Demenz-PrÀvention: 45 Prozent aller Erkrankungen vermeidbar
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 12:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neben klassischer Medizin setzen Wissenschaftler zunehmend auf kreative und soziale Interventionen.
Langzeitstudie: Clowns verbessern Schlaf und Stimmung
Eine Untersuchung der UniversitĂ€t Flensburg belegt die positiven Effekte von Klinikclowns. Die im Juni 2026 im Fachjournal BMC Geriatrics veröffentlichte Studie begleitete ĂŒber drei Jahre Bewohner in vier Pflegeeinrichtungen in Leipzig und Erfurt.
Finanziert wurde die Forschung von der AOK PLUS. Nach einem Jahr regelmĂ€Ăiger Clown-Besuche zeigte die untersuchte Gruppe weniger depressive Stimmungen und eine bessere SchlafqualitĂ€t als die Kontrollgruppe.
Besonders bemerkenswert: Nach zwei Jahren fiel der RĂŒckgang der psychischen WiderstandsfĂ€higkeit bei den Clown-Kontakten geringer aus. Die Intervention wirkt demnach als prĂ€ventive MaĂnahme gegen psychischen Abbau.
Professionalisierung der Branche schreitet voran
Die steigende Nachfrage fĂŒhrt zu neuen Ausbildungsangeboten. Das Institut Bataclown plant fĂŒr 2027 ein erweitertes Fortbildungsprogramm mit spezifischen Modulen fĂŒr den Pflegebereich.
Auch auf kommunaler Ebene entstehen Initiativen. In Langenfeld startet nach den Sommerferien 2026 ein Kurs zur Krisenvorsorge in Kooperation mit dem ASB Mettmann. Das Bundesamt fĂŒr Bevölkerungsschutz fördert das kostenfreie Angebot.
Einsamkeit betrifft die Mehrheit
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Eine YouGov-Umfrage im Auftrag von Doctolib zeigt die Dringlichkeit solcher MaĂnahmen. 70 Prozent der 1.028 Befragten fĂŒhlten sich im vergangenen Jahr zumindest selten einsam. Ăber die HĂ€lfte gab an, dass Einsamkeit ihre Gesundheit belaste.
83 Prozent der Teilnehmer sind ĂŒberzeugt: Digitale Kommunikation kann physische NĂ€he nicht ersetzen.
Kunst als Demenz-PrÀvention
Die Donau-UniversitĂ€t Krems untersucht einen ungewöhnlichen Ansatz. Ihr Pilotprojekt âGesundes Museumâ testet, ob GemĂ€ldebetrachtung den geistigen Verfall verzögern kann.
68 Personen ĂŒber 60 Jahren trainierten im Kunsthistorischen Museum Wien die âSlow Viewingâ-Methode. Hintergrund: Wissenschaftler schĂ€tzen, dass bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen durch PrĂ€vention vermeidbar wĂ€ren.
Gehirnforschung liefert neue Erkenntnisse
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Eine Studie der UniversitĂ€t GieĂen in Nature Human Behaviour zeigt, wie das Gehirn soziale Reize verarbeitet. Forscher untersuchten an 61 Erwachsenen den Zusammenhang zwischen Gehirnstruktur und Blickverhalten.
Personen mit ausgeprĂ€gter Neigung, Gesichter zu fixieren, verfĂŒgen ĂŒber spezifisch entwickelte Hirnareale. Diese Erkenntnisse könnten helfen, Therapien mit Clowns oder Kunst kĂŒnftig gezielter auf Patienten abzustimmen.
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