Diabetes und Hitze: 60% höhere Depressionsrisiko bei Àlteren Patienten
Veröffentlicht am: 01.07.2026 um 17:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Kreis GĂŒtersloh sind knapp 30.000 Menschen von Diabetes Typ 2 betroffen â bei Temperaturen ĂŒber 30 Grad steigt ihr Risiko fĂŒr Blutzuckerschwankungen und Hitzeerschöpfung dramatisch.
Matthias Wehmhöner von der AOK rĂ€t Betroffenen, bei extremer WĂ€rme die FlĂŒssigkeitszufuhr zu erhöhen und die Blutzuckerwerte hĂ€ufiger zu kontrollieren. Auch die Lagerung von Medikamenten wird zum Problem: Insulin gehört in den KĂŒhlschrank (2 bis 8 Grad), Insulin-Pens vertragen maximal 30 Grad.
Psychische Belastung verschÀrft die Lage
Doch die Gefahr ist nicht nur körperlich. Eine RKI-Studie âGesundheit 65+â aus dem Mai 2026 zeigt: Typ-2-Diabetiker ab 65 Jahren haben eine um 60 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit fĂŒr depressive Symptome als Nicht-Erkrankte. Die Lebenszufriedenheit liegt 41 Prozent niedriger, GleichgĂŒltigkeit (38 Prozent), Antriebslosigkeit (37 Prozent) und Einsamkeit (31 Prozent) sind deutlich erhöht.
Gerade in Hitzeperioden wird das Selbstmanagement dadurch massiv erschwert. Wer antriebslos ist, kĂŒmmert sich schlechter um seine Blutzuckerwerte â ein Teufelskreis.
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Wenn die Infrastruktur kollabiert
Ende Juni zeigte sich, wie real die Gefahr ist. In Duisburg wurden zwischen dem 25. und 28. Juni 32 TodesfĂ€lle registriert â weit ĂŒber dem Durchschnitt. Die Polizei geht von einer MitursĂ€chlichkeit der Hitze aus. Die Feuerwehr zĂ€hlte rund 600 zusĂ€tzliche RettungswageneinsĂ€tze im Vergleich zum Vorjahr.
In Mannheim fiel am Wochenende des 27. und 28. Juni die Klimaanlage eines Krankenhauses aus â mitten in der Hitzewelle. Der SPD-Politiker Jochen Ott fordert nun ein Landesförderprogramm fĂŒr Klimaanlagen in Pflegeheimen, KrankenhĂ€usern, Schulen und Kitas. âStĂ€dte und Kommunen haben oft nicht die Mittel, um diese kritische Infrastruktur zu schĂŒtzenâ, so Ott.
Neue Rekorde, neue Risiken
Am 28. Juni wurde in NeiĂemĂŒnde-Coschen mit 41,7 Grad ein Allzeitrekord gemessen. Und es bleibt heiĂ: Meteorologen erwarten ab dem 7. Juli erneut Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad.
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Eine aktuelle Analyse der UniversitÀt Sichuan zeigt zudem, dass Hitze und Luftdruck auch MigrÀne triggern können. Die Botschaft ist klar: Ohne umfassende HitzeaktionsplÀne werden vulnerable Gruppen im Stich gelassen.
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