Digitalisierung, Bildung

Digitalisierung im Schulalltag: Wie das Calleo Institut Mecklenburg-Vorpommern bei einer landesweiten Fortbildungsinitiative begleitet – und was andere BundeslĂ€nder daraus lernen können

16.12.2025 - 09:37:37

Deutsch Evern - Heterogene Ausstattung, unterschiedliche Schulformen, hoher Digitalisierungsdruck: Mecklenburg-Vorpommern stand in den vergangenen Jahren vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig wuchs der Bedarf an Fortbildungsstrukturen, die LehrkrĂ€fte im digitalen Unterricht systematisch unterstĂŒtzen. Wie das Calleo Institut diesen Prozess begleitet hat und wie daraus ein landesweites Qualifizierungsprogramm entstand, erlĂ€utert der folgende Beitrag.

Zu Beginn der Corona-Krise kam auch in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend die Herausforderung auf, den Unterricht in Zeiten von Pandemien und Distanzlernen verlĂ€sslich aufrechterhalten zu können. An manchen Schulen gab es dabei bereits interaktive Tafeln oder Tablets, anderswo arbeitete man noch mit Beamern oder privaten GerĂ€ten – und ĂŒberall tauchten neue Fragen auf: Wie lassen sich Digitalisierung und pĂ€dagogischer Alltag sinnvoll verbinden? Wie gelingt schulformĂŒbergreifende Entwicklung, wenn Voraussetzungen und Bedarfe so verschieden sind? FrĂŒh zeigte sich, dass Digitalisierung nur gelingen kann, wenn Schulen unabhĂ€ngig von ihren Ausgangsbedingungen begleitet werden und Lösungen erhalten, die sich flexibel an den konkreten Unterrichtsalltag anpassen.

„Es reicht nicht, Tools vorzustellen. LehrkrĂ€fte mĂŒssen lernen, wie digitale Methoden ihren Unterricht in den eigenen FĂ€chern lernwirksamer machen und welche Programme sich fĂŒr die jeweiligen FĂ€cher und Klassenstufen tatsĂ€chlich eignen“, sagt Stefan Burggraf von Frieling, GrĂŒnder des Calleo Instituts. So nutzten beispielsweise schon wĂ€hrend der Pandemie rund 6.000 LehrkrĂ€fte kurze ErklĂ€rvideos. Diese frĂŒhen UnterstĂŒtzungsformate zeigten zugleich deutlich, wie groß der Bedarf an Orientierung war und dass weiterfĂŒhrende, strukturiert aufgebaute Qualifizierungen erforderlich sind. Auf dieser Grundlage begann das Calleo Institut gemeinsam mit dem Institut fĂŒr QualitĂ€tsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V), ein Fortbildungskonzept zu entwickeln, das die sehr unterschiedlichen schulischen Ausgangslagen berĂŒcksichtigen und allen LehrkrĂ€ften einen systematischen Zugang zur digitalen Unterrichtsentwicklung eröffnen sollte.

Wie sich das Projekt in der Folge entwickelt hat, welche Resultate damit bis heute erzielt wurden und was wir in Zukunft erwarten können, erfahren Sie hier.

Von wissenschaftlich begleiteter Pilotphase zu konkreten AnsÀtzen: So kam das Digitalisierungsprojekt des Calleo Instituts ins Rollen

Im Schuljahr 2021/22 startete das Projekt zunĂ€chst mit einer einjĂ€hrigen Pilotphase an vier unterschiedlichen Schulen: einer Förderschule, einer Grundschule, einer regionalen Schule und einem Gymnasium. Begleitet und ausgewertet wurde dieser Schritt vom Institut fĂŒr QualitĂ€tsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V). Die Ergebnisse fielen eindeutig aus: 92 Prozent der beteiligten LehrkrĂ€fte gaben an, dass sie ihre Kompetenzen in der Planung und DurchfĂŒhrung digitalen Unterrichts erheblich erweitern konnten und dieses Wissen auch fĂŒr ihre zukĂŒnftige Arbeit nutzen wollten.

