Deliveroo, Coco

Deliveroo und Coco Robotics: Zwölfmonatiger Robotertest startet in London

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 00:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der zwölfmonatige Test in Canary Wharf markiert Coco Robotics’ Eintritt in Großbritannien; eine YouGov-Umfrage zeigt Bedenken zur Gehwegnutzung.

Deliveroo und Coco Robotics starten Roboter-Lieferungen in London
Ein beleuchteter, leerer Gehweg im Londoner Finanzviertel bei Dämmerung mit moderner Architektur und urbaner Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Lieferdienst Deliveroo und der Robotik-Spezialist Coco Robotics haben am 5. Oktober 2026 eine exklusive Partnerschaft für autonome Lieferungen im Vereinigten Königreich angekündigt. Das Projekt beginnt im Oktober 2026 mit einem zunächst auf zwölf Monate angelegten Testlauf im Londoner Finanzviertel Canary Wharf.

Für Deliveroo ist es der erste Einsatz selbstfahrender Lieferfahrzeuge im britischen Markt, während Coco Robotics damit seinen Markteintritt im Land vollzieht. Im Anschluss an die Testphase in London soll das System schrittweise auf die Städte Milton Keynes, Leeds, Stockton-on-Tees und Nottingham ausgeweitet werden.

Technik und Flottenbetrieb auf der letzten Meile

Die von Coco Robotics entwickelten Fahrzeuge fahren vollelektrisch und sind primär für kurze Lieferstrecken auf Gehwegen vorgesehen. Sie bewegen sich üblicherweise im Schritttempo und nutzen für die Orientierung eine Kombination aus Sensoren, Kameras sowie KI-gestützter Navigation.

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Um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu unterstützen, werden von den Systemen erkannte Gefahrenstellen auf Gehwegen mit der Navigationsplattform BlindSquare geteilt. Wie das Branchenmagazin The Grocer berichtete, können die Einheiten technisch Geschwindigkeiten von bis zu 21 km/h erreichen und fassen im Transportraum bis zu vier Pizzen mit einem Durchmesser von jeweils 18 Zoll.

Für den Betrieb kündigten die Partner Investitionen in die britische Infrastruktur an. Geplant sind die Errichtung lokaler Depots und Ladestationen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Bereichen Betrieb, Wartung und Logistik. Trotz der Automatisierung soll die Mehrheit der Essens- und Warenbestellungen bei Deliveroo weiterhin durch menschliche Kuriere zugestellt werden.

Deliveroo gehört seit Oktober 2025 zum US-Konzern DoorDash. Coco Robotics verzeichnet nach eigenen Angaben seit der Unternehmensgründung im Jahr 2020 mehr als 500.000 emissionsfreie Lieferungen für über 4.500 Restaurants und Händler in den USA und Europa.

Teilnehmende Restaurants und kommunale Reaktionen

Zum Start in Canary Wharf nehmen unter anderem die Gastronomiebetriebe Patty&Bun, Signorelli und Beam an dem Vorhaben teil. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten Lokale wie Ole & Steen, Royal China und Din Tai Fung das Angebot ergänzen. Für den geplanten Rollout in Milton Keynes sind unter anderem Smoke & Pepper sowie 5 Akhis vorgesehen.

Der Stadtrat von Milton Keynes begrüßte das Vorhaben und stellte mögliche Vorteile sowie Investitionen für lokale Unternehmen in Aussicht. Die Stadt verfügt bereits über Erfahrung mit autonomen Systemen: Das Unternehmen Starship Technologies führt dort nach eigenen Angaben bereits seit April 2018 automatisierte Lieferungen durch und kommt weltweit auf neun Millionen Fahrten an 270 Standorten in sieben Ländern.

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Bedenken zur Gehwegnutzung und Barrierefreiheit

Der zunehmende Einsatz von Lieferrobotern auf Gehwegen stößt in Großbritannien jedoch nicht ausnahmslos auf Zustimmung. Eine von der Organisation Living Streets in Auftrag gegebene YouGov-Umfrage ergab, dass 60 Prozent der Befragten Lieferroboter von Gehwegen verbannen wollten.

Innerhalb dieser Gruppe gaben 80 Prozent an, Gefahren und Probleme für blinde Menschen zu sehen, während 79 Prozent diesbezüglich Einschränkungen für Personen mit reduzierter Mobilität befürchteten. Die Kooperation mit BlindSquare soll diesen Bedenken zumindest teilweise entgegenwirken, indem Hindernisdaten für barrierefreie Systeme bereitgestellt werden.

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