Diabetes und Knochendichte: Zusammenhang mit HirnauffÀlligkeiten fÀllt stÀrker aus
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine SekundĂ€ranalyse der MESA-Kohorte durch Forschende der Johns Hopkins University rĂŒckt einen bislang wenig beachteten Zusammenhang in den Fokus: die Verbindung zwischen der Knochendichte der Brustwirbel und dem kognitiven Abbau im Alter.
In einem Bericht vom 23. September 2026 wird beschrieben, wie ein Team der UniversitĂ€t mittels kĂŒnstlicher Intelligenz die Knochendichte der Brustwirbel aus Thorax-Computertomografien von ursprĂŒnglich 2.086 Teilnehmenden bestimmte. Die finale Kohorte, mit der die eigentlichen Auswertungen erfolgten, umfasste 715 Personen mit einem Medianalter von 69 Jahren.
Niedrigere Knochendichte, schnellerer kognitiver Abbau
Die zentrale Erkenntnis der Analyse: Bei den 715 Ă€lteren Teilnehmenden war eine niedrigere Knochendichte der Brustwirbel zu Studienbeginn mit einem schnelleren RĂŒckgang der globalen Kognition sowie mit regionalen VerĂ€nderungen der weiĂen Hirnsubstanz ĂŒber einen Zeitraum von rund fĂŒnf Jahren verbunden.
FĂŒr LĂ€ngsschnittdaten zu sogenannten HyperintensitĂ€ten â AuffĂ€lligkeiten im Hirngewebe, die in der Bildgebung sichtbar werden â lagen Daten von 408 Teilnehmenden vor, fĂŒr die fraktionierte Anisotropie, ein MaĂ fĂŒr die strukturelle IntegritĂ€t der weiĂen Substanz, von 405 Teilnehmenden.
Konkret zeigte sich: Eine niedrigere Knochendichte zu Beginn der Beobachtung ging einher mit schnellerem globalem kognitivem Abbau, mit mehr HyperintensitĂ€ten im Balken â jener Struktur, die die beiden HirnhĂ€lften verbindet â sowie mit einem stĂ€rkeren RĂŒckgang der fraktionierten Anisotropie in der vorderen inneren Kapsel, einem Bereich, der wichtige Nervenbahnen bĂŒndelt.
Der Gesamtbefund zur fraktionierten Anisotropie erwies sich nach statistischer Korrektur allerdings als nicht signifikant; die belastbaren Ergebnisse betrafen ausschlieĂlich die genannten regionalen Effekte in der vorderen inneren Kapsel und die HyperintensitĂ€ten im Balken.
Unterschiede nach Diabetes-Status und Geschlecht
Laut einem Bericht vom 24. September 2026 fiel der Zusammenhang zwischen Knochendichte und HyperintensitĂ€ten bei Personen mit Diabetes stĂ€rker aus als bei jenen ohne die Erkrankung. Bei Frauen zeigte sich zudem ein möglicherweise stĂ€rkerer Zusammenhang zwischen niedrigerer Knochendichte und dem Verlust der IntegritĂ€t der weiĂen Hirnsubstanz.
Wer sich mit dem Thema kognitiver Abbau befasst, möchte oft frĂŒhzeitig Gewissheit ĂŒber die eigene mentale LeistungsfĂ€higkeit erlangen. Ein diskreter 2-Minuten-Selbsttest mit 7 gezielten Fragen bietet hier eine erste, unkomplizierte EinschĂ€tzung. Kostenlosen Demenz-Selbsttest jetzt anonym durchfĂŒhren
Beide Beobachtungen deuten darauf hin, dass bestimmte Gruppen empfindlicher auf die untersuchte Verbindung reagieren könnten, wobei die zugrunde liegenden Mechanismen aus den vorliegenden Daten nicht abschlieĂend erklĂ€rbar sind.
Grenzen der Studie
Die Johns Hopkins-Forschenden betonen ausdrĂŒcklich die methodischen Grenzen ihrer Arbeit: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die keinen KausalitĂ€tsnachweis liefert und keinen eigentlichen Demenztest umfasst. Es gebe keinen Nachweis dafĂŒr, dass Osteoporose tatsĂ€chlich eine Demenzerkrankung verursache.
Die beobachteten ZusammenhÀnge könnten stattdessen auf gemeinsame zugrunde liegende Prozesse hindeuten, etwa systemische AlterungsvorgÀnge, die sowohl Knochen als auch Gehirn betreffen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Radiology veröffentlicht (DOI 10.1148/radiol.260656).
Neben der Beobachtung körperlicher VerĂ€nderungen wie der Knochendichte ist die aktive StĂ€rkung der geistigen Fitness ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge ab 50. Dieser kostenlose Ratgeber stellt 11 praktische AlltagsĂŒbungen vor, mit denen Sie Ihre Konzentration und Ihr GedĂ€chtnis nachhaltig unterstĂŒtzen können. Gratis-Ratgeber fĂŒr Gehirntraining hier herunterladen
Einordnung fĂŒr die Praxis
FĂŒr Patientinnen und Patienten sowie behandelnde Ărzte liefert die Analyse vor allem einen Hinweis darauf, dass Knochengesundheit und Hirngesundheit im Alter möglicherweise enger miteinander verknĂŒpft sind als bislang angenommen.
Da die Untersuchung auf Routine-CT-Daten aufbaut, die ursprĂŒnglich fĂŒr andere Zwecke erhoben wurden, könnte die dort eingesetzte KI-gestĂŒtzte Bestimmung der Knochendichte langfristig zusĂ€tzliche Informationen aus bereits vorhandenen Bildgebungsdaten liefern â ohne dass zusĂ€tzliche Untersuchungen notwendig wĂ€ren.
Ob sich daraus praktische Konsequenzen fĂŒr FrĂŒherkennung oder PrĂ€vention kognitiver BeeintrĂ€chtigungen ableiten lassen, bleibt jedoch offen und dĂŒrfte Gegenstand weiterer Forschung sein.
