Demenz-Prävention: 36 Prozent aller Fälle wären vermeidbar
13.06.2026 - 03:40:10 | boerse-global.de
Das zeigt eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).
202 Probanden über 52 Jahre absolvierten über mehrere Monate regelmäßige Aufgaben via App. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachjournal npj digital medicine, belegen: Die kontinuierliche digitale Erfassung identifiziert subtile Verschlechterungen früher als jährliche Arztbesuche.
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Nach 30 Wochen lag die Durchhaltequote bei 73 Prozent. Experten sehen darin eine Chance, Therapiestudien künftig deutlich zu beschleunigen.
Jeder dritte Demenzfall wäre vermeidbar
Die nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und weitere Fachgesellschaften wie Acatech schätzen: Rund 36 Prozent der Demenzfälle in Deutschland ließen sich durch die Beeinflussung von zwölf Risikofaktoren verhindern. Dazu zählen Bluthochdruck, Schwerhörigkeit und erhöhte Blutfettwerte.
Eine Senkung dieser Risiken um 15 Prozent könnte bis 2050 rund 170.000 Neuerkrankungen verhindern. Daten aus dem Journal of the American Heart Association untermauern den Zusammenhang: Sowohl zu hoher als auch zu niedriger Blutdruck erhöhen das Alzheimer-Risiko.
Forscher der Hirosaki University fanden zudem: Niedrige Vitamin-C-Werte hängen mit einem geringeren Volumen der grauen Substanz im Gehirn zusammen.
Vom Jonglieren bis zum Neurofeedback
Gehirntraining geht längst über klassische Quiz-Aufgaben hinaus. Ein neues Online-Angebot setzt auf Jonglieren als neuroplastische Übung. Ein mehrfacher Weltrekordhalter kombiniert motorische Herausforderungen mit neurophysiologischen Erkenntnissen.
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Die Tohoku University treibt derweil Neurofeedback-Systeme voran. Sensoren an der Stirn messen die Aktivität des präfrontalen Kortex in Echtzeit, während der Nutzer eine App bedient. Das System passt den Schwierigkeitsgrad automatisch an.
Die ACTIVE-Studie begleitete rund 3.000 Erwachsene über zwei Jahrzehnte. Ergebnis: Ein spezielles Speed-Training (Double Decision) senkte das Demenzrisiko um bis zu 25 Prozent.
Gemeinsam trainieren, länger fit bleiben
Auch soziale Interaktion schützt das Gehirn. Ein Leitfaden vom Juni 2026 empfiehlt für Gruppenprogramme sechs bis acht Teilnehmer und eine Dauer von etwa 45 Minuten. Eine Meta-Analyse von 47 Studien mit 3.200 Senioren bestätigte: Gruppenangebote verbessern Stimmung und Lebensqualität.
Kurse zur digitalen Kompetenz gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Sie schulen Senioren im Umgang mit Desinformation und sichern die Teilhabe an der digitalen Gesellschaft.
Die Forschung liefert zudem differenzierte Erkenntnisse zum Alterungsprozess. Eine Studie aus 2025 verortet den Höhepunkt der Gehirnleistung im Durchschnitt bei 66 Jahren – ein deutlicher Abbau setzt oft erst ab 83 Jahren ein. Untersuchungen der Universität Arizona zeigen: Die Gedächtnisleistung älterer Menschen ist im Alltag häufig besser, als Labortests vermuten lassen.
