Demenz-Betreuung, Haptische

Demenz-Betreuung: Haptische Reize wecken verborgene Erinnerungen

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schulung in Linden zeigt: Alltagsgegenstände wie Tortenheber fördern multisensorische Aktivierung und soziale Teilhabe demenzkranker Menschen.

Demenzbetreuung: Haptische Reize wecken Erinnerungen bei Senioren
Die Hände einer älteren Person halten behutsam einen Tannenzapfen, um durch haptische Reize Erinnerungen zu aktivieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der professionellen und ehrenamtlichen Pflege von Menschen mit Demenz gewinnen Methoden zur Aktivierung durch multisensorische Impulse zunehmend an Bedeutung. Ein zentraler Aspekt dieser Arbeit ist die gezielte Nutzung haptischer Reize, um den Zugang zu verborgenen Erinnerungen zu ermöglichen und die soziale Teilhabe der Betroffenen zu stärken.

Wie die Ausbildung ehrenamtlicher Kräfte zeigt, können bereits einfache Alltagsgegenstände und Naturmaterialien eine wesentliche Rolle in der kognitiven und emotionalen Unterstützung spielen.

Gezielte Aktivierung durch Alltagsgegenstände und Naturmaterialien

Ein wesentlicher Bestandteil moderner Betreuungskonzepte ist die Arbeit mit greifbaren Objekten, die eine direkte Verbindung zum früheren Alltag der Patienten herstellen.

Im Rahmen einer Schulung für Ehrenamtliche am 24. August 2026 in Linden wurde verdeutlicht, wie Gegenstände wie Tortenheber oder Tannenzapfen als Werkzeuge der Erinnerungsarbeit fungieren können. Diese Materialien dienen dazu, Sinneswahrnehmungen anzusprechen, die über das rein kognitive Verständnis hinausgehen.

Bei der haptischen Aktivierung geht es darum, durch das Berühren und Fühlen von Oberflächen und Formen Assoziationen zu wecken. Während ein Tortenheber Erinnerungen an familiäre Feiern oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten hervorrufen kann, bieten Tannenzapfen durch ihre spezifische Struktur einen starken taktilen Reiz, der häufig mit Naturerlebnissen oder jahreszeitlichen Rhythmen verknüpft ist.

Die Referentin Nicole Ofer leitete die Teilnehmer dabei an, wie diese multisensorischen Reize systematisch eingesetzt werden können, um eine Kommunikationsebene zu eröffnen, die durch Sprache allein oft nicht mehr erreichbar ist.

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Methodik der multisensorischen Reize zur Förderung sozialer Teilhabe

Die Schulung der ehrenamtlichen Kräfte, an der am 24. August 2026 insgesamt zehn Personen – acht Frauen und zwei Männer – teilnahmen, legte den Fokus auf die praktische Anwendung dieser Reize. Ziel des Einsatzes haptischer Elemente ist es nicht nur, Erinnerungen zu wecken, sondern die Bewohner aus einer möglichen Isolation herauszuführen. Durch den gemeinsamen Bezug auf ein Objekt werden soziale Interaktionen innerhalb der Gruppe gefördert.

Fachleute beobachten, dass die Arbeit mit multisensorischen Impulsen dazu beitragen kann, das Wohlbefinden von dementen Personen signifikant zu steigern. Indem haptische Erlebnisse geschaffen werden, erhalten die Betroffenen eine Rückmeldung über ihre Umwelt und ihre eigenen physischen Grenzen, was in fortgeschrittenen Stadien der Demenz oft verloren geht.

Die Schulung unter der Leitung von Nicole Ofer vermittelte den Ehrenamtlichen die notwendigen Kompetenzen, um diese sensiblen Prozesse sicher zu begleiten.

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Institutionelle Umsetzung in regionalen Seniorenzentren

Die Relevanz dieser ehrenamtlichen Arbeit zeigt sich in der engen Kooperation zwischen verschiedenen Pflegeeinrichtungen. Das jährliche Treffen der ehrenamtlichen Helfer, das unter der Leitung von Christa Hofmann-Bremer stattfand, nutzte das Seniorenzentrum Linden sowie das Johannesstift Gießen als zentrale Schauplätze für den Wissensaustausch und die praktische Übung.

Hofmann-Bremer, die für die Organisation des Treffens verantwortlich zeichnete, betonte die Notwendigkeit der kontinuierlichen Qualifizierung der Helfer. Der koordinierte Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte in Institutionen wie dem Johannesstift Gießen unterstreicht, dass die Erinnerungsarbeit durch haptische Reize ein fester Bestandteil des Betreuungsalltags ist.

Die gezielte Förderung der ehrenamtlichen Kompetenzen sichert dabei die Qualität der sozialen Betreuung und ermöglicht eine individuelle Ansprache der Bewohner, die über die pflegerische Grundversorgung hinausgeht.

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