WaldbrÀnde, Nordrhein-Westfalen

Warum BrÀnde im ausgetrockneten Moor schwer bekÀmpfbar sind

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 14:03 Uhr | dpa.de

Der Brand im Hohen Venn ist besonders schwer zu löschen, weil es sich um ein ausgetrocknetes Hochmoor handelt. Dabei gibt es ganz besondere Gefahren.

  • Weite Teile des Hohen Venn an der Grenze zu Deutschland sind von den Flammen betroffen. Ein Brand im Hochmoor birgt besondere Gefahren. - Bild: Thomas Banneyer/dpa
    Weite Teile des Hohen Venn an der Grenze zu Deutschland sind von den Flammen betroffen. Ein Brand im Hochmoor birgt besondere Gefahren. - Bild: Thomas Banneyer/dpa
  • Ein Brand im Hochmoor kann sich unterirdisch fortsetzen.  - Bild: Thomas Banneyer/dpa
    Ein Brand im Hochmoor kann sich unterirdisch fortsetzen. - Bild: Thomas Banneyer/dpa
Weite Teile des Hohen Venn an der Grenze zu Deutschland sind von den Flammen betroffen. Ein Brand im Hochmoor birgt besondere Gefahren. - Bild: Thomas Banneyer/dpa Ein Brand im Hochmoor kann sich unterirdisch fortsetzen.  - Bild: Thomas Banneyer/dpa

BrĂ€nde in ausgetrockneten Mooren wie dem belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn können aus mehreren GrĂŒnden gefĂ€hrlich werden. «Wir stehen hier vor einem Problem», sagte der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette im niederlĂ€ndischen Fernsehen. «Der Boden besteht aus Torf, an der OberflĂ€che ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten.» Und es kann lange anhalten. FĂŒr die unterirdisch glimmenden Torfschichten im trockenen Hochmoor auf belgischem Gebiet prophezeite ein Monschauer Feuerwehrsprecher: «Das wird eine wochenlange Aktion werden.»

«Es ist einfach kein reiner Vegetationsbrand. Moore brennen anders als Vegetation», sagte Tanja Sanders vom ThĂŒnen-Institut fĂŒr Waldökosysteme in Eberswalde. «Das Feuer breitet sich meist eher unsichtbar im Untergrund aus, das heißt, man sieht gar nicht genau, wo eigentlich der Brandherd ist.» Bei einem Vegetationsbrand oder speziell auch einem Waldbrand sehe man genau, wo das Feuer gerade sei und er werde auch eher durch Winde beeinflusst.

Feuer bewegt sich unter der OberflÀche

«Bei MoorbrĂ€nden ist das Feuer eben meistens im Untergrund und kann sich in so einem ausgetrockneten Torf meterweit unter der OberflĂ€che fortbewegen und an einer anderen Stelle wieder nach oben durchbrechen», sagte Sanders. Das sei fĂŒr die EinsatzkrĂ€fte extrem schwierig und auch gefĂ€hrlich. 

Der Biologe Tobias Ceulemans von der UniversitĂ€t Antwerpen nennt der flĂ€mischen Zeitung «Nieuwsblad» einen Grund fĂŒr die Gefahr: Das Hohe Venn sei eigentlich ein Moorgebiet, das nur schwer in Brand gerate. Das Gebiet sei jedoch jahrzehntelang entwĂ€ssert worden, um dort fĂŒr die Holzgewinnung Fichtenforst anpflanzen zu können. «Auf solchen Böden mĂŒsste es verboten sein, Nutzforst anzulegen», kritisierte Ceulemans. 

In trockenen Mooren kann sich Feuer eher verbreiten

«Wenn das Moor ausgetrocknet ist, dann kann das Feuer sich eben auch in das Erdreich fressen und sich als Schwelbrand entwickeln», sagt Sanders. «Wenn er nicht bis an die OberflÀche durchkommt, ist es ein Brand ohne Flammen, aber mit starker Rauchentwicklung.» Der Rauch kann das Atemgift Kohlenmonoxid enthalten. 

Zudem brauche man sehr viel Wasser, um bis zum Schwelbrand durchzudringen. «Ich muss ja die gesamte FlĂ€che im Prinzip durchfeuchten. Das heißt, man braucht Unmengen an Wasser», so Sanders. Am besten wĂ€re jetzt eine Woche Landregen.

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