Depressionssymptome, MADRS-Wert

Depressionssymptome: MADRS-Wert sank in vier Wochen von 18,9 auf 8,05

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 06:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In einer kleinen UCSF-Studie gingen Depressionswerte während einer Ernährung mit deutlich weniger hochverarbeiteten Lebensmitteln zurück; ein Kausalnachweis fehlt.

UCSF-Pilotstudie: Weniger Fertigprodukte, niedrigere Depressionswerte
Eine Schüssel mit frischem, rohem Gemüse auf einer hellen Küchenoberfläche im natürlichen Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Detaillierte Messwerte einer Pilotstudie der University of California, San Francisco (UCSF) geben vertiefte Einblicke in den Zusammenhang zwischen Ernährung und psychischer Gesundheit.

In der am 23. September 2026 in der Fachzeitschrift JAMA Psychiatry veröffentlichten Untersuchung prüften Forschende die Auswirkungen einer deutlichen Reduktion hochverarbeiteter Lebensmittel bei Personen mit depressiven Erkrankungen. Die Auswertung konkreter klinischer Skalen zeigt dabei deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Ernährungsphasen.

Signifikanter Rückgang auf klinischen Bewertungsskalen

Im Fokus der durch die National Institutes of Health (NIH) finanzierten Pilotstudie standen 20 Erwachsene mit Depressionen, von denen 19 das vierwöchige Crossover-Design abschlossen.

Die Probanden wiesen ein Durchschnittsalter von 44 Jahren auf, waren zu rund 70 % weiblich und litten neben Depressionen teils an weiteren Belastungen: 14 von ihnen hatten eine Angststörung, zudem wiesen alle Teilnehmenden einen hohen Body-Mass-Index sowie mindestens eine Stoffwechselstörung auf.

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Während der Interventionsphase senkten die Teilnehmenden ihren Verzehr hochverarbeiteter Nahrungsmittel um mehr als 85 %. Laut den Erhebungsbögen fiel der entsprechende Konsumwert von 10,10 zu Studienbeginn auf 1,42 in der Phase mit wenig hochverarbeiteten Produkten.

Dieser Ernährungswechsel spiegelte sich in standardisierten Depressionsfragebögen wider. Auf der Skala des Patient Health Questionnaire (PHQ-9) lag der durchschnittliche Wert bei üblicher Ernährung bei 8,68, während er in der Phase mit reduzierten Fertigprodukten auf 5,53 sank. Dies entspricht einem adjustierten Unterschied von etwa 3 Punkten.

Auf der Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale (MADRS) verzeichneten die Forschenden einen Wert von 18,9 unter gewohnter Ernährung gegenüber 8,05 während der Interventionsphase. Eine ergänzende, nicht näher ausgewiesene Auswertung bezifferte die Depressionswerte zu Studienbeginn auf etwa 21,6, während der reduzierten Phase auf rund 8 und bei üblicher Kost auf rund 19.

Explorative Resultate und methodische Einschränkungen

Auch bei einer dritten Depressionsmessung sowie bei den Werten für Angststörungen wurden in der interventionsbezogenen Phase niedrigere Werte dokumentiert, wobei sich die Angstwerte moderater verbesserten als die Depressionssymptome. Vorgabe während der jeweils vierwöchigen Abschnitte war, dass verordnete Medikamente, Therapiesitzungen sowie Schlaf- und Bewegungsgewohnheiten unverändert fortgeführt werden mussten.

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Trotz der deutlichen Punktunterschiede mahnen die Studienautoren zur Zurückhaltung bei der Interpretation. Die Primärziele der UCSF-Untersuchung lagen auf der Machbarkeit und Akzeptanz der Ernährungsumstellung; die psychischen Effekte wurden lediglich explorativ erhoben.

Zudem war die Studie unverblindet, stützte sich auf Selbstangaben zur Ernährung und war aufgrund der geringen Teilnehmerzahl zu klein für verlässliche Schlussfolgerungen. Die Methodik erlaubt es nicht, den Effekt hochverarbeiteter Produkte von allgemeinen Verschiebungen bei der Aufnahme von Kalorien, Fett oder Zucker zu trennen, weshalb kein kausaler Nachweis vorliegt.

Vermutete Mechanismen über Entzündungsprozesse oder die Darmflora wurden im Rahmen dieser Erhebung nicht nachgewiesen. Eine größere Phase-2-Studie der UCSF soll voraussichtlich im Jahr 2028 mit der Rekrutierung beginnen.

Einordnung in die breitere Studienlage

Die UCSF-Ergebnisse fügen sich in frühere epidemiologische Beobachtungen ein. Eine frühere britische Kohortenstudie des französischen Forschungsinstituts Inserm mit 4.554 Teilnehmenden hatte bereits eine Verknüpfung zwischen einem hohen Konsum hochverarbeiteter Nahrungsmittel und wiederkehrenden Depressionssymptomen festgestellt, ohne jedoch Kausalität zu belegen.

Darüber hinaus verknüpfte eine Auswertung von 50 Studien mit fast 9 Millionen Menschen den Konsum dieser Produkte mit weitreichenden physischen Risiken: Je 100 Gramm pro Tag an zusätzlichen hochverarbeiteten Lebensmitteln stiegen die Risiken für Herz-Kreislauf-Ereignisse um 14 %, für Krebs um 4 %, für die Gesamtsterblichkeit um 3 % sowie für metabolisches Syndrom und Diabetes um 2 %.

Fachleute betonen vor diesem Hintergrund, dass die vorliegenden Resultate vorläufig sind und keine Therapie- oder Heilungsbelege darstellen. Eine Ernährungsumstellung bildet keinen wissenschaftlich gesicherten Ersatz für Psychotherapie oder verordnete medikamentöse Behandlungen.

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