Demenzprävention: BeuGe qualifiziert Menschen mit Behinderung zu Gesundheits-Experten
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 10:05 Uhr | Redaktion boerse-global.deInklusive Angebote zur Förderung von Bewegung und gesunder Lebensweise gewinnen in der Prävention zunehmend an Bedeutung. Mit dem Projekt „Bewegung und Gesundheit im Alltag stärken“ (BeuGe) setzt Special Olympics Germany auf einen zielgruppengerechten Ansatz zur Stärkung der Selbstbestimmung.
Für den 12. November 2026 hat die Organisation ein Online-Netzwerktreffen angekündigt, um das Programm weiter voranzubringen. Das Konzept sieht ein kostenloses, viertägiges Training in leichter Sprache vor, das Grundlagen zu Bewegung, Ernährung und Gesundheit vermittelt.
Teilnehmende mit geistiger Behinderung werden darin zu Gesundheits- und Bewegungsexperten qualifiziert, um anschließend eigenständig lokale Initiativen wie Walkinggruppen und Kochabende zu leiten.
Besondere gesundheitliche Risiken im Fokus
Die Notwendigkeit zielgerichteter Präventionsmaßnahmen für Menschen mit Behinderung wird durch Erkenntnisse aus der Geriatrie gestützt. Nach Angaben des Geriatrienetzwerks Ostsachsen altern Menschen mit geistiger Behinderung früher und erkranken zudem in jüngeren Jahren an Demenz.
Demenzielle Veränderungen verlaufen bei dieser Gruppe häufig anders und schneller, was den Verlust von Gedächtnis sowie sozialen und emotionalen Fähigkeiten nach sich zieht und die Bewältigung des Alltags massiv beeinträchtigt.
Hinzu kommt, dass die Wahrnehmung der eigenen Hilflosigkeit bei Betroffenen oft Depressionen auslöst. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können Hunger-, Durst- und Schmerzempfindungen oft nicht mehr der eigentlichen Ursache zugeordnet werden.
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Der fortschreitende Verlust von Sprache und Erinnerungsvermögen erschwert es zudem, elementare Grundbedürfnisse mitzuteilen. Nebenwirkungen von Medikamenten können Stimmung, Verhalten sowie Mobilität zusätzlich beeinflussen. Vor diesem Hintergrund gelten alltagsnahe Aktivitäten, die physische und kognitive Ressourcen aktivieren, als wesentlicher Stützpfeiler.
Verknüpfung von Alltagsgestaltung und Demenzprävention
Dass gesundheitsfördernde Gewohnheiten im Alltag ein zentraler Hebel sind, betonen auch weitere Initiativen auf Landes- und kommunaler Ebene. In Hessen richten das Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege sowie das Ministerium für Digitalisierung und Innovation vom 26. bis 30. Oktober 2026 die Aktionswoche „Alter besser machen“ aus.
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Das Angebot widmet sich Themen wie Demenzprävention, Ernährung, Bewegung, Bildung im Alter und digitalen Assistenzsystemen. Familien- und Gesundheitsministerin Diana Stolz bezeichnete Gesundheitsförderung und Prävention als zentrale Bausteine einer zukunftsorientierten Seniorenpolitik, bei der soziale Integration und Selbstbestimmung im Mittelpunkt stehen.
Digitalstaatssekretär Dr. Nicolas Sölter erklärte, Ziel sei es, praktische Werkzeuge zu vermitteln und das Bewusstsein für die verschiedenen Facetten des Alters zu schärfen.
Auch auf lokaler Ebene wird die Aufklärung über präventive Maßnahmen verstärkt: So lädt das Caritas- und Familienzentrum St. Vinzenz in Einhausen für den 27. Oktober 2026 zu einer Informationsveranstaltung unter dem Titel „Demenzprävention beginnt im Alltag“ ein.
Im Fokus steht dabei die Frage, wie sich das Risiko einer Erkrankung durch bewusste Gewohnheiten und alltägliche Aktivitäten mindern lässt. Initiativen wie das BeuGe-Projekt von Special Olympics Germany greifen diese Erkenntnisse auf, indem sie Barrieren abbauen und Betroffene aktiv in die Gestaltung eines gesundheitsbewussten Umfelds einbinden.
