Demenzrisiko: 40 bis 45 Prozent hÀngen laut Neurologin von beeinflussbaren Faktoren ab
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die medizinische Forschung identifiziert zunehmend Faktoren, die das Risiko einer Demenzerkrankung maĂgeblich beeinflussen können. Laut einem Bericht vom 29.09.2026 geht die Neurologin Kristine Yaffe von der University of California, San Francisco (UCSF) davon aus, dass etwa 40-45% des Demenzrisikos durch beeinflussbare Faktoren bedingt sind. Diese Erkenntnis rĂŒckt prĂ€ventive MaĂnahmen und den individuellen Lebensstil stĂ€rker in den Fokus der klinischen Betrachtung.
Lebensstilfaktoren und klinische Studienergebnisse
Nach EinschĂ€tzung von Kristine Yaffe zĂ€hlen insbesondere das Rauchen, Alkoholkonsum, mangelhafte SchlafqualitĂ€t sowie eine unzureichende körperliche und soziale AktivitĂ€t zu den verĂ€nderbaren Risikofaktoren. Auch ein geringer Bildungsgrad, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Kopfverletzungen sowie Seh- und Hörverluste tragen zur Erhöhung des Risikos bei. Depressionen und Umweltverschmutzung werden ebenfalls als relevante EinflussgröĂen genannt.
Verschiedene Studien belegen laut dem Bericht vom 29.09.2026 die Wirksamkeit gezielter Interventionen. In der SMARRT-Studie konnte gezeigt werden, dass ein spezifisches Gesundheitscoaching zu einer Verbesserung der Ergebnisse in kognitiven Tests ĂŒber einen Zeitraum von 2 Jahren fĂŒhrte.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 2025 ergab zudem, dass eine Impfung gegen GĂŒrtelrose die Anzahl der DemenzfĂ€lle ĂŒber eine Beobachtungsdauer von 7 Jahren um 20% senkte.
Hinsichtlich der Supplementierung deutet die COSMOS-Mind-Studie aus dem Jahr 2022 darauf hin, dass Multivitaminsubstrate die kognitive Alterung verlangsamen könnten. Bei kĂŒnstlichen SĂŒĂstoffen verweist Yaffe darauf, dass aktuelle Studien lediglich Korrelationen, jedoch keine KausalitĂ€ten belegen konnten.
Die Rolle von SchlafqualitÀt und ErnÀhrung
Der Faktor Schlaf gewinnt in der PrĂ€ventionsforschung an Bedeutung. Eine Studie aus dem Jahr 2024 verdeutlicht, dass fragmentierter Schlaf bei Probanden mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren das Risiko fĂŒr schlechtere kognitive Testergebnisse in spĂ€teren Lebensphasen um bis zu das 3-fache erhöhen kann.
Neurologen betonen in diesem Zusammenhang, dass Schlafstörungen und Schlafmangel neben dem Mikrobiom oft unterschÀtzte Faktoren bei der Entstehung von Demenz seien.
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In Bezug auf die ErnĂ€hrung wird die mediterrane DiĂ€t als vorteilhaft hervorgehoben. Diese umfasst vor allem die Verwendung von Olivenöl sowie den Verzehr von BlattgemĂŒse, NĂŒssen, Vollkornprodukten und Fisch. Ein solches ErnĂ€hrungsverhalten wird mit einem geringeren Demenzrisiko assoziiert.
Demografische Trends und genetische Vorsorge
Die Relevanz der PrĂ€vention wird durch aktuelle Statistiken unterstrichen. In Deutschland leben derzeit ĂŒber 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz, wobei die Mehrheit von Alzheimer betroffen ist. Experten erwarten einen weiteren Anstieg dieser Zahlen. WĂ€hrend in Europa eine gewisse Abflachung oder Verlangsamung dieser Tendenz beobachtet wird, verzeichnen asiatische LĂ€nder einen deutlicheren Anstieg der Fallzahlen.
Neurologen weisen darauf hin, dass neben den beeinflussbaren Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Bewegungsmangel und Ăbergewicht auch genetische Komponenten eine Rolle spielen.
Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere bei Demenzerkrankungen innerhalb der Familie, speziell wenn GedĂ€chtnisprobleme in der sechsten oder siebten Lebensdekade auftraten. Sehr frĂŒhe familiĂ€re Formen der Alzheimer-Demenz können nach fachlicher EinschĂ€tzung bereits mit Mitte oder Ende 30 beginnen.
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Um dem entgegenzuwirken, wird die Erstellung von Risikoprofilen sowie regelmĂ€Ăige neurologische Untersuchungen empfohlen. Diese können durch genetische Analysen, die ĂberprĂŒfung von Blutwerten und Schlafanalysen ergĂ€nzt werden.
Die Neurowissenschaftlerin Dr. Anne Maass von der UniversitĂ€t Magdeburg verweist zudem auf das PhĂ€nomen der âSuper-Agerâ. Dabei handelt es sich um Personen ĂŒber 80 Jahre, die eine GedĂ€chtnisleistung aufweisen, die der von Menschen in ihren 50ern entspricht.
Geistige AktivitĂ€t sei ein entscheidender Aspekt, um diese langfristige Fitness zu erhalten. Fachleute raten allgemein zu einer hohen RegelmĂ€Ăigkeit in der LebensfĂŒhrung sowie zur Aufrechterhaltung sozialer Kontakte.
