Vorschlag zu Verfahren zum SchlieĂen von 4G-Funklöchern
28.01.2024 - 05:19:06FĂŒr ein besseres Handynetz in entlegenen Gegenden sollte der Bund nach der Vorstellung der FDP im Bundestag ein neues Verfahren auf den Weg bringen.
Zum SchlieĂen eines 4G-Funklochs sollte es eine Auktion geben, bei der das Unternehmen den Zuschlag bekommt, das die geringsten ZuschĂŒsse benötigt, sagte der digitalpolitische Sprecher der Fraktion, Maximilian Funke-Kaiser, der dpa in Berlin.
«Wir wollen endlich einen LĂŒckenschluss im Mobilfunk.» HierfĂŒr könnte so ein Verfahren helfen. Dies wird auch «Negativauktion» genannt: Es geht nicht darum, wer am meisten bietet, sondern darum, wer am wenigsten haben will.
Nutzungsrechte sollen verlÀngert werden
Geld aus dem StaatssĂ€ckel soll allerdings nicht flieĂen. Stattdessen sollen die Telekommunikationsanbieter, die 4G-Funklöcher schlieĂen, bei der anstehenden Vergabe von Frequenznutzungsrechten finanziell entlastet werden. Ende 2025 laufen solche Rechte fĂŒr wichtige FlĂ€chenfrequenzen aus. Die bisher ĂŒbliche Auktion, bei welcher der Bund im Jahr 2019 insgesamt 6,6 Milliarden Euro eingenommen hatte, soll in diesem Jahr nach Vorschlag der Bundesnetzagentur ausfallen.
Stattdessen sollen bestehende Nutzungsrechte um fĂŒnf Jahre verlĂ€ngert werden. HierfĂŒr wiederum mĂŒssten die etablierten Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und TelefĂłnica (O2) nur insgesamt etwa 600 Millionen Euro GebĂŒhren zahlen - viel weniger, als sie bei einem erneuten Wettbieten vermutlich tun mĂŒssten. Verpflichten sie sich zudem noch zum SchlieĂen von 4G-Funklöchern, wĂŒrde die GebĂŒhrensumme entsprechend sinken. Der Bund wĂŒrde also weniger GebĂŒhren einnehmen, damit mehr entlegene Gegenden mit gutem Mobilfunk versorgt werden. Die Idee einer Negativauktion im Mobilfunk ist nicht neu, umgesetzt wurde sie bisher aber noch nicht.
Im Oktober 2023 gab es nach Angaben der Bundesnetzagentur auf 2,5 Prozent der FlĂ€che Deutschlands 4G-Funklöcher, neuere Angaben liegen nicht vor. Hinzu kamen 16 Prozent graue Flecken - in solchen Gegenden funken nur einer oder zwei der drei etablierten Netzbetreiber und nicht alle. Wer also Pech hat und gewissermaĂen beim falschen Anbieter einen Vertrag hat, bekommt dort keine passable DatenĂŒbertragung. AuĂerdem gab es auf 0,2 Prozent der LandesflĂ€che reine Funklöcher - dort ist noch nicht mal der Funkstandard 2G zu möglich.


