Bericht, Urwald

Bericht: Urwald von FlĂ€che grĂ¶ĂŸer als NRW zerstört

04.04.2024 - 18:33:02

Der Urwald ist als Lebensraum wichtig. Zwar war die zerstörte FlĂ€che 2023 grĂ¶ĂŸer als NRW - aber der Waldschwund ließ im Vergleich zum Vorjahr etwas nach. Hoffnung machen vor allem zwei LĂ€nder.

Weltweit sind im vergangenen Jahr einem Bericht zufolge rund 3,7 Millionen Hektar (37.000 Quadratkilometer) tropischer Urwald zerstört worden. Das sind rund 400.000 Hektar weniger als noch 2022, wie das World Resources Institute (WRI) in Washington mitteilte. Dennoch ist die verlorene WaldflĂ€che grĂ¶ĂŸer als Nordrhein-Westfalen (35.000 Quadratkilometer). Der RĂŒckgang geht zum Teil auf BrĂ€nde zurĂŒck, hauptsĂ€chlich aber auf andere Entwicklungen wie insbesondere Abholzung.

«Die Welt hat zwei Schritte vorwĂ€rts und zwei Schritte zurĂŒck gemacht, als es um die Waldverluste des letzten Jahres ging», erklĂ€rte Mikaela Weisse von der Umweltorganisation Global Forest Watch laut einer Mitteilung. 3,7 Millionen Hektar im Jahr 2023 - die Zahl ist fast identisch mit dem Waldverlust der Jahre 2019 und 2021. In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Welt nach Angaben des WRI jedes Jahr drei bis vier Millionen Hektar Tropenwald verloren.

Zehn Fußballfelder pro Minute

Umgerechnet seien im vergangenen Jahr pro Minute BaumbestĂ€nde in der GrĂ¶ĂŸe von zehn Fußballfeldern verschwunden. In Brasilien ging der Verlust 2023 zwar deutlich zurĂŒck, trotzdem ist es dem Bericht zufolge noch immer das Land mit dem grĂ¶ĂŸten Waldschwund. Kolumbien habe seinen Waldverlust im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert, hieß es. «Starke RĂŒckgĂ€nge im brasilianischen Amazonasgebiet und in Kolumbien zeigen, dass Fortschritte möglich sind», sagte Weisse. «Aber der zunehmende Waldverlust in anderen Gebieten hat diese Fortschritte wieder weitgehend zunichtegemacht.» Besonders stark schwanden WĂ€lder demnach in der Demokratischen Republik Kongo, in Bolivien und in Indonesien.

Großer Waldverlust in Kanada

Mit Blick auf die weltweite Entwicklung - also auch jenseits der Tropen - taucht ĂŒberraschenderweise Kanada prominent auf. Dort war der Waldverlust dreimal so hoch wie in anderen aufgezeichneten Jahren. Der Grund: 2023 wurden fĂŒnfmal mehr BĂ€ume durch BrĂ€nde vernichtet als im Vorjahr.

Urwald, also vom Menschen weitgehend unberĂŒhrter Wald, hat eine große Bedeutung fĂŒr den Erhalt der Artenvielfalt und fĂŒr die Speicherung von Kohlendioxid (CO2). Mithilfe der Plattform Global Forest Watch beobachten zahlreiche Umweltorganisationen unter Leitung des WRI seit 2014 unter anderem mit Satellitentechnik VerĂ€nderungen von Waldgebieten weltweit. Das WRI erstellte den darauf basierenden Report jĂ€hrlich gemeinsam mit Forschenden der US-amerikanischen UniversitĂ€t von Maryland.

@ dpa.de