Diabetes, FußbĂ€der

Diabetes und heiße FußbĂ€der: Ulkusrisiko liegt im Leben bei bis zu 34 Prozent

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
NervenschĂ€den können Verbrennungen unbemerkt lassen; Fachleute empfehlen kontrollierte Wassertemperaturen und tĂ€gliche Fußkontrollen.
Eine leere, mit Wasser gefĂŒllte Keramikschale auf einem weißen Fliesenboden in einem minimalistischen Badezimmer. Illustration mit AI erstellt.

FachbeitrĂ€ge warnen eindringlich davor, dass Menschen mit Diabetes heiße FußbĂ€der nutzen. Was im Alltag oft als entspannende Maßnahme gilt, kann bei bestehenden GefĂ€ĂŸschĂ€den das Risiko fĂŒr schwerwiegende Ulzerationen und GewebeschĂ€den massiv erhöhen. UrsĂ€chlich dafĂŒr ist hĂ€ufig eine diabetische Neuropathie, die das Schmerz- und Temperaturempfinden der Betroffenen herabsetzt.

EingeschrÀnktes Temperaturempfinden birgt hohe Verletzungsrisiken

Durch NervenschĂ€digungen können Betroffene oft nicht mehr verlĂ€sslich wahrnehmen, wie heiß das Wasser tatsĂ€chlich ist. Berichte veranschaulichen die gravierenden Folgen dieser sensorischen AusfĂ€lle an konkreten FĂ€llen. So badete eine 70-jĂ€hrige Typ-2-Diabetikerin aus Hanoi mit diabetischer Neuropathie und verminderter Schutzempfindung ihre FĂŒĂŸe in heißem Ingwerwasser.

In der Folge erlitt sie eine Verbrennung mit Ulkus am linken dritten Zeh. Im dortigen Duc-Giang-Krankenhaus stellten Mediziner eine trockene Nekrose des betroffenen Zehs fest, begleitet von ausgedehnten Ödemen und eitrigem Sekret.

Trotz Antibiotikatherapie und Wundversorgung blieb eine Besserung zunĂ€chst aus; es bestanden eine trockene GangrĂ€n sowie eine ausgedehnte Weichteilinfektion mit akuter Sepsisgefahr. Erst nach einer dreiwöchigen multimodalen Therapie gelang es dem Ärzteteam, die Infektion zu beherrschen und den Fuß zu erhalten.

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Ein weiterer dokumentierter Fall betrifft einen ĂŒber 70-jĂ€hrigen Patienten, der seit 20 Jahren an Diabetes litt. Nachdem er seine FĂŒĂŸe zwei Wochen lang tĂ€glich eine Stunde lang in heißem KrĂ€uterwasser gebadet hatte, verfĂ€rbten sich FĂŒĂŸe und Unterschenkel grauviolett. Die Ärzte diagnostizierten ein Ulkus und stuften die Erkrankung als mittelschweren diabetischen Fuß ein.

Statistische Risiken und Kontraindikationen

Die Gefahren von GewebeschĂ€den bei Diabetes sind erheblich. Klinische Statistiken weisen darauf hin, dass das Risiko fĂŒr ein Fußulkus im Laufe des Lebens bei Diabetespatienten zwischen 19 und 34 % liegt.

Rund 20 % der tiefen diabetischen Ulzera fĂŒhren ohne eine frĂŒhzeitige Behandlung zu einer Amputation. Laut Assoc. Prof. Do Dinh Tung, dem Direktor des Duc-Giang-Krankenhauses, mĂŒssen etwa 5–7 % der Diabetespatienten Zehen, FĂŒĂŸe oder Unterschenkel amputiert werden.

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Heiße FußbĂ€der gelten jedoch nicht nur bei Diabetes als riskant. Auch bei Venenleiden, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), akuter tiefer Venenthrombose, Erysipel beziehungsweise Zellulitis sowie schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen raten Fachleute von ĂŒberwĂ€rmten Anwendungen ab. Bei einer pAVK ist die Durchblutung der FĂŒĂŸe reduziert, wodurch selbst kleinste Wunden nur schlecht heilen.

Richtlinien fĂŒr die sichere hĂ€usliche Fußpflege

Fachleute weisen darauf hin, dass FußbĂ€der lediglich ein Komfortprodukt darstellen und eine fachgerechte medizinische Fußpflege keineswegs ersetzen können. Liegen Wunden, Infektionen, starke Schwellungen, Empfindungsstörungen oder Durchblutungsprobleme vor, sollte vor einer Anwendung zwingend Ă€rztlicher Rat eingeholt werden.

FĂŒr eine risikoarme Pflege Ă€lterer oder vorerkrankter Personen gelten klare Vorgaben:
- Die Wassertemperatur sollte bei etwa 37 °C liegen und warm, aber niemals heiß sein.
- Die Wassertemperatur darf nicht ĂŒber das FußgefĂŒhl getestet werden, sondern muss mit dem Ellbogen oder einem Thermometer kontrolliert werden.
- Die Badedauer sollte auf 5–10 Minuten begrenzt werden.
- Die FĂŒĂŸe mĂŒssen tĂ€glich inspiziert werden, um Verletzungen frĂŒhzeitig zu erkennen.
- FußnĂ€gel sollten stets gerade geschnitten und passendes Schuhwerk getragen werden.

Zeigen sich AuffĂ€lligkeiten oder schlecht heilende Wunden, ist eine zeitnahe Vorstellung in einer gefĂ€ĂŸchirurgischen Fachabteilung erforderlich, um irreversible SchĂ€den zu verhindern.

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