DemenzprÀvention, Schritte

DemenzprÀvention: 5000 bis 7500 Schritte tÀglich bremsen den kognitiven Abbau

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 02:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien verbinden regelmĂ€ĂŸige Bewegung, soziale Einbindung und geistige Herausforderungen mit besserem Erhalt kognitiver FĂ€higkeiten.
Ein friedlicher Waldweg im Herbst, der fĂŒr Bewegung und geistige Gesundheit steht. Illustration mit AI erstellt.

Geistige LeistungsfÀhigkeit und der Schutz vor kognitivem Abbau gewinnen angesichts einer alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Bei Informationsveranstaltungen wie dem Vortrag der Organisation Alzheimer St.Gallen/beider Appenzell am 27. Oktober 2026 im Kantonalen Gesundheitszentrum Appenzell stehen praxisnahe AnsÀtze zur DemenzprÀvention im Mittelpunkt.

Die Neurowissenschaftlerin Dr. Maria Brasser, MitgrĂŒnderin der Hirncoach AG, thematisiert dort die Hirngesundheit im Alltag und individuelle Möglichkeiten zur Vorsorge. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass das menschliche Gehirn bis ins hohe Alter formbar bleibt und ein gezielter Lebensstil den geistigen Abbau verlangsamen kann.

NeuroplastizitÀt und ganzheitliche Faktoren

Fachleute weisen darauf hin, dass das Lernen an keine feste Lebensphase gebunden ist. Wie die Neurowissenschaftlerin Dr. Barbara Studer darlegt, verĂ€ndert sich das Gehirn kontinuierlich. Multitasking belaste dabei den prĂ€frontalen Cortex, weshalb das Nacheinander-AusfĂŒhren von Aufgaben effizienter sei.

Zudem erlaubten anatomische Unterschiede zwischen MĂ€nner- und Frauengehirnen, etwa beim durchschnittlichen Gehirngewicht oder Vernetzungsmustern, keine RĂŒckschlĂŒsse auf Denken und Verhalten.

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In Phasen hormoneller Umstellungen wie der Menopause könne ein ÖstrogenrĂŒckgang vorĂŒbergehend Konzentrationsschwierigkeiten oder Erschöpfung auslösen, doch das Gehirn besitze die FĂ€higkeit, Vernetzungen neu zu organisieren.

Auch Assoc.-Prof. PD Mag. Dr. Marisa Koini von der UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Neurologie der Medizinischen UniversitĂ€t Graz betont das Prinzip der neuronalen PlastizitĂ€t. Entscheidend fĂŒr den Erhalt der Hirnfunktion sei das Zusammenspiel aus geistiger AktivitĂ€t, Bewegung, sozialen Kontakten, Schlaf und ausgewogener ErnĂ€hrung.

Als beeinflussbare Risikofaktoren fĂŒr kognitiven Verfall gelten unter anderem Bewegungsmangel, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen, soziale Isolation sowie Luftverschmutzung.

Bewegung und Alltagsschritte als Schutzfaktor

Körperliche AktivitĂ€t gilt als eine der wirksamsten SĂ€ulen der PrĂ€vention. Nach Angaben von Prof. Dr. Peter Berlit, GeneralsekretĂ€r der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Neurologie, lĂ€sst sich der kognitive Abbau durch einen aktiven Lebensstil um Jahre verzögern.

Berlit verweist auf die Lancet-Kommission aus dem Jahr 2020, der zufolge ein gesunder Lebensstil das Demenzrisiko um gut 40 Prozent senkt. Eine in Nature Medicine veröffentlichte Beobachtungsstudie von Dr. Wai-Ying Yau an der Harvard Medical School untersuchte 296 Ă€ltere, vorwiegend kognitiv unbeeintrĂ€chtigte Personen ĂŒber bis zu 14 Jahre.

Bereits 3000 Schritte tĂ€glich waren mit einem langsameren Abbau verbunden; der stĂ€rkste Zusammenhang zeigte sich bei 5000 bis 7500 Schritten pro Tag, wĂ€hrend höhere Schrittzahlen keinen zusĂ€tzlichen Effekt erkennen ließen.

ErgÀnzend zeigte eine Untersuchung unter Leitung des Psychiaters Olaoluwa Okusaga am Baylor College of Medicine mit 3093 Erwachsenen, dass rund 9000 Schritte tÀglich mit einer besseren KonzentrationsfÀhigkeit und Selbstkontrolle einhergehen. Im Aufmerksamkeitstest erzielten Teilnehmende mit rund 8875 Schritten ein um 1,76 Punkte besseres Ergebnis als Personen mit durchschnittlich 5108 Schritten.

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Soziale Einbindung und geistiges Training

Neben Bewegung spielt die soziale und geistige Aktivierung eine wesentliche Rolle. Eine im Journal of Epidemiology & Community Health veröffentlichte Überblicksstudie aus dem Jahr 2026, die fĂŒnf Langzeitstudien mit 57.793 Ă€lteren Teilnehmenden aus 24 LĂ€ndern analysierte, stellte fest, dass regelmĂ€ĂŸige soziale AktivitĂ€t mit besseren kognitiven Werten korreliert.

Bei Personen, die in drei oder mehr Gruppen aktiv waren, nahmen die Leistungswerte pro Jahr messbar zu. Besonders ausgeprÀgt war dieser Effekt bei ehrenamtlichen TÀtigkeiten und der Mitgliedschaft in Sportvereinen.

Zur gezielten kognitiven Stimulation empfiehlt das CRE Alzheimer strukturierte Übungen wie KreuzwortrĂ€tsel, Sudoku, Memory oder das Erlernen von Musikinstrumenten und Sprachen. Laut Weltgesundheitsorganisation zĂ€hlt kognitives Training zu den empfehlenswerten Interventionen bei normalen oder leichten kognitiven BeeintrĂ€chtigungen, ersetzt jedoch keine umfassende medizinische Vorsorge.

Meta-Analysen weisen zudem darauf hin, dass isolierte Denkspiele nur begrenzte Transfereffekte auf den Alltag haben und die Kombination aus Bewegung, Sinnhaftigkeit und kontinuierlicher mentaler Herausforderung den nachhaltigsten Nutzen stiftet.

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