Demenzpflege: Vier-Tage-Woche senkt Krankenstand um 20 Prozent
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 13:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Millionen-Förderung für ortsnahe Pflege
Baden-Württemberg und die Pflegeversicherung investieren über 14 Millionen Euro in sechs Modellprojekte. Das Programm „Ortsnahe Pflege BW“ soll Menschen mit Demenz ein langes Leben in vertrauter Umgebung ermöglichen. Im Landkreis Lörrach fließen rund 3,1 Millionen Euro in die „Caring Community“ – ein wohnortnahes Unterstützungsnetzwerk. In Mannheim erhält das Projekt „Wohnen mit Versorgungssicherheit“ 4,04 Millionen Euro. Ziel: Wohnen, Pflege und Beratung in Stadtteilen wie Vogelstang, Neckarstadt-West und Rheinau-Mitte miteinander verzahnen.
Bayern zieht nach: Das Programm „Gute Pflege in Bayern“ fördert vier Projekte mit rund 1,3 Millionen Euro. Die Mittel gehen unter anderem an Pflege-Lotsen in Bad Kissingen und Fachkräfte für Pflege und Gesundheit in Neumarkt. Zusätzlich stellt die bayerische HighCare-Agenda rund 31 Millionen Euro bereit. Damit verbessert der Freistaat etwa die WLAN-Ausstattung von Einrichtungen und baut Transferzentren für Pflegetechnik in Bad Kissingen und Kempten auf.
Wohnräume, die Orientierung geben
Die Gestaltung der eigenen vier Wände entscheidet mit über die Lebensqualität von Menschen mit Demenz. Das Kompetenzzentrum Barrierefreies Wohnen in München-Riem zeigt: Schon einfache Anpassungen helfen. Kontrastfarben wie Rot machen Alltagsgegenstände und Funktionsbereiche sichtbarer.
Gemeinschaftliche Wohnformen gewinnen an Bedeutung. In Hamburg-Winterhude bietet eine Wohngemeinschaft Platz für neun Bewohner – das Eintrittsalter liegt oft schon bei etwa 60 Jahren. Einen Tag vor heute erhielt die Dr. Heinrich Feuchter-Stiftung in Wuppertal einen Förderbescheid über 225.100 Euro von der Sozialstiftung NRW. Geplant ist ein Multifunktionshaus mit Demenz-WGs, betreutem Wohnen, ambulantem Pflegedienst und Begegnungszentrum.
Die Münchenstift hat es vorgemacht: Mit der Vier-Tage-Woche bei vollem Gehalt sank der Krankenstand um 20 Prozent – bei über 90 Prozent Mitarbeiterzufriedenheit. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie das Modell Schritt für Schritt in Ihrer Einrichtung einführen. Leitfaden zur Vier-Tage-Woche jetzt anfordern
Bewegungsspiele und Putzroboter
Technik hält Einzug in den Pflegealltag – wissenschaftlich begleitet. Eine aktuelle Open-Access-Publikation (Unbehaun et al.) berichtet über ein Langzeitprojekt: Menschen mit Demenz gestalteten interaktive Exergames aktiv mit. Die digitalen Bewegungsspiele sollen Kognition und soziale Teilhabe fördern.
In Karlsfeld bei München testet das Projekt „Pflege 2030“ Künstliche Intelligenz. KI-gestützte Sturzerkennung und Putzroboter entlasten das Personal. Das Vorhaben ist mit 3,1 Millionen Euro gefördert. In der niederösterreichischen Thermenregion verbessert seit heute eine standardisierte Piktogrammmappe die Kommunikation in Pflegezentren – besonders bei Demenz oder Sprachbarrieren. Symbole für Essen, Trinken oder Schmerzlinderung machen Grundbedürfnisse verständlich.
Vier-Tage-Woche senkt Krankenstand
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Die Personalsituation bleibt die größte Herausforderung. Die Münchenstift führte nach einer Pilotphase flächendeckend die Vier-Tage-Woche bei vollem Gehalt ein. Ergebnisse aus der Testphase: Der Krankenstand sank um 20 Prozent. Die Akzeptanz unter den Mitarbeitern ist hoch.
Auch Angehörige bekommen mehr Unterstützung. Lokale Schulungsprogramme boomen. In Westendorf fand gestern ein kostenfreier Kurs der Seniorenberatung des Landratsamts Augsburg statt. Thema: Kommunikation mit Demenzkranken. Solche niederschwelligen Angebote sollen die psychische Belastung reduzieren und die häusliche Pflege stabilisieren.
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