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Britische Behörde besorgt wegen HÀufung bei Masern

21.01.2024 - 06:37:11

Die Masern sind eine vielfach unterschÀtzte Infektionskrankheit. Weil sie so ansteckend sind, können sie sich bei schlechter Impfquote rasch ausbreiten. In Mittelengland hÀufen sich derzeit die FÀlle.

Eine britische Gesundheitsbehörde ist besorgt wegen der steigenden Zahl an Maserninfektionen. In Mittelengland sind in den vergangenen Monaten rund um Birmingham vermehrt Ansteckungen festgestellt worden.

Seit Oktober seien in der Region West Midlands mehr als 200 bestĂ€tigte FĂ€lle und rund 100 VerdachtsfĂ€lle gemeldet worden, teilte die Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency mit. 80 Prozent der FĂ€lle seien in Birmingham aufgetreten, der Großteil davon bei Kindern, die jĂŒnger als zehn Jahre waren. Masern können mit zwei Impfdosen verhindert werden.

«Die Kollegen in den West Midlands haben unaufhaltsam daran gearbeitet, den Ausbruch unter Kontrolle zu bekommen», teilte Behördenchefin Jenny Harries mit. «Aber da die Impfquote in einigen Gemeinden so niedrig ist, besteht nun eine reale Gefahr, dass sich das Virus in anderen Gemeinden und StÀdten ausbreitet.»

Extrem ansteckend

Die Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten ĂŒberhaupt. Das Virus wird zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen ĂŒbertragen. Symptome sind Fieber, Husten, Schnupfen und ein rötlich-brauner Hautausschlag. Das Virus kann schwerwiegende Komplikationen wie GehirnentzĂŒndungen und noch nach mehreren Jahren eine sehr seltene, aber tödliche SpĂ€tfolge nach sich ziehen - die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE).

SSPE ist in den USA und Westeuropa wegen der weit verbreiteten Masernimpfung Ă€ußerst selten. Allerdings kommt es tragischerweise immer wieder zur Infektion von SĂ€uglingen, die noch nicht geimpft werden konnten - etwa, wenn sich in einer Praxis zeitgleich oder Stunden zuvor ein nicht geimpfter, an Masern erkrankter Mensch aufhielt. Das Risiko, eine SSPE zu entwickeln, ist bei Menschen, die im Alter von unter zwei Jahren an Masern erkrankten, am höchsten.

Tod nicht aufzuhalten

Bisher lÀsst sich die Krankheit nicht aufhalten. Auf erste Anzeichen wie Vergesslichkeit und Reizbarkeit folgen Symptome wie Halluzinationen und KrampfanfÀlle. Geistiger Verfall, Sprechstörungen, Muskelsteifigkeit und Schluckstörungen folgen. Der Tod tritt meist ein bis drei Jahre nach Ausbruch ein. Die Behauptung, dass es nur eine harmlose Kinderkrankheit sei, kritisieren Fachleute schon lange.

In Deutschland gilt seit MĂ€rz 2020 eine Impfpflicht gegen Masern, die bei Kitas und Schulen ansetzt und die auch fĂŒr einige Berufsgruppen wie Personal in KrankenhĂ€usern gilt. Die britische Gesundheitsbehörde rief Eltern dazu auf, ihre Kinder impfen zu lassen. Im Schnitt seien nur 85 Prozent der Kinder, die in die Schule kĂ€men, zweifach geimpft, sagte Harries nach Angaben der BBC. Empfohlen wird eine Quote von 95 Prozent, um grĂ¶ĂŸere AusbrĂŒche zu vermeiden.

@ dpa.de