Demenzrisiko, ChefÀrztin

Demenzrisiko: 45 Prozent lassen sich laut ChefÀrztin beeinflussen

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bewegung, ErnÀhrung und soziale Kontakte können zur Vorbeugung beitragen; zugleich werden weltweit deutlich mehr DemenzfÀlle erwartet.

Demenzrisiko: 45 Prozent lassen sich laut ChefÀrztin beeinflussen
Ein von der Morgensonne durchfluteter Waldpfad, der Ruhe und einen gesunden Lebensstil symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Ein erheblicher Teil des individuellen Risikos, an einer Demenz zu erkranken, ist nicht schicksalhaft vorbestimmt, sondern lĂ€sst sich aktiv beeinflussen. ChefĂ€rztin Elke Koling legte am 10. Oktober 2026 bei einem Vortrag auf der Gesundheitsmesse in Plettenberg dar, dass 45 Prozent des Demenzrisikos beeinflussbar seien. PrĂ€vention und frĂŒhzeitige Gegenmaßnahmen rĂŒcken damit verstĂ€rkt in den Mittelpunkt der medizinischen Vorsorge.

Lebensstilfaktoren und individuelle Betrachtung

Zu den zentralen prĂ€ventiven Maßnahmen zĂ€hlen laut Koling regelmĂ€ĂŸige Bewegung, eine ausgewogene ErnĂ€hrung, ausreichend Schlaf sowie kontinuierliche geistige AktivitĂ€t und soziale Kontakte. DemgegenĂŒber stĂŒnden bekannte Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und eine geringe Bildung.

Gleichzeitig plĂ€dierte die Medizinerin fĂŒr eine differenzierte Beurteilung der Betroffenen. Vergesslichkeit im Alltag bedeute nicht zwingend eine beginnende Demenzerkrankung, weshalb eine individuelle Betrachtung der Patienten notwendig sei.

Wissenschaftliche Befunde zu verÀnderbaren Faktoren

Die EinschĂ€tzung deckt sich mit internationalen Erhebungen. Ein Bericht der Lancet-Kommission identifiziert zwölf verĂ€nderbare Demenzrisikofaktoren, die zusammengenommen fĂŒr rund 40 Prozent der weltweiten DemenzfĂ€lle verantwortlich sein könnten.

Anzeige

Wer seine geistige Fitness erhalten und das Risiko fĂŒr GedĂ€chtnisverlust senken möchte, findet in diesem kostenlosen Ratgeber elf effektive Übungen fĂŒr den Alltag. Kostenlosen Ratgeber fĂŒr geistige Fitness jetzt herunterladen

Nach den Daten der Kommission macht ein Hörverlust im mittleren Lebensalter rund 8 Prozent der FÀlle aus. Soziale Isolation wiederum geht im Vergleich zu sozial eingebundenen Menschen mit einem um 50 Prozent höheren Demenzrisiko einher.

Bei Typ-2-Diabetes verdoppelt sich das Erkrankungsrisiko in etwa. FĂŒr Bluthochdruck im mittleren Lebensalter – bezogen auf die Altersspanne von 40 bis 65 Jahren – wird ein Zielwert von unter 130/80 empfohlen. Zudem gilt starker Alkoholkonsum von mehr als 14 Drinks pro Woche als relevanter Faktor.

Hinsichtlich der körperlichen AktivitÀt verweist der Bericht auf Empfehlungen der US-Gesundheitsbehörde CDC, die mindestens 150 Minuten moderate AusdaueraktivitÀt pro Woche sowie Krafttraining an mindestens zwei Tagen umfassen.

Anzeige

Da Bluthochdruck als einer der wesentlichen Risikofaktoren gilt, zeigt dieser kostenlose Spezialreport sieben konkrete Tipps auf, wie Sie Ihre Werte auf natĂŒrliche Weise regulieren können. Gratis-Report zur natĂŒrlichen Blutdrucksenkung anfordern

Eine an der Curtin University durchgefĂŒhrte und in der Fachzeitschrift The Lancet Public Health veröffentlichte Untersuchung analysierte 61 Risikofaktoren und hob hervor, dass neben individuellen Verhaltensweisen auch strukturelle EinflĂŒsse wie Bildungszugang, WohnverhĂ€ltnisse, die Sicherheit in der Nachbarschaft sowie die LuftqualitĂ€t eine Rolle spielen.

Steigende Fallzahlen erfordern strukturierte Vorsorge

Weltweit zeichnet sich ein deutlicher Anstieg der Erkrankungen ab. Nach Angaben der Curtin University könnte die Zahl der Menschen mit Demenz von derzeit 57 Millionen auf 139 Millionen im Jahr 2050 anwachsen. In Australien wird die Schwelle von einer Million Betroffenen voraussichtlich bis 2065 ĂŒberschritten. FĂŒr Deutschland wird prognostiziert, dass die Zahl der Demenzkranken bis 2050 auf 2,6 Millionen steigen könnte.

Angesichts dieser Entwicklung gewinnen AufklĂ€rung und vorsorgliche Maßnahmen an Bedeutung. WĂ€hrend im Freistaat Bayern unter anderem ĂŒber die Betreuungsstellen rechtliche Vorsorgeinstrumente wie Vorsorgevollmachten und BetreuungsverfĂŒgungen thematisiert werden, unterstreichen Mediziner, dass die Reduktion verĂ€nderbarer Gesundheitsrisiken bereits in jĂŒngeren Lebensjahren ansetzen muss.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70293052 |