŒr verfassungswidrig. Die BegrĂŒndung: Sie wĂŒrden die Beweislast unfair verteilen und die Anforderungen an Arbeitgeber senken.
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Parallel dazu schlug die EEOC Mitte Mai vor, die obligatorische EEO-1-Berichterstattung fĂŒr Unternehmen mit ĂŒber 100 Mitarbeitern abzuschaffen. Der Vorschlag liegt derzeit bei der Regulierungsbehörde OIRA, die bis zum 12. August entscheiden muss.
False Claims Act als scharfes Schwert
Die Bundesbehörden entdecken den False Claims Act als Instrument gegen DEI-Programme neu. In einer Anhörung vor dem ReprÀsentantenhaus am 24. Juni bestÀtigte eine hochrangige DOJ-Vertreterin, dass man sich auf falsche Zertifizierungen bei ForschungsauftrÀgen konzentriere.
Das eröffnet neue Möglichkeiten: Die Regierung kann sich privaten Klagen gegen ZuschussempfĂ€nger anschlieĂen â etwa wenn UniversitĂ€ten gegen Auflagen zu DEI-Praktiken verstoĂen.
Das Office of Management and Budget schlug am 29. Mai vor, bestehende Richtlinien in verbindliche Regeln umzuwandeln. Diese wĂŒrden die Verwendung von Bundesmitteln fĂŒr bestimmte DEI-MaĂnahmen und sogenannte âGender-Ideologie" verbieten. Die National Science Foundation will diese Regeln bereits ab Oktober ĂŒbernehmen. Die öffentliche Konsultation lĂ€uft noch bis zum 13. Juli.
Hochschulen unter Druck
Besonders hart trifft der Kurswechsel die akademische Welt. Am 16. Juni unterzeichneten Bildungsministerium und DOJ ein Abkommen, das die Durchsetzung von BĂŒrgerrechten neu strukturiert. KĂŒnftig kann die BĂŒrgerrechtsabteilung des DOJ Beschwerden bearbeiten, die zuvor allein beim Bildungsministerium lagen.
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Die Folgen zeigen sich rasch: Am 29. Juni reichte das Equal Protection Project eine Bundesklage gegen die University of Southern California und die Loyola Marymount University ein. Der Vorwurf: Ein reines Latino-JugendfĂŒhrungsprogramm verstoĂe gegen Bundesgesetze. Die LMU hatte das Programm vom 24. bis 28. Juni ausgerichtet, die USC plant eine weitere Runde im Juli.
Und die Ohio State University steht ebenfalls im Fokus: Die BĂŒrgerrechtsabteilung des DOJ fordert zehn Jahre Zulassungsdaten der medizinischen FakultĂ€t â von 2019 bis 2026. Die Behörde prĂŒft, ob die UniversitĂ€t bei der Auswahl ihrer Studierenden rassistisch diskriminiert hat.
