WHO fordert höhere Steuern auf Alkohol
05.12.2023 - 17:43:12Mehr als zehn Millionen Menschen sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr durch Alkoholkonsum oder ungesunde ErnĂ€hrung. Mit Steuern auf Alkohol und zuckerhaltige GetrĂ€nke könnten Regierungen diese TodesfĂ€lle reduzieren, berichtete die WHO in Genf. Sie veröffentlichte ein Handbuch mit praktischen Tipps zur EinfĂŒhrung von höheren Alkoholsteuern. EuropĂ€ische LĂ€nder kritisiert sie fĂŒr ihren Umgang mit Wein.
Bei Bier liege der Anteil der Verbrauchssteuer der verkaufsstĂ€rksten Marke bei 17,2 Prozent. Bei der meistverkauften Spirituose seien es 26,5 Prozent. Namen nennt die WHO nicht. Sie hĂ€lt das fĂŒr zu wenig. «Steuern, die den Preis von Alkohol um 50 Prozent erhöhen, helfen ĂŒber 50 Jahre 21 Millionen TodesfĂ€lle zu verhindern, zeigt eine Studie aus dem Jahr 2017», berichtete die WHO. Zudem entstĂŒnden im gleichen Zeitraum 17 Billionen Dollar (15,7 Billionen Euro) zusĂ€tzliche Einnahmen. Nach Angaben der WHO gibt es Verbrauchsteuern auf Alkohol in 148 LĂ€ndern. Wein sei davon aber in mindestens 22 LĂ€ndern ĂŒberwiegend in Europa ausgeschlossen.
Höhere Steuern fĂŒhrten zu niedrigerem Konsum, so die WHO. Das verhindere Todes- und VerletzungsfĂ€lle im StraĂenverkehr und mindere das Risiko von Krebs- und Herzerkrankungen sowie Diabetes. AuĂerdem seien höhere Steuern ein Anreiz fĂŒr die Herstellerfirmen, gesĂŒndere Produkte zu machen. In einer kĂŒrzlichen von der WHO mitgetragenen Umfrage unter 7000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Kolumbien, Indien, Jordanien, Tansania und den USA hĂ€tten mehr als 60 Prozent höhere Steuern auf Alkohol zur Vermeidung von TodesfĂ€llen befĂŒrwortet.


