Deliveroo und Coco Robotics: Lieferroboter starten im Oktober in London
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 19:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Lieferdienst Deliveroo und das Technologieunternehmen Coco Robotics haben eine exklusive Partnerschaft für automatisierte Lieferungen im Vereinigten Königreich gestartet. Der Rollout der elektrischen Lieferroboter beginnt im Oktober 2026 im Londoner Finanzviertel Canary Wharf.
Im weiteren Verlauf soll der Dienst auf Milton Keynes, Leeds, Stockton-on-Tees und Nottingham ausgeweitet werden. Für Deliveroo stellt die Kooperation den ersten Einsatz autonomer Lieferfahrzeuge auf dem britischen Markt dar.
Technische Ausstattung und bisherige Einsätze
Die vollelektrischen Roboter von Coco Robotics erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 21 km/h und bieten ausreichend Stauraum für bis zu vier 18-Zoll-Pizzen. Im regulären Betrieb bewegen sich die Fahrzeuge auf Gehwegen in Schrittgeschwindigkeit, um Kurzstrecken auf der sogenannten letzten Meile zu bedienen.
Zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenraum teilt das System zudem Echtzeit-Bordsteindaten mit der Navigationsanwendung BlindSquare. Als Hauptinvestor des im Jahr 2020 gegründeten Robotikunternehmens fungiert OpenAI-Chef Sam Altman.
Vor der Expansion nach Großbritannien wickelte Coco Robotics nach Unternehmensangaben bereits mehr als 500.000 emissionsfreie Lieferungen für über 4.500 Gastronomiebetriebe und Händler in den USA sowie in Europa ab. Das Unternehmen kooperiert dort bereits im Rahmen von Partnerschaften mit DoorDash und Wolt in Städten wie Los Angeles, San Jose, Chicago, Miami, Washington D.C. und Helsinki.
Partner und lokale Einbindung
Deliveroo selbst wurde 2013 gegründet und ist seit Ende 2025 Teil des US-Konzerns DoorDash, der das Unternehmen für 2,9 Milliarden Pfund übernahm. Deliveroo ist in über 40 Ländern aktiv. DoorDash sammelte bereits eigene Erfahrungen mit Automatisierung und betreibt in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona einen Lieferroboter namens Dot.
Der Rollout beginnt im Oktober 2026 in Canary Wharf, danach folgen Milton Keynes, Leeds, Stockton-on-Tees und Nottingham — und für Gastronomiebetriebe verschiebt sich damit die Kalkulation der letzten Meile. Wer früh versteht, welche Kosten, Partner und Betriebsabläufe auf ihn zukommen, entscheidet schneller als die Konkurrenz. Kostenvergleich letzte Meile jetzt anfordern
In London zählen Gastronomiebetriebe wie Patty&Bun, Signorelli und Beam zu den ersten Partnern des neuen Dienstes. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen unter anderem Ole & Steen, Royal China sowie Din Tai Fung folgen.
In Milton Keynes, wo das Vorhaben unter anderem von Smoke and Pepper sowie 5 Akhis genutzt wird, stieß die Ankündigung auf kommunale Unterstützung: Der Milton Keynes City Council begrüßte den Start des neuen autonomen Dienstes von Coco Robotics und Deliveroo. Die Stadt war bereits der landesweit erste Standort für Gehweg-Lieferroboter.
Debatte um Gehwegsicherheit
Trotz der behördlichen Unterstützung in einzelnen Kommunen sorgt der zunehmende Einsatz von Lieferrobotern im öffentlichen Raum für Diskussionen. Einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Fußgänger-Lobbyorganisation Living Streets zufolge sprachen sich 60 Prozent der Befragten für ein Verbot der Roboter auf Gehwegen aus.
Nicht jede Kommune heißt Gehweg-Roboter willkommen: Eine Umfrage im Auftrag einer Fußgänger-Lobby zeigt 60 Prozent Zustimmung zu einem Verbot, 80 Prozent äußern Bedenken für blinde Menschen. Wer als Gastronom trotzdem planen will, braucht einen belastbaren Compliance-Fahrplan statt Hoffnung. Compliance-Leitfaden Gehweg-Roboter jetzt sichern
Zudem äußerten 80 Prozent der Umfrageteilnehmer Bedenken hinsichtlich möglicher Probleme für blinde Menschen, während 79 Prozent Hürden für mobilitätseingeschränkte Fußgänger befürchteten. Dem wollen die Betreiber durch niedrige Geschwindigkeiten und barrierefreie Datenschnittstellen begegnen.
