Demenz-PrÀvention, Erkrankungen

Demenz-PrÀvention: 45 Prozent aller Erkrankungen sind vermeidbar

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 15:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die WHO aktualisiert ihre Leitlinie: Bis zu 45 Prozent der Demenzerkrankungen sind durch LebensstilÀnderungen vermeidbar. Neue Bluttests und Medikamente zeigen vielversprechende Ergebnisse.

WHO-Studie: Lebensstil senkt Demenzrisiko drastisch
Ein Wissenschaftler hĂ€lt ein medizinisches Röhrchen in einem modernen Labor zur Erforschung kognitiver Gesundheit. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen ließen sich vermeiden. Das zeigt die aktualisierte Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation vom 29. Juli 2026. Die Experten setzen vor allem auf beeinflussbare Lebensstilfaktoren.

Bewegung, ErnĂ€hrung, Verzicht – die wirksamsten Hebel

RegelmĂ€ĂŸige körperliche AktivitĂ€t, der Verzicht auf Tabak, eine ausgewogene ErnĂ€hrung und weniger Alkohol: Das sind die zentralen Empfehlungen der WHO. Hinzu kommt die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Korrektur von Hörverlusten.

Besonders spannend: Bestimmte Medikamente zeigen offenbar ein enormes Potenzial. SGLT2-Hemmer können das Demenzrisiko um 43 Prozent senken, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Von VitaminprĂ€paraten, Statinen oder Hormonen zur reinen DemenzprĂ€vention rĂ€t die WHO dagegen ab – die Evidenzlage sei zu dĂŒnn.

Bluttest erkennt Alzheimer Jahre vor den ersten Symptomen

WĂ€hrend die PrĂ€vention Fortschritte macht, tut sich auch in der FrĂŒherkennung einiges. Forscher der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum stellten im Juli einen neuartigen Bluttest vor. Das Verfahren weist eine Fehlfaltung von Amyloid-? mit 92-prozentiger Genauigkeit nach – und das bis zu sieben Jahre vor dem Auftreten erster Symptome.

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Die Studie, veröffentlicht in EMBO Molecular Medicine, umfasste 779 Teilnehmer ĂŒber 17 Jahre. Parallel dazu diskutieren Wissenschaftler in Nature Communications und PNAS neue TherapieansĂ€tze wie die Karyoptose oder die Reaktivierung der Autophagie durch den Wirkstoff Blarcamesine.

PflegeplÀtze: Wer weglÀuft, wartet lÀnger

Die medizinischen Fortschritte helfen wenig, wenn die Versorgung vor Ort hakt. Eine Studie des Kompetenzzentrums Demenz Schleswig-Holstein vom 29. Juli zeigt: Menschen mit herausforderndem Verhalten, insbesondere einer Weglauftendenz, haben es bei der Pflegeplatzsuche schwer.

Die Befragung von 106 Angehörigen und 58 Einrichtungen ergab: Betroffene warten durchschnittlich acht Wochen auf eine Platzzusage – zwei Wochen lĂ€nger als bei frĂŒheren Erhebungen. Die Ablehnungsquote durch Heime ist bei diesem Patientenprofil deutlich höher. Fachveranstaltungen wie eine Fortbildung am 18. August in NeumĂŒnster und ein Fachtag am 12. November unter dem Titel „Kein Platz fĂŒr Unruhe!?“ sollen Abhilfe schaffen.

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Roboter gegen Einsamkeit: Tiere aus Plastik im Pflegeheim

Um die LĂŒcke zwischen Forschung und Alltag zu schließen, setzen Organisationen auf lokale AufklĂ€rungsarbeit. Anfang August startet in Ludwigshafen ein Kompaktkurs fĂŒr Angehörige unter der Leitung von Dr. Claudia Krack. Die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen bietet eine Seminarreihe in Dorum vom 31. Juli bis 2. August.

Im Pflege- und Betreuungszentrum Korneuburg geht man neue Wege: Roboterkatzen und ein Roboterhund reagieren auf BerĂŒhrungen mit Miauen oder Schnurren. Das Ziel: positive Emotionen wecken und Interaktion fördern. ErgĂ€nzt wird das Angebot durch regelmĂ€ĂŸige Besuche echter Tiere.

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