Viele Jugendliche ohne Auffrischung der Keuchhusten-Impfung
24.07.2024 - 05:01:35Insbesondere unter Teenagern gibt es derzeit viele KeuchhustenfĂ€lle. Nach EinschĂ€tzung des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Berufsverbands der Kinder- und JugendĂ€rzte (BVKJ) könnte das auch an versĂ€umten Auffrischimpfungen liegen. Man gehe davon aus, dass insbesondere Jugendliche die empfohlene Auffrischimpfung im Alter von 9 bis 16 Jahren nicht in dem MaĂe erhalten, wie es wĂŒnschenswert wĂ€re, teilte das RKI auf Anfrage mit. Die gröĂte ImmunitĂ€t sei kurz nach der Impfung vorhanden und nehme dann langsam ab, so der BVKJ.Â
Die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) empfiehlt zum Schutz vor Keuchhusten eine dreiteilige Grundimmunisierung fĂŒr Babys, sowie je eine Auffrischimpfung im Alter von 5 bis 6 und von 9 bis 16 Jahren. Erwachsene sollten bei der nĂ€chsten fĂ€lligen Tetanus- und Diphtherie-Auffrischimpfung nochmals gegen Keuchhusten geimpft werden.
Keuchhusten (Pertussis) ist eine hochansteckende, durch Bakterien ausgelöste Krankheit, mit der man sich durch Tröpfchen infiziert, hauptsĂ€chlich beim Niesen, Husten oder Sprechen. Bei Jugendlichen, Erwachsenen und den meisten Kindern verlĂ€uft die Erkrankung oft als lange andauernder Husten.Â
Eine Impfung ist die einzig wirksame Prophylaxe
KeuchhustenfĂ€lle unterliegen laut RKI und BVKJ natĂŒrlichen Schwankungen, auch der Nachholeffekt nach Corona spiele eine Rolle. Seit dem FrĂŒhjahr steigt die Zahl der KeuchhustenfĂ€lle, besonders bei Teenagern: Dem RKI zufolge wurden in diesem Jahr bereits 2.421 FĂ€lle unter den 10- bis 14-JĂ€hrigen und 2.168 FĂ€lle unter den 15- bis 19-JĂ€hrigen gemeldet. Das ist jeweils der höchste Stand seit mindestens zehn Jahren. Zum Vergleich: 2019 waren es im gleichen Zeitraum in den Altersgruppen 713 und 523 FĂ€lle.Â
Doch auch bei Neugeborenen liegt die Zahl der FĂ€lle derzeit Ă€hnlich hoch, «was aufgrund der Schwere der KrankheitsverlĂ€ufe in dem Alter das gröĂere Problem darstellt», so das RKI. Erkrankte SĂ€uglinge kommen oft zur Beobachtung oder Behandlung ins Krankenhaus.Â
Erkrankte sollten sich möglichst von anderen fernhalten, eine Impfung sei die einzig wirksame Prophylaxe, heiĂt es vom RKI. Der Verband der Kinder- und JugendĂ€rzte weist darauf hin, dass SĂ€uglinge zeitnah geimpft werden sollten und diese auch durch die Impfung von Schwangeren geschĂŒtzt werden.Â
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