Gesellschaft, BundeslÀnder

BundeslÀnder gehen unterschiedlich mit dem Gendern in Schulen um

15.07.2023 - 00:03:36

Die BundeslĂ€nder haben völlig unterschiedliche Vorgaben fĂŒr Schulen und Verwaltung beim Gendern durch Sonderzeichen im Wortinneren.

Das ergab eine Umfrage des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" bei den Kultus- und Bildungsministerien. Demnach ist es in drei BundeslĂ€ndern (Schleswig-Holstein, Sachsen und Sachsen-Anhalt) verboten, im BemĂŒhen um eine inklusive Schreibweise Sonderzeichen wie Doppelpunkt, Genderstern und Unterstrich zu benutzen.

Zwei BundeslĂ€nder (Saarland und Bremen) gendern in ihrer Außenkommunikation und in der Schule mit Doppelpunkt. Die restlichen elf BundeslĂ€nder verwenden in der Verwaltung die Doppelnennung von weiblicher und mĂ€nnlicher Form oder Substantivierungen. In der Schule wird ebenfalls nicht mit Sonderzeichen im Schriftverkehr gegendert, ein explizites Verbot gibt es aber auch nicht. CSU-GeneralsekretĂ€r Martin Huber forderte, dass sich Bildungseinrichtungen und staatliche Behörden an die Vorgaben des Deutschen Rechtschreibrats halten. "Insbesondere staatliche Einrichtungen, Schulen und UniversitĂ€ten sollten sich an die geltende deutsche Rechtschreibung halten, die auch der Rat fĂŒr deutsche Rechtschreibung erneut bekrĂ€ftigt. Diese Entscheidung begrĂŒĂŸe ich", sagte der CSU-Politiker dem RND. Allerdings: Der Rat fĂŒr deutsche Rechtschreibung ließ am Freitag eine eindeutige Positionierung weiter offen. Er stufte Sonderzeichen im Wortinneren nicht als Kernbestand der deutschen Orthografie ein, fĂŒhrte aber zugleich in einer neuen ErgĂ€nzung zum Thema Sonderzeichen das Gendern im Wortinneren - Doppelpunkt, Unterstrich und Sternchen - auf. 2021 bekrĂ€ftigte der Rat seine Auffassung, "allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen". Huber sagte nun: "Jeder soll reden, wie er will, eine Pflicht zum Gendern und woke Sprachregelungen lehnen wir ab." In Bayern werde es keine Pflicht zum Gendern geben.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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