DemenzprÀvention: 45% des Risikos durch Lebensstil vermeidbar
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das zeigt die zweite Ausgabe der WHO-Leitlinien zur DemenzprÀvention, die im Juli 2026 erschienen ist.
Weltweit sind rund 57 Millionen Menschen betroffen. Die jÀhrlichen Kosten belaufen sich auf etwa 1.134 Milliarden Euro. Umso dringlicher wird die Frage, wie sich der Ausbruch der Krankheit hinauszögern oder verhindern lÀsst.
Bewegung, Rauchstopp und HörgerÀte
Die WHO spricht klare Empfehlungen aus: Erwachsene sollten 150 bis 300 Minuten moderat oder 75 bis 150 Minuten intensiv pro Woche Sport treiben. Tabakverzicht sowie die konsequente Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes stehen ebenfalls ganz oben auf der Liste.
Neu aufgenommen wurden kognitive Stimulation â etwa durch Lesen oder Spiele â und der Einsatz von HörgerĂ€ten bei Hörverlust. Allerdings nur als konditionale Empfehlungen. VitaminprĂ€parate oder Omega-3-Kapseln ohne nachgewiesenen Mangel? Davon rĂ€t die Organisation ab.
Freiburger Modell: Erfolg ohne Mehrkosten
Ein vielversprechendes Praxismodell kommt aus Freiburg. Das Projekt Redurisk der UniversitĂ€tsklinik begleitete 589 Patienten ab 70 Jahren mit erhöhtem Risiko fĂŒr funktionellen Abbau. Das Konzept: strukturiertes Screening, DelirprĂ€vention, MobilitĂ€tstraining und optimierte Medikation.
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Die Ergebnisse sprechen fĂŒr sich. Zum Zeitpunkt der Entlassung verbesserten sich AlltagsaktivitĂ€ten und kognitive Leistung signifikant. Auch sechs Monate spĂ€ter zeigten sich positive Effekte auf MobilitĂ€t und LebensqualitĂ€t. Und das Beste: Das Programm verursachte keine Mehrkosten, reduzierte aber inadĂ€quate Medikation. Die Fachgesellschaften prĂŒfen jetzt die ĂberfĂŒhrung in die Regelversorgung.
Gebrechlichkeit: FĂŒnffaches Bruchrisiko
Die körperliche Verfassung im Alter hĂ€ngt eng mit dem Verletzungsrisiko zusammen. Eine Studie in der Fachzeitschrift Arthritis Care & Research untersuchte fast 3.000 Probanden. Ergebnis: Bei moderater Gebrechlichkeit steigt das Bruchrisiko auf das Dreifache, bei schwerer auf das FĂŒnffache. Hauptrisikofaktor: Rauchen.
Die UniversitĂ€t Aachen liefert ergĂ€nzende Erkenntnisse. Gezielte Bewegung fördert demnach nicht nur die physische StabilitĂ€t. Sie stĂ€rkt auch die Kommunikation in Denk- und GedĂ€chtnisnetzwerken â besonders in frĂŒhen Alzheimer-Stadien.
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Politik zieht nach: âCheck-up 60 plusâ
Die Bundesregierung reagiert auf die Datenlage. Unter dem Arbeitstitel âCheck-up 60 plusâ sind verpflichtende Einladungen zu Vorsorgeuntersuchungen fĂŒr BĂŒrger ĂŒber 60 geplant. Ziel: Risikofaktoren fĂŒr Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen frĂŒhzeitig erkennen.
Bereits fĂŒr 2025 wurden 734 Millionen Euro fĂŒr allgemeine Gesundheitsförderung veranschlagt. In Sachsen-Anhalt laufen zudem Modellprojekte: Disease-Management-Programme fĂŒr Osteoporose werden ausgeweitet. Rund 125.000 Betroffene sollen von einer engeren Zusammenarbeit zwischen HausĂ€rzten und OrthopĂ€den profitieren.
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