DiAPREV-IT, Retogatein-Injektionen

DiAPREV-IT: Zwei Retogatein-Injektionen verzögern Typ-1-Diabetes deutlich

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei Kindern mit HLA DR3-DQ2 verlÀngerte Retogatein die mediane Zeit bis zur Insulinpflicht von 3,4 auf 9,0 Jahre.

Diamyd Medical: Immuntherapie verzögert Typ-1-Diabetes bei Kindern
Ein steriles medizinisches GlasflĂ€schchen auf einem weißen Labortisch vor einem unscharfen Hintergrund aus Edelstahl und Glas. Illustration mit AI erstellt.

Neue Langzeitdaten zur Immuntherapie bei Typ-1-Diabetes weisen auf Möglichkeiten hin, den Ausbruch der Erkrankung bei Risikopatienten um mehrere Jahre zu verschieben.

Wie aus Berichten ĂŒber die Studie DiAPREV-IT des Unternehmens Diamyd Medical hervorgeht, kann eine gezielte Behandlung bei Kindern mit bestimmten genetischen Merkmalen das Fortschreiten zur Insulinpflicht signifikant verlangsamen. Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Diabetologia veröffentlicht werden sollen, bieten wichtige Einblicke in prĂ€ventive medikamentöse AnsĂ€tze.

Deutliche Verzögerung durch gezielte Immuntherapie

Im Fokus der Untersuchung steht der Wirkstoff Retogatein (GAD-alum). In der ĂŒber einen medianen Nachbeobachtungszeitraum von 12,9 Jahren gefĂŒhrten Analyse der DiAPREV-IT-Studie verzögerten zwei Injektionen des PrĂ€parats den Übergang in das insulinabhĂ€ngige Stadium 3 bei Kindern mit dem genetischen Profil HLA DR3-DQ2 signifikant (p=0,018).

Die mediane Zeit bis zum Erreichen von Stadium 3 lag unter der Gabe von Retogatein bei 9,0 Jahren, wĂ€hrend sie in der Placebogruppe 3,4 Jahre betrug. Dies entspricht einem Aufschub von mehr als fĂŒnf Jahren.

An der randomisierten und placebokontrollierten DiAPREV-IT-Studie nahmen insgesamt 50 Kinder im Alter von 4 bis unter 18 Jahren teil, die sich im Stadium 1 oder 2 befanden, positiv auf GAD-Autoantikörper getestet worden waren und ĂŒber einen ursprĂŒnglichen Studienzeitraum von fĂŒnf Jahren begleitet wurden.

Der Ansatz unterscheidet sich methodisch von anderen laufenden Programmen des Herstellers. In der Phase-3-Studie DIAGNODE-3 wird der Wirkstoff beispielsweise intralymphatisch verabreicht und bei Patienten eingesetzt, die sich bereits im insulinpflichtigen Stadium 3 befinden.

Anzeige

Neue Langzeitdaten zeigen: Bei Kindern mit bestimmten genetischen Merkmalen kann eine gezielte Immuntherapie den Weg zur Insulinpflicht um mehr als fĂŒnf Jahre verschieben. Was das fĂŒr Familien mit Risikokindern bedeutet und welche FrĂŒherkennung jetzt sinnvoll ist, fassen wir in einem kostenlosen Ratgeber zusammen. Kostenlosen Eltern-Ratgeber anfordern

Bedeutung von FrĂŒherkennung und neuen Therapieformen

Die Studienergebnisse unterstreichen den Stellenwert einer rechtzeitigen Diagnose vor dem Auftreten klinischer Symptome. Fachleute betonen, dass eine frĂŒhe Erkennung den Ausbruch hinauszögern und betroffene Kinder vor schwerwiegenden Stoffwechselentgleisungen schĂŒtzen kann.

In diesem Zusammenhang empfehlen Experten wie Professorin Anette-Gabriele Ziegler vom Institut fĂŒr Diabetesforschung beim Helmholtz-Zentrum MĂŒnchen, Kinder systematisch ĂŒber Bluttests auf Vorstufen von Typ-1-Diabetes zu untersuchen, um therapeutische Zeitfenster frĂŒhzeitig nutzen zu können.

Parallel zu prÀventiven AnsÀtzen schreitet auch die Entwicklung zellulÀrer Therapien voran. So gelang es Forschern des Unternehmens Sana und der UniversitÀt Uppsala, einem Diabetiker gentechnisch verÀnderte, hypoimmune Inselzellen zu transplantieren.

Anzeige

Viele Eltern erfahren erst von einem erhöhten Typ-1-Diabetes-Risiko, wenn erste Symptome auftreten — dabei entscheidet sich das therapeutische Zeitfenster oft Jahre frĂŒher. Unser kostenloser Ratgeber zeigt, welche Bluttests Vorstufen erkennen und welche Fragen Sie Ihrem Kinderarzt stellen sollten. Checkliste FrĂŒherkennung jetzt sichern

Diese Zellen wurden vom Immunsystem nicht abgestoßen und blieben ĂŒber einen Zeitraum von vier Wochen funktionstĂŒchtig, ohne dass eine immunsuppressive Behandlung erforderlich war.

WÀhrend herkömmliche Inselzelltransplantationen mit einer hochgradigen Immunsuppression einhergehen, sollen die genauen Mechanismen und Details dieses neuen Verfahrens nach Angaben der Beteiligten demnÀchst in einem Fachjournal veröffentlicht werden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70179434 |