BMW und Amazon klagen erfolgreich gegen Markenpiraterie
08.02.2024 - 06:13:59Amazon und die BWW Group haben gemeinsam erfolgreich vor dem EuropĂ€ischen Unionsmarkengericht im spanischen Alicante gegen den Handel mit gefĂ€lschten BMW-Produkten geklagt. Das Gericht habe vier in Spanien ansĂ€ssige Personen wegen des versuchten Verkaufs gefĂ€lschter BMW-Teile und -Zubehör auf der Onlineplattform in ganz Europa verurteilt, teilten die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen ErklĂ€rung mit. Die BetrĂŒger dĂŒrfen demnach die gefĂ€lschten Produkte nicht weiter anbieten, mĂŒssen sie vernichten und den KlĂ€gern Schadenersatz leisten. Â
Es sei der erste Erfolg vor Gericht dieser Art in Spanien, den Amazons Abteilung fĂŒr FĂ€lschungskriminalitĂ€t (Counterfeit Crimes Unit, CCU) und die BMW Group erzielt hĂ€tten. Die in dem Zivilprozess verurteilten BetrĂŒger hĂ€tten gegen Gesetze verstoĂen, die Richtlinien von Amazon verletzt und die eingetragenen Marken der BMW Group missachtet, indem sie versucht hĂ€tten, gefĂ€lschte Produkte wie Ventilkappen, Embleme und SchlĂŒsselanhĂ€nger zu verkaufen. Sie hĂ€tten sogar gefĂ€lschte Herkunftsnachweise eingereicht.
Amazon habe die verdĂ€chtigen AktivitĂ€ten mithilfe fortschrittlicher Technologien maschinellen Lernens entdeckt und mit der BMW Group zusammengearbeitet, um zu bestĂ€tigen, dass es sich bei den fraglichen Produkten um FĂ€lschungen handelte. Amazon habe daraufhin die Verkaufskonten der Beklagten gesperrt, die mit dem Fall verbundenen Angebote entfernt und die betroffenen Kundinnen und Kunden von sich aus entschĂ€digt.Â
Hersteller bĂŒĂen UmsĂ€tze von 16 Milliarden Euro ein
Wie schwerwiegend die wirtschaftlichen Folgen von Produktpiraterie sind, zeigen Zahlen der EU-Agentur fĂŒr geistiges Eigentum (EUIPO/Alicante) von Januar. Demnach bĂŒĂten europĂ€ische Hersteller von Bekleidung, Kosmetik und Spielwaren durch nachgemachte Waren jĂ€hrlich UmsĂ€tze in Höhe von rund 16 Milliarden Euro ein. Zudem gingen durch solche BetrĂŒgereien rund 200.000 ArbeitsplĂ€tze verloren. Ein wichtiger Vertriebsweg fĂŒr solche Waren ist der Internethandel.
Amazon betonte, es nehme das Problem sehr ernst. «Amazon hat Null-Toleranz fĂŒr gefĂ€lschte Produkte und wird den Kampf gegen FĂ€lscher:innen dort fĂŒhren, wo auch immer sie operieren», sagte Kebharu Smith, Leiter der CCU. Jochen Volkmer, Leiter der Rechtsabteilung fĂŒr Marken-, Designrecht und gewerblichen Rechtsschutz bei der BMW Group, fĂŒgte hinzu, wenn beide Unternehmen ihre FĂ€higkeiten zusammenlegten, um FĂ€lschungen zu identifizieren und zu bekĂ€mpfen, sei das sehr erfolgreich.