Auf Grundlage dieser positiven Evaluation legte das Bildungsministerium den Grundstein fĂŒr die landesweite Umsetzung. Vor diesem Hintergrund beschloss es, die Zusammenarbeit mit dem Calleo Institut in Form eines fĂŒnfjĂ€hrigen Projekts fortzufĂŒhren und die Finanzierung vollstĂ€ndig zu ĂŒbernehmen. Damit war nicht nur die Chancengleichheit aller Schulen unabhĂ€ngig von der finanziellen Situation ihrer TrĂ€ger gewĂ€hrleistet, sondern auch ein verlĂ€sslicher Rahmen geschaffen.

Um die Schulen optimal vorzubereiten, wurden zentrale Informationsveranstaltungen fĂŒr Schulleitungen organisiert, bevor sich ganze Kollegien freiwillig anmelden konnten. Die Fortbildungsreihe selbst war von Beginn an klar strukturiert: Sie umfasst fĂ€cherĂŒbergreifende Grundlagenseminare, darauf aufbauende fachspezifische Vertiefungen sowie ein digitales Schulungssystem, das LehrkrĂ€ften langfristig zur VerfĂŒgung steht. Auf diese Weise entwickelte sich aus einem zeitlich begrenzten Pilotprojekt ein landesweit strukturiertes Fortbildungsprogramm fĂŒr schulformĂŒbergreifende Digitalisierung.

Umsetzung des Projekts: Wie die Fortbildung unterschiedlichster Kollegien und Schulen zuverlÀssig gelang

Das zentrale Merkmal der Fortbildungsreihe war ihre FlexibilitĂ€t. So begann jeder Durchlauf mit einer individuellen Bedarfsanalyse: Die Schulen legten selbst fest, welche technischen, methodischen und fachlichen Themen fĂŒr sie am relevantesten waren. In den Grundlagenseminaren wurden Einsteiger, Fortgeschrittene und Experten nach SelbsteinschĂ€tzung eingeteilt und konnten die Schwerpunkte nach Bedarf justieren. Dadurch entstand ein Lerntempo „auf Augenhöhe“. ErgĂ€nzt wurde dies durch fachspezifische Aufbauseminare, die das jeweilige Kollegium frei wĂ€hlen konnte.

Ein weiterer zentraler Faktor: Die Seminare wurden stets von erfahrenen LehrkrĂ€ften geleitet, die ĂŒberwiegend selbst in der jeweiligen Schulform tĂ€tig sind. Gerade Förderschulen und kleinere Grundschulen profitierten davon. Die technische und organisatorische Umsetzung folgte dabei den BedĂŒrfnissen der Schulen selbst: Digitale Seminare wurden flexibel geplant: teils als Blockveranstaltung, teils an zwei Nachmittagen, damit PrĂŒfungszeiten und Elternsprechtage nicht mit den Fortbildungszeiten kollidierten. Über ein zentrales Schulungsportal bleiben Materialien und Praxisbeispiele ferner bis zu zehn Jahre fĂŒr alle zugĂ€nglich. So wurde Fortbildung nicht nur einmalig, sondern als nachhaltiger Prozess etabliert.

Zudem sammelte das Calleo Institut in den vergangenen Jahren breite Erfahrungen aus vergleichbaren Digitalisierungsinitiativen, beispielsweise als es in Kooperation mit dem Zentrum fĂŒr SchulqualitĂ€t und Lehrerbildung Baden-WĂŒrttemberg (ZSL) zwischen 2022 und 2025 ĂŒber 100 Grundschulen begleitete. Die parallel laufenden Projekte ermöglichten es, methodische Konzepte zu vergleichen und weiterzuentwickeln und sie an unterschiedliche schulische Rahmenbedingungen anzupassen.

Resultate, Erkenntnisse und Resonanz – bisherige Errungenschaften des Projekts im Überblick

Bis Ende 2025 haben nun bereits mehr als 215 Schulen und rund 5.300 LehrkrĂ€fte die Fortbildungsreihe des Calleo Instituts absolviert – und damit etwa die HĂ€lfte aller staatlichen Schulen Mecklenburg-Vorpommerns. Die RĂŒckmeldungen fielen dabei eindeutig aus: Das Projekt wurde landesweit positiv aufgenommen, nicht zuletzt wegen der engen Zusammenarbeit zwischen IQ M-V, dem MedienpĂ€dagogischem Zentrum (MPZ), dem Bildungsministerium und dem Calleo Institut. Diese enge Verzahnung garantierte durchweg, dass organisatorische AblĂ€ufe ebenso wie datenschutzrechtliche Vorgaben und finanzielle Aspekte jederzeit verlĂ€sslich berĂŒcksichtigt wurden.

