DiĂ€t und Jo-Jo-Effekt: Asprosin-Blockade verhindert RĂŒckfall bei MĂ€usen
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 11:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Viele Menschen erleben nach einer erfolgreichen DiÀt eine rasche erneute Gewichtszunahme. Eine im Fachjournal Cell Reports veröffentlichte Forschungsarbeit liefert nun neue Einblicke in die molekularen Ursachen dieses PhÀnomens.
Ein Team um Brian C. Kim von der Case Western Reserve University in Cleveland, Ohio, und dem Harrington Discovery Institute hat im August 2026 die Entdeckung eines epigenetischen GedÀchtnisses in Fettzellen vorgestellt. Demnach hinterlÀsst Adipositas eine molekulare Erinnerung, die die Produktion des Appetithormons Asprosin auch nach einer Gewichtsabnahme auf einem erhöhten Niveau hÀlt.
Molekularer Mechanismus und die Rolle von Asprosin
Das Hormon Asprosin, ein C-terminaler Abschnitt des Proteins Profibrillin-1 aus dem FBN1-Gen, steht im Zentrum der beobachteten Mechanismen. Wie die Forscher der Case Western Reserve University und des Harrington Discovery Institute darlegen, ist dieser Signalweg sowohl fĂŒr den sogenannten Jo-Jo-Effekt als auch fĂŒr die maternale Ăbertragung von Adipositas von Bedeutung.
In Laborversuchen zeigte sich, dass der Wachstumsfaktor TGF-?1 in kultivierten Adipozyten die Transkription des FBN1-Gens sowie die anschlieĂende Bildung von Asprosin steigert. Bei MĂ€usen verstĂ€rkte die Gabe von TGF-?1 die FBN1-Expression sowohl im viszeralen als auch im subkutanen Fettgewebe.
Dieser Effekt erwies sich als bemerkenswert stabil: Wurden Adipozyten ĂŒber einen Zeitraum von 4 Tagen mit TGF-?1 behandelt und danach 14 Tage lang ohne dieses Zytokin kultiviert, blieben die FBN1-Expression und die Asprosinproduktion dennoch erhöht.
In vivo zeigten sich vergleichbare Resultate. Auch 2 Wochen nach einer lediglich 4-tÀgigen Gabe von TGF-?1 blieben die FBN1-Werte im Fettgewebe und die Asprosin-Spiegel im Plasma der Versuchstiere erhöht.
Viele kennen das Muster: Nach einer erfolgreichen DiĂ€t kommt das Gewicht zurĂŒck â oft schneller als gedacht. Forscher beschreiben nun ein epigenetisches GedĂ€chtnis in Fettzellen, das die Produktion des Appetithormons Asprosin auch nach der Abnahme erhöht hĂ€lt. Der kostenlose Report ordnet ein, was das fĂŒr Ihren Alltag bedeutet und welche Fragen Sie Ihrem Arzt stellen sollten. Kostenlosen Report jetzt anfordern
Epigenetische VerĂ€nderungen und Ăbertragung auf Nachkommen
Die Ursache fĂŒr das anhaltende Signal ist epigenetischer Natur. Die Wissenschaftler stellten eine erhöhte ZugĂ€nglichkeit des Chromatins am FBN1-Locus sowie eine verstĂ€rkte H3K27-Acetylierung fest, was als transkriptionelles GedĂ€chtnis der Fettzellen wirkt.
In FĂŒtterungsversuchen nahmen MĂ€use, die 2 Wochen zuvor TGF-?1 erhalten hatten, unter einer fettreichen ErnĂ€hrung schneller an Gewicht zu. Eine gezielte Blockade von Asprosin hob diesen Effekt auf. Zudem verhinderte das Ausschalten des Asprosin-Pfads bei MĂ€usen die erneute Gewichtszunahme nach einer DiĂ€t.
Gleichzeitig verringerte die Intervention die Weitergabe einer erhöhten AnfĂ€lligkeit fĂŒr Adipositas von der Mutter an die Nachkommen, da das entsprechende Signal die Plazenta passieren und somit auf den Fötus ĂŒbertragen werden kann.
Bedeutung fĂŒr Therapien und offene Fragen
Die Autoren der Case Western Reserve University und des Harrington Discovery Institute sehen in diesen Mechanismen auch eine ErklĂ€rung dafĂŒr, warum moderne GLP-1-Medikamente nach dem Absetzen oft nur eine zeitlich begrenzte Wirkung aufweisen und Betroffene wieder zunehmen.
Wenn Sie ein Abnehm-Medikament absetzen und das Gewicht zurĂŒckkehrt, liegt das nicht an fehlender Disziplin. Die Forschung liefert Hinweise, warum die Wirkung nach dem Absetzen oft begrenzt bleibt â und was das epigenetische GedĂ€chtnis der Fettzellen damit zu tun haben könnte. Der Report fasst den Stand zusammen, klar und ohne Ăbertreibung. Report zum Nachlesen sichern
Bislang stĂŒtzen sich die Befunde zu menschlichen Daten ausschlieĂlich auf Analysen aus öffentlichen DatensĂ€tzen. Eine direkte BestĂ€tigung der VorgĂ€nge im menschlichen Organismus steht noch aus. Als nĂ€chste Schritte planen die beteiligten Forscher die Validierung der Ergebnisse in menschlichen Fettzellen sowie die detaillierte PrĂŒfung von Therapien, die spezifisch den Asprosin-Signalweg blockieren.
