EU-Behörden, Schifffahrt

EU-Behörden: Schifffahrt hat Nachholbedarf bei Klimazielen

04.02.2025 - 00:05:40

Der europÀische Seeverkehr kommt auf seinem Weg zu mehr Nachhaltigkeit voran, hat aber noch einiges an Hausaufgaben vor sich. Gerade die Emissionen bleiben ein Problem.

  • Die Schifffahrt trĂ€gt zu schĂ€tzungsweise drei bis vier Prozent der CO2-Emissionen der EU bei. (Illustration) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

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  • Die EU-Umweltagentur EEA in Kopenhagen mahnt mehr Nachhaltigkeit auf See an. (Archivbild) - Foto: Steffen Trumpf/dpa

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Die Schifffahrt trĂ€gt zu schĂ€tzungsweise drei bis vier Prozent der CO2-Emissionen der EU bei. (Illustration) - Foto: Jens BĂŒttner/dpaDie EU-Umweltagentur EEA in Kopenhagen mahnt mehr Nachhaltigkeit auf See an. (Archivbild) - Foto: Steffen Trumpf/dpa

Die europĂ€ische Seeschifffahrt muss sich nach Angaben zweier EU-Behörden beim Klima- und Umweltschutz weiter steigern. Der maritime Sektor mache zwar Fortschritte auf dem Weg zu grĂ¶ĂŸerer Nachhaltigkeit, schrieben die EuropĂ€ische Umweltagentur (EEA) und die EuropĂ€ische Agentur fĂŒr die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA). Er mĂŒsse jedoch seine BemĂŒhungen in den kommenden Jahren verstĂ€rken, um die Klima- und Umweltziele der EU zur Verringerung von Energieverbrauch, Umweltverschmutzung und Emissionen sowie zum besseren Schutz der Artenvielfalt zu erreichen. 

Gerade der Ausstoß klimaschĂ€dlicher Treibhausgase stelle nach wie vor eine Herausforderung fĂŒr den Seeverkehr dar - auch wenn er zu den generell am wenigsten kohlenstoffintensiven Transportwegen zĂ€hlt. AktivitĂ€ten des Sektors wie der Fracht- und Containertransport, die kommerzielle Fischerei, der Transport mit Tankern sowie Kreuzfahrten machten demnach schĂ€tzungsweise drei bis vier Prozent der gesamten CO2-Emissionen der EuropĂ€ischen Union aus. Dieser Anteil mĂŒsse sinken, machten die in Kopenhagen und Lissabon ansĂ€ssigen EU-Agenturen klar. 

Vorschlag: Geschwindigkeit reduzieren 

Die Umweltorganisation OceanCare schlĂ€gt eine Lösung vor: «Der Übergang zu grĂŒnem Antrieb ist unausweichlich, braucht aber Zeit fĂŒr die Entwicklung technischer Lösungen und erhebliche Investitionen zur Modernisierung der Flotten», teilte GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Fabienne McLellan mit. «Die Reduzierung der Schiffsgeschwindigkeit stellt eine sofortige und kostengĂŒnstige bewĂ€hrte Maßnahme dar, die keine neue Technologie erfordert - nur politischen Willen.» Langsameres Fahren wĂŒrde nicht nur Emissionen senken, sondern auch Wale schĂŒtzen und UnterwasserlĂ€rm reduzieren. 

EU-Kommissar: Leitfaden fĂŒr die Schifffahrt der Zukunft

Unter anderem bei der Wasserverschmutzung etwa durch Öl und Abwasser sowie bei der Umstellung auf sauberere Treibstoffe mĂŒsse sich etwas tun, stellten die Umwelt- und Schifffahrtsexperten fest. Positiv merkten sie an, dass sich der von der Fischerei und Schifffahrt verursachte MeeresmĂŒll im Laufe des vergangenen Jahrzehnts halbiert habe - dieses Problem umfassend zu lösen, sei jedoch weiterhin schwer.

Der Bericht sei ein wertvoller Leitfaden fĂŒr die Zukunft der europĂ€ischen Schifffahrt und gleichzeitig ein Aufruf zum Handeln, stellte der EU-Kommissar fĂŒr Nachhaltigen Verkehr und Tourismus, Apostolos Tzitzikostas, fest. Umweltkommissarin Jessika Roswall forderte einen Paradigmenwechsel in der WertschĂ€tzung von Wasser, um dessen QualitĂ€t und QuantitĂ€t zu erhalten und zugleich die wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteile des Sektors zu stĂ€rken.

@ dpa.de