Die Gesamtauswertung brachte vier zentrale Erkenntnisse hervor: Schulen mit speziellen Bedarfen profitierten stark davon, dass die Seminare von fachnahen LehrkrĂ€ften durchgefĂŒhrt wurden. Gleichzeitig zeigte sich die große StĂ€rke des Projekts in seiner Dynamik. So wurden etwa neue Schwerpunkte wie der Einsatz von kĂŒnstlicher Intelligenz integriert, um aktuelle Entwicklungen unmittelbar aufzugreifen. Vor diesem Hintergrund zeigte sich, dass Fortbildungen besonders wirksam sind, wenn sie zeitlich mit der Ausstattung der Schulen mit neuer Technik zusammenfallen – ein Faktor, den viele Schulen als entscheidend beschrieben. Auch zeigte sich eine hohe Akzeptanz seitens der Kollegien: Gerade langfristig angelegte und flexible Formate stießen auf deutlich mehr Zustimmung als kurzfristige Pflichtmaßnahmen, selbst in Zeiten hoher Arbeitsbelastung durch Pandemie und Digitalpakt.

Fazit und Ausblick

Auch in der Folge traten ĂŒber 90 Prozent der Schulen mit dem Wunsch nach einer FortfĂŒhrung in Form regelmĂ€ĂŸiger Vertiefungen an das Calleo Institut heran. Zudem meldeten zahlreiche Einrichtungen konkrete Folgebedarfe, die das Calleo Institut in Abstimmung mit dem Bildungsministerium aufgriff. So lĂ€uft das Projekt aktuell noch bis 2027 und hĂ€lt die Hoffnungen weiter hoch: „Wir erwarten uns aus dieser zielgerichteten Fortbildungsreihe eine nachhaltige UnterstĂŒtzung fĂŒr Lehrerinnen und Lehrer auf dem weiteren Weg der Digitalisierung, einschließlich der damit verbundenen vielfĂ€ltigen QualitĂ€tsentwicklungsprozesse an den Schulen im Land Mecklenburg-Vorpommern“, erlĂ€utert Simone Oldenburg, Bildungsministerin Mecklenburg-Vorpommern, hierzu.

Mit der Umsetzung in Mecklenburg-Vorpommern ist demnach ein Projekt gelungen, das den Spagat zwischen den sehr unterschiedlichen Anforderungen einer heterogenen Schullandschaft und dem Anspruch an eine landesweite Wirksamkeit meistert. Die RĂŒckmeldungen der Schulen machen deutlich, dass erfolgreiche Digitalisierung dann gelingt, wenn sie nicht abstrakt „von oben“ entworfen wird, sondern unmittelbar an den praktischen Bedarfen der LehrkrĂ€fte ansetzt und durch starke institutionelle Partnerschaften getragen wird. Damit hat Mecklenburg-Vorpommern ein Beispiel geschaffen, das auch fĂŒr andere BundeslĂ€nder richtungsweisend sein kann. SchulformĂŒbergreifende Digitalisierung ist realisierbar, wenn sie klar strukturiert ist, kooperativ getragen wird und langfristig angelegt ist. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass ein solcher Ansatz nicht nur fĂŒr einzelne Regionen, sondern auch fĂŒr andere BundeslĂ€nder als Orientierung dienen kann, und zugleich verdeutlicht, dass nachhaltige Bildungsinnovation vor allem durch Zusammenarbeit entsteht.

Weitere Informationen ĂŒber die Fortbildungsformate des Calleo Instituts finden Sie unter www.calleo-institut.de. Schulleitungen und Fortbildungsbeauftragte können dort ĂŒber das Kontaktformular oder telefonisch ein kostenfreies und unverbindliches BeratungsgesprĂ€ch mit dem Calleo Institut vereinbaren.

Unternehmenskontakt:

Calleo Institut GmbH
Am Tiergarten 2
21407 Deutsch Evern
E-Mail: [email protected]
Telefon: 04131 2069899
Web: https://calleo-institut.de/

Original-Content von: Calleo Institut GmbH ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5e4db3

@ presseportal.de