Diabetische, NierenschÀden

Diabetische NierenschÀden: Phosphatasen als neue Therapie-Zielstrukturen

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 06:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Forschung prĂŒft Phosphatasen als Ansatz gegen diabetische NierenschĂ€den, wĂ€hrend spĂ€te Diagnosen und steigende Behandlungskosten die Versorgung belasten.

Diabetische NierenschÀden: Phosphatasen eröffnen neue TherapieansÀtze
Laborumgebung mit GlasgefĂ€ĂŸen und wissenschaftlichen Instrumenten fĂŒr die medizinische Forschung. Illustration mit AI erstellt.

Mediziner warnen verstĂ€rkt vor der schleichenden Entwicklung diabetischer Nierenerkrankungen, die oft ĂŒber Jahre hinweg unbemerkt bleiben. In der pharmazeutischen Forschung werden nun neue AnsĂ€tze verfolgt, um diese entzĂŒndlichen Prozesse zu stoppen. Dabei wurden Phosphatasen als potenzielle therapeutische Zielstrukturen identifiziert, die kĂŒnftig neue Wege in der Behandlung eröffnen könnten.

Steigende Krankheitslast und ökonomische Herausforderungen

Die globale Belastung durch chronische Nierenerkrankungen (CKD) infolge von Typ-2-Diabetes hat in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen. Daten fĂŒr den Zeitraum von 1990 bis 2021 belegen, dass sich die Krankheitslast in diesem Bereich fast verdoppelt hat; der Anstieg wird auf etwa 80 bis 90 Prozent beziffert. Diese Entwicklung stellt nicht nur die Gesundheitssysteme vor medizinische Probleme, sondern verursacht auch erhebliche Kosten.

Am Beispiel der USA wird deutlich, wie stark die wirtschaftliche Belastung mit dem Fortschreiten der Erkrankung korreliert. WĂ€hrend die Kosten pro versicherter Person in einem frĂŒhen Stadium der NierenschĂ€digung bei etwa 30.000 US-Dollar liegen, steigen diese in einem fortgeschrittenen Stadium auf circa 119.000 US-Dollar an. Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit fĂŒr eine frĂŒhzeitige Intervention und effektivere Therapiemöglichkeiten.

Phosphatasen als neue Zielstrukturen in der Forschung

Ein im Journal of Biomedical Science veröffentlichter Review untersucht die Rolle von Protein-Tyrosin-Phosphatasen (PTP) als potenzielle Angriffspunkte fĂŒr neue Medikamente. Die Forschung unterscheidet dabei insgesamt 38 klassische Phosphatasen, die sich in 21 Rezeptor-Typen und 17 Nicht-Rezeptor-Typen unterteilen lassen.

Besonderes Augenmerk liegt auf sogenannten PTP1B- und SHP2-Inhibitoren. In wissenschaftlichen Untersuchungen, unter anderem in Mausmodellen, erwiesen sich Inhibitoren wie SHP099 als renoprotektiv. Diese Wirkstoffe könnten somit dazu beitragen, die Niere vor weiteren SchĂ€den zu schĂŒtzen und die entzĂŒndlichen Prozesse, die mit einer diabetischen Nephropathie einhergehen, zu bremsen.

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Herausforderungen bei der FrĂŒherkennung und Diagnose

Ein zentrales Problem bei der BekÀmpfung von NierenschÀden ist die spÀte Diagnose der Grunderkrankung Typ-2-Diabetes. Im Durchschnitt bleibt diese Form des Diabetes acht bis zehn Jahre unerkannt. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sind in Deutschland knapp 10 Prozent der Erwachsenen mit einer Diabetes-Diagnose registriert. Experten gehen zudem von einer Dunkelziffer von rund 2 Millionen weiteren Betroffenen aus.

Typische Symptome eines erhöhten Blutzuckerspiegels sind starker Durst, hĂ€ufiges Wasserlassen, MĂŒdigkeit sowie trockene oder juckende Haut. Auch eine schlechte Wundheilung und Sehstörungen können auf die Erkrankung hindeuten. FĂŒr eine gesicherte Diagnose sind laut Fachleuten zwei auffĂ€llige Messungen erforderlich.

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Als Grenzwerte gelten hierbei ein NĂŒchternblutzucker von ĂŒber 126 mg/dl (7 mmol/l), ein HbA1c-Wert von mehr als 6,5 Prozent (ĂŒber 48 mmol/mol) oder ein Wert von ĂŒber 200 mg/dl (11,1 mmol/l) zwei Stunden nach einem Glukosebelastungstest.

Normalwerte liegen bei einem NĂŒchternblutzucker von unter 100 mg/dl und einem HbA1c-Wert von unter 5,7 Prozent. Ein PrĂ€diabetes wird diagnostiziert, wenn der NĂŒchternwert zwischen 100 und 125 mg/dl liegt oder der 2-Stunden-Wert des Belastungstests 140 bis 199 mg/dl erreicht. Als medizinisch gefĂ€hrlich gelten Blutzuckerwerte ab mehr als 250 mg/dl.

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