Depot-Krise, Dekorationskette

Depot-Krise: Dekorationskette schließt 66 von 155 Filialen

28.06.2026 - 10:20:03 | boerse-global.de

Die Dekorationskette Depot gibt über 40 Prozent ihrer Standorte auf und entlässt hunderte Mitarbeiter. Ein Sanierungsplan soll die verbliebenen 89 Filialen retten.

Depot schließt 66 Filialen: Radikaler Sparkurs nach Insolvenz
Depot-Krise - Leere Regale und Ausverkaufsschilder in einem schlecht beleuchteten Einzelhandelsgeschäft, das die Schließung und Liquidation signalisiert. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Von 155 Filialen bleiben nur 89 übrig – 66 werden geschlossen. Das Unternehmen hatte im Mai 2026 erneut Insolvenz angemeldet.

Großstädte und Kleinstädte gleichermaßen betroffen

Die Streichliste liest sich wie ein Who's who deutscher Einkaufsmeilen. In Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln und Stuttgart fallen Standorte weg. Auch Bremen, Hannover, Leipzig, Dresden, Erfurt und Bonn sind betroffen. Selbst kleinere Städte wie Backnang, Bayreuth, Konstanz, Weinheim und Kamen verlieren ihre Depot-Filiale.

In vielen Geschäften laufen bereits Räumungsverkäufe. Die Filiale auf den Mannheimer Planken hat schon dicht gemacht. Die offizielle Liste veröffentlichte das Unternehmen auf seiner Website.

Es ist nicht die erste Zäsur: Bereits 2024 musste Depot rund 100 Standorte schließen.

Kostendruck von allen Seiten

Geschäftsführer Christian Gries nennt mehrere Gründe für die Schieflage. Die Kaufzurückhaltung der Kunden drückt auf die Umsätze. Dazu kommt die starke Konkurrenz durch den Online-Handel. Gestiegene Kosten und vor allem Importzölle belasten die Bilanz zusätzlich.

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Die aktuelle Insolvenz ist die zweite innerhalb kurzer Zeit. Für die verbleibenden 89 Filialen läuft nun ein Sanierungsplan. Der Räumungsverkauf steht unter dem Motto des vollständigen Abverkaufs.

1.200 Mitarbeiter in der Schwebe

Rund 1.200 Beschäftigte sind von den Maßnahmen betroffen. Ihre Gehälter sind vorerst über das Insolvenzgeld abgesichert. Mit den 66 Filialen fällt ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze weg. Die Zukunft der restlichen Belegschaft hängt am Erfolg des Sanierungskonzepts.

Ein ganzes Gewerbe unter Druck

Die Depot-Krise ist kein Einzelfall. Der deutsche Einzelhandel steckt in einem tiefgreifenden Wandel:

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Nicht nur Depot kämpft: Galeria, Himolla und Traditionsbäckereien sind ebenfalls betroffen. Die Konsolidierungswelle erfasst den gesamten Einzelhandel. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Report, wie Sie als Anleger von dieser Entwicklung profitieren können. Jetzt Report zur Einzelhandels-Konsolidierung sichern

  • Galeria erhielt Ende Juni eine Kreditlinie über 160 Millionen Euro. Rund 30 der 83 verbliebenen Filialen gelten als gefährdet.
  • Der Polstermöbelhersteller Himolla leitete am 27. Juni ein Schutzschirmverfahren ein. Grund sind die schwache Bautätigkeit und die gedrückte Konsumstimmung.
  • Traditionsbäckereien wie Reinmuth (nach 120 Jahren) und Rackls Backstubn schlossen. Letztere wurde Ende Mai teilweise von Wettbewerbern übernommen.

Steigende Kosten und der Wettbewerb durch digitale Anbieter sowie Niedriglohnländer setzen den stationären Handel massiv unter Druck. Ob Depot mit dem radikalen Kahlschlag überlebt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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