Diätshakes: Nur zwei von 20 Produkten erhalten Note Gut
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 04:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Industrie boomed, doch Wissenschaft und Behörden schlagen Alarm. Aktuelle Studien und Marktchecks zeigen: Viele Produkte sind überflüssig, manche sogar gefährlich.
Vitamin D und Kalzium: Nur die Kombination hilft
Eine große Metaanalyse im Fachmagazin BMJ hat 69 Studien mit 154.000 Teilnehmern ausgewertet. Das Ergebnis: Vitamin D allein beugt bei Menschen über 65 ohne Osteoporose keinen Knochenbrüchen vor. Erst die Kombination mit Kalzium senkt das Risiko um rund neun Prozent. Die Autoren raten dennoch von einer routinemäßigen Einnahme ab.
Auch Multivitamin-Präparate liefern keine Wunder. Eine US-Studie mit über 16.000 Erwachsenen ab 60 Jahren zeigte nach drei Jahren: Die Probanden fühlten sich im Alltag etwas besser, ihre körperliche Leistungsfähigkeit blieb jedoch unverändert.
Protein-Wahn: Teuer, aber meist unnötig
Der Hype um Eiweißprodukte ist ungebrochen – und teuer. Laut Nielsen IQ waren „High Protein“-Lebensmittel im Schnitt 40 Prozent teurer als Standardware. Trotzdem stieg der Umsatz um 21,5 Prozent, der Absatz um 19,4 Prozent. Seit Januar 2026 sind zudem die Rohstoffpreise für Molkenprotein um 40 bis 60 Prozent gestiegen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält die Produkte für weitgehend überflüssig. „Der Proteinbedarf wird in der Regel über die normale Ernährung gedeckt“, so eine Sprecherin.
Vitaminwasser: Schnell überdosiert
Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt von Mai 2026 untersuchte 35 Vitaminwässer. Bei 12 Produkten überschritt bereits eine einzelne Flasche die empfohlene Tageszufuhr bestimmter Vitamine. Überschüssige wasserlösliche Vitamine werden zwar meist ausgeschieden, doch eine dauerhafte Überdosierung kann riskant sein.
Diätshakes: Nur zwei von 20 sind „Gut“
Der aktuelle Diätshake-Test der Stiftung Warentest ist alarmierend: Nur 2 von 20 Produkten erhielten die Note „Gut“, viele enthielten Chlorat, Aluminium oder Kadmium. Bevor Sie zum nächsten Shake greifen, sollten Sie wissen, worauf Sie achten müssen. Jetzt kostenlose Schadstoff-Checkliste anfordern
Die Stiftung Warentest prüfte Ende Juli 2026 Diätshakes – mit erschreckendem Ergebnis. Nur zwei Produkte erhielten die Note „Gut“. In mehreren Shakes fanden die Tester Rückstände von Chlorat, Aluminium oder Kadmium sowie mikrobiologische Verunreinigungen.
Die DGE warnte auf einer Fachveranstaltung Ende Juli vor den Risiken unkontrollierter Supplementierung und möglichen Schadstoffbelastungen.
Melatonin für Kinder: Experten fordern Verbot
Am 28. Juli 2026 schlug die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) Alarm. Sie fordert ein Verbot von Melatonin in kindgerechten Süßwaren. Die Produkte unterliegen oft nicht den strengen Arzneimittelstandards. Die Folge: Erhebliche Abweichungen zwischen deklarierter und tatsächlicher Wirkstoffmenge. Langzeitdaten zu den Auswirkungen auf die hormonelle Entwicklung fehlen völlig.
Tödliche Infusion: Warnung vor NAD-Therapie
Ein tragischer Fall aus New York zeigt die extremen Risiken. Im Juli 2026 starb eine 27-jährige Frau nach einer NAD-Infusion in einer Wellnessklinik. Der Betreiber hatte keine ärztliche Zulassung. Experten warnen: Solche invasiven Anwendungen umgehen die natürlichen Filtermechanismen des Körpers und können ohne medizinische Aufsicht lebensgefährlich sein.
Raucharomen verboten, Nudossi zurückgerufen
Auch Vitaminwasser und Proteinpulver sind oft überdosiert oder überflüssig – die DGE warnt vor Risiken. Unser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihren Nährstoffbedarf sicher und ohne Schadstoffe decken. Ratgeber: Sichere Nahrungsergänzung 2026
Seit dem 1. Juli 2026 sind acht Raucharomen nicht mehr für die Neuproduktion zugelassen. Grund ist eine Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die potenzielle Krebsrisiken sieht. Für bestehende Produkte gelten Übergangsfristen bis Juli 2029.
Ebenfalls im Juli 2026: Ein bundesweiter Rückruf der „Nudossi Haselnuss-Nougat-Crème“ (300g-Glas) mit Mindesthaltbarkeitsdaten bis September 2026. Grund waren Salmonellen-Funde. Der Fall zeigt: Auch bei vermeintlich harmlosen Lebensmitteln sind konsequente Kontrollen nötig.
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