Glasfaser-Ausbau lÀuft auf Hochtouren
26.02.2026 - 13:08:53 | dpa.deDer Glasfaser-Ausbau in Deutschland kommt voran, wird aber getrĂŒbt von Beschwerden ĂŒber aufdringliche Werbung und verspĂ€tete Anschluss-Bereitstellungen. Die Deutsche Telekom gab in Bonn bekannt, im vergangenen Jahr Glasfaser an 2,5 Millionen Haushalten gelegt zu haben und damit 0,3 Millionen mehr als 2024. Das hohe Tempo soll Jahr fĂŒr Jahr fortgesetzt werden, 2030 soll die Technologie an 25 Millionen Haushalten verfĂŒgbar sein und damit doppelt so viel wie derzeit (12,6 Millionen).Â
«Wir bleiben gut auf Kurs», sagte der Telekom-Deutschlandchef Rodrigo Diehl und kĂŒndigte eine Erhöhung der Investitionen in Glasfaser an. Das ist auch nötig, um das aktuelle Tempo aufrechtzuerhalten, denn der Ausbau wird teurer. Die Bagger der Telekom rollen immer hĂ€ufiger auf dem Land, wo die nötigen Strecken weiter sind als in den StĂ€dten. «Wir investieren weiterhin mehr als jedes andere Unternehmen in Deutschland.»Â
Ein Teil der Kabel geht bis in die HĂ€user oder bis in die Wohnungen, der andere Teil liegt nur in der StraĂe - im Fachterminus heiĂt das «Homes Passed». Glasfaser bietet die stabilsten und schnellsten Internetverbindungen. Die Alternativen - also Internet ĂŒber Telefonleitungen und ĂŒber Fernsehkabel - gelten perspektivisch als Auslaufmodell.Â
Die Telekom-Wettbewerber kamen laut Branchenverband Breko Mitte 2025 auf 14,3 Millionen Haushalte und damit 2,2 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor. Bei den Haushalten geht es nicht nur um eigentliche Haushalte, sondern auch um Firmen und Behörden mit Internet-Anschluss. Zu den Konkurrenten gehören die Deutsche Glasfaser, Vodafone und NetCologne. Die Deutsche Glasfaser erhöhte ihren Wert im vergangenen Jahr um 0,3 Millionen auf 2,5 Millionen.Â
Resonanz der Verbraucher ist noch ausbaufĂ€higÂ
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher winken allerdings ab, wenn die neue Technologie verfĂŒgbar ist - sie nutzen stattdessen ihren alten Internetvertrag einfach weiter. Das erschwert das Glasfaser-GeschĂ€ft.Â
Die ZurĂŒckhaltung vieler Verbraucher bekam auch die Telekom zu spĂŒren, inzwischen wird es fĂŒr die Firma aber etwas besser. 16,4 Prozent aller Haushalte in Reichweite hatten zu Jahresbeginn einen Glasfaser-Vertrag bei der Telekom, ein Jahr zuvor hatte der Wert nur 14,8 Prozent betragen. Ende 2027 oder Anfang 2028 werde man wohl bei 20 Prozent sein, sagte Telekom-Manager Diehl. Man wolle mehr Kunden ins Glasfasernetz bringen und die Auslastung hochtreiben. «Wir gehen stĂ€rker in lĂ€ndliche Gebiete - bei EinfamilienhĂ€usern ist unsere Auslastung mittlerweile bei ĂŒber 30 Prozent.»Â
Bei den Telekom-Wettbewerbern ist der Anteil der aktivierten AnschlĂŒsse höher, laut Breitbandverband Breko liegt er bei ihnen bei 34 Prozent. Sie sind auf dem Land tendenziell stĂ€rker und in GroĂstĂ€dten schwĂ€cher aufgestellt als der MarktfĂŒhrer aus Bonn.Â
Frust von VerbrauchernÂ
Die Fortschritte beim Glasfaser-Ausbau werden getrĂŒbt von Beschwerden ĂŒber aufdringliche HaustĂŒr-Vertreter und Verzögerungen bei der Bereitstellung der Internetverbindungen. Felix Flosbach von der Verbraucherzentrale NRW sagt, dass die Beschwerden bei seiner Organisation in den vergangenen zwei Jahren zugenommen haben. «Verbraucher bekommen hĂ€ufig wenig Informationen, nachdem sie VertrĂ€ge geschlossen haben und wissen nicht, wie es wann weitergeht.» Auch auf Nachfrage geschehe das selten. Beschwerdezahlen nennt Flosbach nicht.Â
«Die meisten Probleme im Glasfaserausbau treten anbieterĂŒbergreifend auf und sind reprĂ€sentativ fĂŒr einen GroĂteil der Branche», sagt Lina Ehrig vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Von Januar bis November 2025 seien bei den Verbraucherzentralen 4.000 Glasfaser-Beschwerden eingegangen, NRW sei dabei nicht inbegriffen. Das sei nur ein Bruchteil der tatsĂ€chlichen Verbraucherprobleme, da sich lĂ€ngst nicht alle betroffenen Verbraucherinnen und Verbraucher an ihre Verbraucherzentrale wendeten.Â
Laut Telekom-Manager Diehl sinkt bei der Telekom die Anzahl der Beschwerden. Auf 1.000 HaustĂŒr-Anfragen komme inzwischen weniger als eine Beschwerde. Telekom-Kommunikationschef Philipp Schindera sagt: «Wir haben viel und hart gearbeitet, um SeriositĂ€t in diesen Vertriebskanal reinzubringen, wir haben uns strenge Regeln auferlegt. Es ist aber auch klar, ohne HaustĂŒrgeschĂ€ft geht es nicht.»
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