Demenzprävention: Anti-entzündliche Ernährung senkt Risiko um 35%
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 23:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ernährung, Bewegung und gezielte Nährstoffe können das Demenzrisiko deutlich senken. Gleichzeitig liefern aktuelle Forschungsergebnisse überraschende Erkenntnisse zu Nahrungsergänzungsmitteln.
Anti-entzündliche Ernährung senkt Demenzrisiko um bis zu 35 Prozent
Eine im Juli 2026 in JAMA Network Open veröffentlichte Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Ernährungsqualität und Demenzrisiko. Forscher der Universität Ljubljana werteten Daten von über 1.800 älteren Erwachsenen über 15 Jahre aus.
Das Ergebnis: Eine anti-entzündliche Ernährung senkt das Demenzrisiko bei Menschen über 60 Jahren um 21 bis 29 Prozent. Besonders stark profitieren Probanden mit erhöhten Alzheimer-Biomarkern wie dem Protein pTau217.
Die sogenannte MIND-Diät – eine Kombination aus Mittelmeerkost und blutdrucksenkender Ernährung – erzielte noch bessere Werte: Sie reduzierte das Risiko um bis zu 35 Prozent. Entscheidend ist eine Kost mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch und pflanzlichen Ölen. Wissenschaftler vermuten die Wechselwirkung zwischen Darmflora und entzündlichen Prozessen als Ursache.
Mehr Protein für Muskeln und Gehirn
Die empfohlenen 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht reichen offenbar nicht aus. Chris Macdonald von der University of Cambridge legt in einer aktuellen Publikation im Journal Frontiers in Nutrition dar: Diese Menge verhindert lediglich Mangelerscheinungen.
Für ältere Menschen, Sportler und Schwangere sei eine höhere Zufuhr vorteilhaft. Pflanzliche Quellen wie Hülsenfrüchte und Getreide können bei geschickter Kombination den Bedarf decken.
Ein Sportmediziner der Universität Wien empfiehlt mindestens 1,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Das fördert den Muskelaufbau und schützt über die sogenannte Muskel-Hirn-Achse das Gehirn. Aktuell läuft eine randomisierte Doppelblindstudie mit 126 Probanden, die untersucht, ob die Aminosäure L-Serin in Kombination mit Krafttraining kognitive Vorteile bringt.
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Ernüchterung bei Calcium und Vitamin D
Eine Metaanalyse von 69 randomisierten kontrollierten Studien mit über 150.000 Teilnehmern liefert klare Ergebnisse zur Knochengesundheit. Calcium allein senkt das Frakturrisiko nicht signifikant. Auch Vitamin D allein zeigt keinen messbaren Effekt.
Erst die Kombination beider Stoffe führt zu einer geringfügigen Risikoreduktion: ein Prozent bei allgemeinen Frakturen, 0,3 Prozent bei Hüftfrakturen. Für gesunde Erwachsene ohne klinischen Mangel ist das kaum relevant.
Bewegung als Schlüssel zur Prävention
Körperliche Aktivität bleibt eine zentrale Säule. Bereits 3.000 Schritte pro Tag bremsen die Ablagerung von Tau-Proteinen im Gehirn. Eine Steigerung auf 5.000 bis 7.500 Schritte verstärkt diesen Effekt signifikant.
Metaanalysen zeigen: Aerobes Training verbessert den kognitiven Status um rund 30 Prozent. Die Lancet Commission schätzt, dass bis zu 45 Prozent der Demenzfälle durch eine Optimierung des Lebensstils vermieden oder hinausgezögert werden könnten.
Neue diagnostische und medikamentöse Optionen
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Seit Juli 2026 sind hochsensitive Bluttests für den Biomarker pTau217 mit CE-Kennzeichnung verfügbar. Das erleichtert die Früherkennung im klinischen Alltag erheblich.
Zudem zeigte eine Ende Juni veröffentlichte Studie: SGLT2-Inhibitoren – ursprünglich Diabetes-Medikamente – senken das Alzheimer-Risiko bei über 65-Jährigen um bis zu 43 Prozent. Auch GLP-1-Agonisten erzielten mit einer Reduktion von 33 Prozent ein beachtliches präventives Potenzial.
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