Demenzrisiko: 45 Prozent der FÀlle hÀngen mit 14 Risikofaktoren zusammen
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 08:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deAktuelle Ratgeber- und GesundheitsbeitrĂ€ge stellen einfache, alltagstaugliche Bewegungs- und KoordinationsĂŒbungen vor, die das Demenzrisiko senken und die geistige LeistungsfĂ€higkeit langfristig erhalten sollen. Angesichts einer alternden Gesellschaft gewinnen prĂ€ventive MaĂnahmen zunehmend an Bedeutung, da sich viele Risikofaktoren fĂŒr kognitive EinschrĂ€nkungen durch gezielte Gewohnheiten im Alltag positiv beeinflussen lassen.
Beeinflussbare Risikofaktoren und frĂŒhzeitige Vorsorge
Nach Angaben der Lancet-Kommission sind 45 Prozent aller DemenzfĂ€lle mit 14 teilweise beeinflussbaren Risikofaktoren verbunden. Dazu zĂ€hlen neben Bluthochdruck, Diabetes, Ăbergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel auch Depressionen, Hörverlust, soziale Isolation, ĂŒbermĂ€Ăiger Alkoholkonsum sowie Luftverschmutzung.
Experten weisen darauf hin, dass biologische Vorzeichen fĂŒr Demenzerkrankungen im Blut bereits 15 bis 20 Jahre im Voraus erkennbar sein können. Prof. Emrah DĂŒzel vom Institut fĂŒr Kognitive Neurologie und Demenzforschung Magdeburg rĂ€t vor diesem Hintergrund zu zwei Stunden moderater körperlicher AktivitĂ€t pro Woche kombiniert mit Krafttraining.
Neben Bewegung zĂ€hlt er soziale Kontakte und Optimismus zu den wichtigsten SchutzmaĂnahmen. Personen mit dem genetischen Risikofaktor ApoE4 sollten zudem besonders auf ErnĂ€hrung, Cholesterinspiegel und körperliche BetĂ€tigung achten.
Der Neuropsychologe Louis Bherer von der UniversitĂ© de MontrĂ©al hebt hervor, dass gesunde Lebensgewohnheiten das Demenzrisiko um bis zu 50 Prozent verringern könnten. Körperliche AktivitĂ€t fördert nachweislich Denken, GedĂ€chtnis und exekutive Funktionen, wie Ăbersichtsarbeiten belegen.
Kraft- und Ausdauertraining fĂŒr das Gehirn
RegelmĂ€Ăiges Krafttraining spielt in der Vorbeugung eine zentrale Rolle. Es fördert die Hirndurchblutung, stimuliert die Produktion des Nervenwachstumsfaktors BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) und kann neuroinflammatorische Prozesse reduzieren. Fachleute empfehlen zwei bis drei Einheiten pro Woche mit jeweils mindestens einem Ruhetag dazwischen.
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FĂŒr AnfĂ€nger eignen sich GrundĂŒbungen wie Kniebeugen, Ausfallschritte, modifizierte LiegestĂŒtze, Planks oder Ruderbewegungen mit leichten Gewichten und TherabĂ€ndern. Pro Ăbung werden zwei bis drei SĂ€tze mit acht bis zwölf Wiederholungen angeraten. Vor Trainingsbeginn wird eine Ă€rztliche AbklĂ€rung empfohlen.
Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rĂ€t Erwachsenen zu mindestens zwei wöchentlichen Krafteinheiten, um dem natĂŒrlichen Abbau von Muskelmasse, Gelenkbeweglichkeit und Gleichgewichtssinn ab dem 30. Lebensjahr entgegenzuwirken.
Neben dem Muskelaufbau unterstĂŒtzen aerobe Ausdauerbelastungen wie zĂŒgiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen die Hirngesundheit. Auf dem Bewegungskongress âMove it â Kneipp macht fitâ in Bad Wörishofen riet Dr. Petra Mommert-Jauch Einsteigern zu tĂ€glich zehn Minuten Gehen.
Als ideal gelten vier wöchentliche Einheiten von 30 bis 60 Minuten zĂŒgigem Gehen, bei dem eine Unterhaltung noch möglich ist, ergĂ€nzt durch zwei schweiĂtreibende Einheiten von je 30 Minuten.
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Koordination und Aktivierung im Alltag
ZusĂ€tzlich zu reinem Ausdauer- und Krafttraining trainieren koordinative Ăbungen die Vernetzung im Gehirn. Bei der sogenannten Hand-Nase-Ohr-Challenge berĂŒhren die HĂ€nde abwechselnd Oberschenkel, Nasenspitze und OhrlĂ€ppchen bei steigendem Tempo. Die Ăbung beansprucht Konzentration, Reaktionsgeschwindigkeit und Bewegungsplanung.
Gegen langes Sitzen im Alltag helfen kurze MobilisationsĂŒbungen wie zehn langsames Schulterkreisen nach hinten, acht bis zehn Wiederholungen der Katze-Kuh-Bewegung im VierfĂŒĂlerstand oder das Dehnen der Brustmuskulatur an einem TĂŒrrahmen ĂŒber 20 Sekunden pro Seite.
FĂŒr Ă€ltere Menschen empfehlen Fachleute zudem vertraute, stressfreie AlltagsaktivitĂ€ten von etwa 20 Minuten Dauer â etwa gemeinsames Kochen, Gartenarbeit, das Hören von Musik, SpaziergĂ€nge oder RĂ€tsel in groĂer Schrift.
Zwar gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis dafĂŒr, dass eine einzelne BeschĂ€ftigung eine Demenzerkrankung sicher aufhalten kann; ein aktiver, bewegungsreicher Alltag gilt jedoch als verlĂ€ssliche Basis fĂŒr den Erhalt der geistigen SelbststĂ€ndigkeit. Bei ĂŒber Wochen zunehmender Vergesslichkeit sollte eine hausĂ€rztliche Untersuchung erfolgen.
