Demenz-Prävention: Entzündungsarme Ernährung senkt Risiko um 29%
01.07.2026 - 14:09:21 | boerse-global.de
Das zeigt eine Langzeitstudie des Karolinska Institutet, veröffentlicht am Dienstag in JAMA Network Open.
Ernährung als Schutzschild
Die Forscher begleiteten 1.865 Teilnehmer über 15 Jahre. Besonders profitieren Menschen mit erhöhten Alzheimer-Biomarkern im Blut. „Selbst wenn biologische Anzeichen einer Erkrankung bereits nachweisbar sind, kann eine Ernährungsumstellung noch präventiv wirken", erklärt Studienleiterin Anja Mrhar.
Die Empfehlung: viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Fisch und Olivenöl. Bereits 2019 hatte die WHO eine gesunde Ernährung als einen von zwölf modifizierbaren Risikofaktoren definiert.
Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln
Nicht jedes Mittel hilft – manche schaden sogar. Eine Studie in eBioMedicine untersuchte hochdosierte Omega-3-Präparate über zwei Jahre. Ergebnis: Obwohl die DHA-Konzentration im Gehirn um 17 Prozent stieg, zeigte sich kein klinischer Nutzen für die Kognition.
Noch alarmierender: Glucosamin, ein beliebtes Gelenkpräparat, könnte das Alzheimerrisiko erhöhen. Laut einer Untersuchung der University of Florida in Nature Metabolism ist die Einnahme bei Menschen mit leichten kognitiven Einschränkungen mit einem um 25 Prozent höheren Risiko verbunden. Bei bereits Erkrankten stieg die Sterblichkeit um 25 Prozent.
Diabetes-Medikamente als Hoffnungsträger
Daten des National Institutes of Health zeigen: SGLT2-Hemmer senken das Alzheimerrisiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Eine britische Langzeitstudie bestätigt zudem niedrigere Demenzraten bei Patienten mit DPP-4-Inhibitoren.
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Seit Juni 2026 stehen in Deutschland zudem neue Antikörpertherapien zur Verfügung. Lecanemab und Donanemab wirken direkt gegen Amyloid-Plaques im Gehirn. Schätzungen zufolge kommen rund 120.000 Patienten infrage.
Blutdruck als Risikofaktor
Die Daten zeigen eine klare Korrelation: Bluthochdruck erhöht das Risiko um den Faktor 1,57. Überraschend: Ein zu niedriger Blutdruck steigert es sogar um den Faktor 2,74.
Impfschutz gegen Demenz
Untersuchungen aus Wales liefern einen weiteren überraschenden Befund: Die Gürtelrose-Impfung Shingrix senkt das Demenzrisiko über sieben Jahre um rund 20 Prozent. Noch deutlicher fällt der Effekt bei Grippeschutzimpfungen aus – hier liegt die Risikoreduktion zwischen 40 und 55 Prozent.
KI erkennt Risiko Jahre vor Symptomen
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Neue Netzhautscans können ein erhöhtes Demenzrisiko bis zu 8,55 Jahre vor den ersten Symptomen erkennen. Der Markt für KI-Diagnostik wächst rasant: Branchenberichte prognostizieren einen Anstieg von 2,65 Milliarden US-Dollar (2023) auf rund 9,4 Milliarden US-Dollar bis 2033.
Ergänzt wird dies durch CE-zertifizierte Bluttests wie den pTau217-Test. Er erreicht eine Genauigkeit von über 90 Prozent bei der Erkennung von Amyloid-Pathologien.
