Demenz-Risiko: Wenig trinken und niedriger Blutdruck erhöhen Alzheimer-Gefahr
Veröffentlicht am: 17.06.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Fokus: Trinkmenge, Blutdruck und NahrungsergÀnzungsmittel.
Wenig trinken â höheres Alzheimer-Risiko?
Eine sĂŒdkoreanische Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen FlĂŒssigkeitsaufnahme und HirnverĂ€nderungen. Die Forscher untersuchten 287 kognitiv gesunde Erwachsene zwischen 55 und 90 Jahren ĂŒber zwei Jahre.
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Das Ergebnis: Wer weniger als fĂŒnf Tassen tĂ€glich trinkt (etwa 1,2 Liter), hat hĂ€ufiger Amyloid-?-Ablagerungen im Gehirn. Auch zerebrovaskulĂ€re SchĂ€den traten hĂ€ufiger auf. Besonders betroffen waren Menschen ohne das ApoE4-Risikoallel. Einen direkten KausalitĂ€tsbeweis liefert die Studie nicht.
Blutdruck als zweischneidiges Schwert
Eine Analyse von rund 800.000 Probanden aus GroĂbritannien und den USA identifizierte niedrigen Blutdruck als Risikofaktor. Die Studie erschien im Juni im Journal of the American Heart Association.
Bei weiĂen Briten erhöhte Hypotonie das Alzheimer-Risiko um das 2,74-Fache, bei weiĂen US-Amerikanern um das 1,97-Fache. Bei schwarzen und hispanischen Teilnehmern war dagegen Bluthochdruck der dominantere Risikofaktor.
Vorsicht bei Glucosamin
Eine US-Studie der University of Florida warnt vor dem GelenkprĂ€parat. Die im Juni in Nature Metabolism veröffentlichte Analyse von Patientendaten zeigt: Menschen mit leichter kognitiver BeeintrĂ€chtigung hatten bei Einnahme ein 25 Prozent höheres Risiko fĂŒr Alzheimer-Demenz.
Ein Mausmodell mit hoher Tagesdosis bestÀtigte den Trend: Die GedÀchtnisleistung verschlechterte sich. Auch hier betonen die Forscher: Es handelt sich nicht um einen KausalitÀtsbeweis, aber die Ergebnisse mahnen zur Vorsicht.
Demenz-Prognose fĂŒr Deutschland: 2,1 Millionen FĂ€lle bis 2060
Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) prognostiziert einen drastischen Anstieg. Aktuell sind 1,3 bis 1,8 Millionen Menschen betroffen. Bis 2060 könnte die Zahl auf 2,1 Millionen steigen.
Experten schÀtzen: 36 Prozent der DemenzfÀlle wÀren durch zwölf Risikofaktoren vermeidbar. Dazu zÀhlen neben Bluthochdruck und Diabetes auch Bewegung, Bildung und Rauchverzicht. Eine Leipziger NAKO-Studie belegt zudem: SchÀdigende Gewohnheiten beeintrÀchtigen die kognitive Leistung bereits im Alter zwischen 20 und 39 Jahren.
Neue Diagnostik und vielversprechende Forschung
Das Unternehmen Sysmex Europe stellte heute die HISCL-Plattform vor. Sie analysiert Alzheimer-Biomarker wie p-Tau217 und A?42/42 aus Blutproben. UnabhÀngige Validierungen in Amsterdam und Barcelona bestÀtigten eine hohe diagnostische Genauigkeit.
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Das Krankenhaus UZ Leuven setzt seit Juni einen neuen PET-Scanner ein. Seine höhere Auflösung soll krankhafte VerÀnderungen Jahre vor Symptomen sichtbar machen.
Forscher der ETH ZĂŒrich untersuchen die Substanz CPD10. Im Tiermodell stabilisierte der Wirkstoff das Enzym GRK2, reduzierte Proteinplaques und verbesserte Zellfunktionen. Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.
Ab dem 1. Juli startet in Deutschland die VergĂŒtung fĂŒr den Wirkstoff Donanemab â obwohl der Gemeinsame Bundesausschuss keinen Zusatznutzen festgestellt hat.
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