Dementia, Challenge

Dementia Challenge: 92 Prozent sollen binnen 18 Wochen Diagnose erhalten

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 20:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UKRI erprobt Bluttests und weitere Technologien im NHS; bis 2029 soll ein übertragbares Modell für schnellere Diagnosen entstehen.

UKRI investiert bis zu 80 Millionen GBP in Demenzdiagnostik
Ein steriler, moderner Behandlungsraum in einer medizinischen Einrichtung mit einem leeren Arbeitstisch und medizinischen Geräten. Illustration mit AI erstellt.

Die frühzeitige Erkennung von Demenzerkrankungen steht vor einem umfassenden Wandel. Im Rahmen der Initiative „Dementia Challenge“ stellt die Organisation UK Research and Innovation (UKRI) bis zu 80 Mio. GBP bereit, was 105,48 Mio. US-Dollar entspricht (bei einem Umrechnungskurs von 1 US-Dollar = 0,7584 GBP). Das erklärte Ziel der Initiative besteht darin, 92 % der Patientinnen und Patienten innerhalb von 18 Wochen nach einer ärztlichen Überweisung eine fundierte Diagnose zu ermöglichen. Derzeit liegt dieser Wert bei rund 60 %, und Betroffene müssen nicht selten mehr als ein Jahr auf ein abschließendes Ergebnis warten.

Die Dringlichkeit dieser Maßnahmen spiegelt sich in den Bevölkerungsstatistiken wider: Im Jahr 2025 starben im Vereinigten Königreich mehr als 72.000 Menschen an Demenz einschließlich Alzheimer. Dies entsprach fast einem von acht Todesfällen, womit Demenz die häufigste Todesursache im Land darstellt.

Klinische Integration von Bluttests und neuen Biomarkern

Einen zentralen Pfeiler der Bemühungen bildet die Einführung von Blut-Biomarker-Panels in die klinische Routine. Ein solches Panel, das zuvor im Rahmen der „Blood Biomarker Challenge READ-OUT“-Studie validiert wurde, soll nun an 6 bis 10 Standorten der Memory Services des National Health Service (NHS) direkt in den Behandlungspfad eingebunden werden.

Unter der Leitung von Prof. Vanessa Raymont von DPUK und Oxford Health wird angestrebt, bis zum Jahr 2029 einen tragfähigen Blueprint für den gesamten NHS auszuarbeiten.

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Das Vorhaben ist Teil eines breiteren Programms, in dessen Rahmen UKRI insgesamt neun neue Technologien im NHS erproben lässt. Die Finanzierung erfolgt über das Programm R&D MAP des Department for Business and Trade. Dabei setzt UKRI auf einen sogenannten „Fail-Fast“-Ansatz: Nur Projekte, die einen nachweisbaren klinischen Nutzen für den NHS erbringen, erhalten eine Folgefinanzierung.

Neun technologische Ansätze im Praxistest

Neben den Bluttests erprobt das Programm weitere Verfahren zur Verkürzung der Diagnosepfade:

  • Schnellere Bildgebung: Das University College London (UCL) kooperiert mit Philips, Siemens und GE in einer Ultraschall-Scan-Studie an 20 NHS-Standorten. Diese zielt darauf ab, die MRT-Scanzeit von rund 20 auf bis zu 6 Minuten zu senken, was einer Reduktion von rund 70 % entspricht. Nach Angaben von UCL und UK DRI soll die MRT-Scanzeit von rund 20 auf etwa 7 Minuten verkürzt werden.
  • Kognitive Schnelltests und Monitoring: Die Plattform Cognitron bringt einen 15-minütigen Remote-Kognitivtest ein. Weitere Ansätze von UKRI umfassen die Fernüberwachung des kognitiven Abbaus per Tablet, PC oder Smartphone.
  • Häusliche Überwachung: Das Imperial College London beteiligt sich mit dem Projekt „Minder“ zur Heimüberwachung, ergänzt durch Ansätze mit Körpersensoren.
  • Früherkennung von Begleitfaktoren: Die University of Bristol testet ein Screening auf Schlafapnoe, während die Queen Mary University ein Werkzeug für Hörtests bereitstellt.
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  • Digitale Infrastruktur und Organisation: Die University of Exeter entwickelt eine digitale Plattform, die University of Cambridge arbeitet an einer KI-Entscheidungshilfe, und die University of Edinburgh gestaltet gemeinsam mit NHS Research Scotland die Serviceabläufe neu.

Durch die Kombination aus molekularer Diagnostik, schnellerer Bildgebung und digital gestützter Fernüberwachung soll eine Versorgungsstruktur entstehen, die Diagnosezeiten drastisch senkt und Betroffenen früher gezielte Interventionen ermöglicht.

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